Wie schon die erste Bürgerversammlung im Kernort Oberthulba war auch die folgende am Mittwoch in Thulba, dem mit aktuell 1084 Einwohnern zweitgrößten Ortsteil, wieder gut besucht. Die Einwohnerzahl sei hier um 14 Personen gestiegen, begann Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) seinen über einstündigen Jahresbericht, während die Zahl der Gesamtbevölkerung in der Marktgemeinde auf 5076 leicht gesunken sei. Der Anstieg im Ortsteil sei einerseits der jetzt vollständigen Besiedlung des neuen Baugebiets geschuldet, andererseits habe Thulba mit zwölf Geburten den Spitzenplatz eingenommen. "Ihr seid ein Vorbild für die anderen sieben Ortsteile. Macht weiter so", lobte der Bürgermeister.

Ein weiterer Anstieg sei wegen des Fehlens freier Bauplätze schwierig. Aufgrund der aktuellen Niedrigzins-Situation ist die Nachfrage nach Bauplätzen in den letzten Jahren gestiegen, andererseits "geht die Verkaufsbereitschaft der Privateigentümer gegen Null", so der Bürgermeister weiter. Die Gemeinde hat ihre restlichen sechs Bauplätze in Thulba inzwischen verkauft, doch gibt es noch 39 freie Grundstücke in privater Hand.

Entsprechend einem Beschluss des Gemeinderats sollen vorerst keine neuen Bauplätze seitens der Gemeinde ausgewiesen werden. Dies stieß bei manchem Zuhörer auf Unverständnis. Zwar meinte der Bürgermeister auf Nachfrage, die Gemeinde müsse künftig "irgendwo einen Kompromiss finden", doch sei es auch ein Ziel beider kommunalen Allianzen "Fränkisches Saaletal" und "Kissinger Bogen", denen die Marktgemeinde Oberthulba angehört, die Ortszentren wiederzubeleben und zunächst freie Baugrundstücke in Privathand bebauen zu lassen.