Die Jugendraumordnung war Kernthema der Ratssitzung. Dazu legte Bürgermeisterin Patricia Schießer (CSU) einen Entwurf vor, den der Gemeinderat - mit einigen Abänderungen - billigte und der mit der Unterschrift der Beteiligten in Kraft treten kann. Bei einem Besuch im JUZ erklärten sich die Nutzer zwar mit der Vorlage einverstanden, doch stößt die Eigenbeteiligung an den Verbrauchskosten den Jugendlichen auf. Bislang komplett von der Gemeinde getragen, verlangt der Markt als Träger der Einrichtung künftig eine 20-prozentige Beteiligung an den Heiz-, Strom- und Wasser-/Abwasserkosten. Dies verstanden die meisten Räte als Maßnahme zum Energiesparen, um beispielsweise aufgerissene Fenster beim Heizen zu vermeiden.
Was die selbst zu tragende Summe angeht, war die Rede von möglichen 80 Euro monatlich. Zuviel, wie die Jugendlichen befanden. "Das ist übertrieben", meint Stefan Hesselbach beim Talk im Jugendraum an der Ecke der Hammelburger- und der Ring-Straße. JUZ-Vorsprecher Alexander Franz bat noch in der Sitzung Gemeinderat Michael Fell zu erfragen, auf welchen Betrag sich die bisherigen Kosten belaufen, denn die Abrechnungen sind den Nutzern natürlich nicht bekannt.

"Bescheidene Einkünfte"

"Die genannte Summe wäre eine unwillkommene Überraschung. Da können wir uns die für das Frühjahr vorgesehene Renovierung unserer Räume nicht leisten", befürchtet Franz. "Unsere Einkünfte - zum Beispiel durch den Getränkeverkauf - sind bescheiden. Zwei, drei Hunderter machen wir höchsten einmal bei gemeinsamen Veranstaltungen", informiert der Vorsprecher, wie er in Euerdorf geheißen wird. Ansonsten sind die Jugendlichen mit dem Vorschlag, den der Markt, die Jugendsprecherschaft und der gemeindliche Jugendpfleger, Tobias Meierl, noch abzeichnen müssen, zufrieden. Immerhin verfügen sie im Gebäude über insgesamt fünf Räume, eine Küche, zwei Toiletten und einen Scheunenteil, die der Markt unentgeltlich zur Verfügung stellt.
Der Jugendraum ist maximal an vier Tagen in der Woche zwischen 16 und 23 Uhr geöffnet. Ausnahmen von diesen Öffnungszeiten sollen nur in Absprache mit dem Markt zugelassen werden. Es herrscht absolutes Rauchverbot und an Wochentagen ein generelles Alkoholverbot bis 18 Uhr. Nach 18 Uhr greifen die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes. Für den Betrieb und alle Veranstaltungen gilt der gesetzliche Rahmen.
Im gemeindlichen Bauhof gibt es Unterstellprobleme. Bürgermeisterin Schießer favorisiert anhand einer Planskizze einen 70 Quadratmeter großen Anbau in offener Bauweise an das bestehende Gebäude, der zum Unterstellen gedacht ist, aber auch anderen Zwecken genügen soll. Der Rat stimmte diesem Vorhaben zu, für das demnächst ein Bauantrag auf dem Tisch liegt.
Ein lang ersehnter Wusch geht voraussichtlich im Mai in Erfüllung. Nach Information Schießers könnte der Wonnemonat der Zeitpunkt sein, an dem der oft und heiß diskutierte Radweg nach Wirmsthal endlich umgesetzt wird. Unterschiedliche Meinungen gab es zum Vorschlag vom Michael Fell, den Kurvenbereich der Heinrich-Weber-Straße mit einer Solarlampe auszuleuchten. Der Straßenabschnitt berge - besonders zur dunklen Jahreszeit - Gefahren für Fußgänger. Die Kosten schätzte der Gemeinderat auf rund 7000 Euro. Die Bürgermeisterin konterte mit dem Hinweis, dass der Streckenabschnitt eigentlich eine Fahrstraße, aber kein erschlossener Weg ist, und sprach sich gegen die Maßnahme aus, will aber den Vorschlag abfragen lassen.
Eine missverständliche Darstellung im Protokoll führte zur Diskussion über die Brennholzpreise. Die definierten 45 Euro für einen Festmeter beziehen sich auf Industrie- oder Polterholz. Die meisten umliegenden Gemeinde verlangen dafür mehr. "Sollen wir den Preis ändern?" fragte Schießer. Jochen Huppmann empfahl, in der derzeitigen Situation den festlegten Preis zu belassen. Dem folgte das Gremium einmütig.
Der Wirmsthaler Rat, Guntram Gock, wies auf eine gebrochene Randbegrenzung in der Hauptstraße des Ortsteils hin, die beim Schneeräumen größeren Schaden verursachen könnte. Elmar Hofmann haderte mit den freiwilligen Leistungen des Landkreises zum Beispiel bei Freifahrten für Jugendliche. "Diese Leistungen kommen aus einem Topf, den Kommunen bedienen müssen. Die Verwaltung soll prüfen ob zwischen den freiwilligen Leistungen und den Pflichtaufgaben des Kreises ein 1 zu 1-Verhältnis besteht."