Der Gemeinderat hob in seiner jüngsten Sitzung die Bebauungspläne aus den Jahren 1963 beziehungsweise 1976 "Stöckleshecke I und II" in Wartmannsroth auf. Sie waren einfach längst nicht mehr zeitgemäß. Um modernes Bauen zu erleichtern, beantragte die Gemeindeverwaltung, zukünftig nach dem Standard Paragraf 34 des Baugesetzes vorzugehen. Die Räte stimmten einhellig zu.

Serie von hohen Ausgaben geplant

Im zentralen Blick aber hatten die Räte den aktuellen Haushalt der Gemeinde. Wie ist die Prioritätenliste der schon in den Vorjahren geplanten Vorhaben zu gestalten? Freilich, ganz vorn liegen die förderfähigen Dorferneuerungsprojekte. Mit einem Investitionsprogramm von rund fünf Millionen Euro steht die Gemeinde Wartmannsroth heuer am Anfang einer größeren Ausgabenserie, die rund 7,5 Millionen Euro für 2022, 4,6 Millionen Euro für 2023 und etwa vier Millionen Euro für 2024 vorsieht.

"In den vergangenen Jahren lagen diese Ausgaben durchschnittlich zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Euro", wies Bürgermeister Florian Atzmüller auf den Stau einiger Großprojekte hin. Exakt könnten die Summen noch nicht beziffert werden, da in etlichen Fällen entweder noch keine Kostenschätzungen oder verbindliche Förderzusagen vorlägen.

Zwei Wünsche bleiben offen

"Die Gemeinde ist nach dieser Legislaturperiode am Rande ihrer finanziellen und personellen Leistungsfähigkeit angekommen", stellte Atzmüller fest. Die hohen Ausgabesummen seien allerdings kein Zeichen der Misswirtschaft, sondern im Gegenteil die Umsetzung vieler Projekte, die in den vorangegangenen Jahren geplant wurden. Die Räte zeigten auch ohne Abstimmung ihr Einverständnis. Allerdings konnte den Wünschen der Schwärzelbacher nach baldiger Sanierung ihres Sportheims und der Waizenbacher nach zeitlich vorgezogener Erschließung ihres Baugebietes nicht nachgekommen werden.

Die drei Buchstaben RSP stehen für den Begriff Rathaus-Service Portal. Ja, jetzt beginnt auch das digitale Herz auch in der Gemeindeverwaltung Wartmannsroth zu schlagen. Geschäftsführer Daniel Görke stellte das neue Formularmodul vor, das den Bestimmungen des aktuellen Online-Zugangsgesetzes (OZG ) entspricht. So kann jeder Bürger bald einige Dinge per Datenleitung erledigen, ohne das Rathaus zu betreten. Die Umstellung auf die Online-Dienste soll Ende November 2021 erfolgen. Der Auftrag an die Firma Komuna G.m.b.H. in Höhe von 18 314 Euro wurde einhellig bestätigt. Der Eigenanteil der Gemeinde liegt bei zehn Prozent dieser Summe.

Einwände gegen P43 einreichen

Bürgermeiaster Atzmüller ermunterte die Bürger, ihre Einwände gegen die Tennet-Leitung P43 (Fulda-Main), die über das Gemeindegebiet Wartmannsroth geplant ist, im Rathaus einzureichen. Von dort aus würden die Schriftstücke gebündelt an Tennet weiter gegeben werden.

Schulanbau beginnt Anfang Februar

Ferner berichtete das Gemeindeoberhaupt, dass der Start für den Anbau der Grundschule in Dittlofsroda Anfang Februar sei und damit unmittelbar bevor steht. Grundsätzlich sei zudem die beantragte Förderung für ein Kneippbecken in Heckmühle erfolgt.