Aufgrund des drohenden Klimawandels soll in der Gemeinde Ramsthal sowie in den Märkten Euerdorf und Sulzthal die vorherrschende Trinkwasserversorgung umgestellt werden, um den Sulzthaler Brunnen schonender zu bewirtschaften und um die Quelle Euerdorf auch bei fallenden Wasserständen nutzen zu können. Zu einer Informationsveranstaltung begrüßte Bürgermeisterin Patricia Schießer zahlreiche Interessierte sowie Andrea Eick vom Ingenieurbüro Arz.

"Als Planer bekommen wir oft nicht mit, wie eine Wasserversorgung nach der Inbetriebnahme denn eigentlich läuft", band Eick den Euerdorfer Wasserwart Kurt Hiernickel mit ein. Der Wasserwart sei fast täglich mit der Materie beschäftigt und kenne auch die Schwachstellen. Hiernickel berichtete davon, dass die Euerdorfer Quelle im Mai 2017 versiegt und erst im August 2017 mit drei Litern pro Sekunde wieder angelaufen sei. Gleichzeitig hätte man im Oktober 2017 den bisher niedrigsten Wasserstand (19,44 Meter unter dem Brunnenkopf) im Sulzthaler Brunnen gemessen. Anvisiert wird derzeit das Mischverhältnis ein Drittel Quell- und zwei Drittel Brunnenwasser.

Neue Förderpumpe nötig

Über neun Monate im Jahr laufe das Wasser der Quelle mit rund zehn Litern/Sek einfach weg. Die neue Planung sieht jetzt vor mehr Quellwasser zu nutzen, um den Tiefenbrunnen zu schonen. Dafür sind nach den Worten von Ingenieurin Eick einige Baumaßnahmen nötig. An der Quelle sind keine Erdarbeiten, aber eine neue Förderpumpe nötig. Dagegen muss am Maschinenhaus eine zusätzliche Wasserkammer mit 200 bis 300 Kubikmeter angebaut werden Die bestehende ist mit 100 Kubikmetern zu klein. Das Brunnenwasser muss nicht aufbereitet werden, das Quellwasser dagegen schon. Am Wasserrecht ändere sich bei der ganzen Sache nichts.

Bis zu 70 Prozent Förderung

Die Förderung der vorgestellten Maßnahmen könnte bis zu 70 Prozent der Kosten betragen. Gefördert wird die bauliche Sanierung, zu der diese Maßnahme zählt. Jede Gemeinde darf nur einen Förderantrag stellen, Abrechnungs-Stichtag ist aber bereits am 31. Dezember 2021. Im November letzten Jahres fanden erste Gespräche mit den Fachbehörden statt. Im Januar diesen Jahres erhielt der Markt Euerdorf die positive Mitteilung, dass eine Förderung möglich sei.

Der enge Zeitplan sehe als Baubeginn frühestens den November 2020 vor. Grundvoraussetzung für eine Förderung ist die Überschreitung der Pro-Kopf-Belastung (gesehen auf die letzten 25 Jahre), deshalb kämen nur Euerdorf und Sulzthal, nicht aber die Gemeinde Ramsthal in den Genuss. "Uns ist es wichtig, dass das Gut Trinkwasser wieder wertgeschätzt wird", so Eick. "Wir liegen in einer Fränkischen Trockenplatte, umso wichtiger ist der schonende Umgang mit dem Brunnen." Über die Kosten wurde noch nicht gesprochen, die Gremien in Euerdorf, Sulzthal und Ramsthal müssen nun zeitnah über die Maßnahme entscheiden.

Mitverfolgt würde auch noch die Möglichkeit den Brunnen VB8 auszubauen, der bei einer Versuchsbohrung im Jahre 1986 in Betracht gezogen wurde. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 1,4 Millionen Euro, dazu käme die Ausweisung eines Schutzgebietes. Die Sulfatwerte waren bei diesem Brunnen damals schon grenzwertig, was eine Aufbereitung zur Folge hätte.

Einige Daten: Der Sulzthaler Tiefenbrunnen hat eine genehmigte Entnahmemenge von 19,5 Litern/Sek, die Euerdorfer Quelle von 8 L/Sek. Das Maschinenhaus besitzt einen Behälter mit 100 Kubikmetern. Der Hochbehälter Euerdorf liegt 260 Meter üNN, Sulzthal 300 m, Ramsthal und Wirmsthal 318 m.