Die Idee, einen Kunstweg in Hammelburg zu installieren, existierte zwar schon länger. Sie wurde jedoch bislang nicht umgesetzt. Die heimische Künstlergruppe Kunst-vereint hat jetzt einen erneuten Versuch unternommen - und das mit Erfolg. Sie etablierte die Ausstellung "Angeschwemmt" mit Exponaten von 28 Kunstschaffenden auf der Museums- und der Saaleinsel.

Zur Vernissage waren verhältnismäßig viele Leute gekommen, wie die Sprecherin der Initiative, Barbara Winter, und Bürgermeister Armin Warmuth, erfreut feststellten. "Ich bin erstaunt über die Kreativität in der Region vor einer wunderbaren Kulisse. Dass das sich anbietende Ambiente für diesen Zweck genutzt wird, verdanken wir den Netzwerken, die dahinter stehen", sagte Warmuth.

Barbara Winter bat die Aktiven - Maler, Bildhauer, Fotografen und Collagisten - in die Halle der Saaleinsel zur Vorstellung. Wer sich für ein Kunstwerk näher interessierte, konnte sich über einen QR-Code über die Interpretationen des jeweiligen Künstlers oder der jeweiligen Künstlerin informieren.

Nach der Eröffnung gab es Gelegenheit zum Gedankenaustausch vor dem Museum. Winter zählte die Unterstützer auf: Die Stadt, Museums-Leiterin Elli Böck, Tourismusleiterin Verena Kerner und ihre Teams sowie den Bauhof und die Firma Werbesysteme Neeb. Ebenso den Förderkreis Stadtmuseum und Denkmalpflege und Friedbert Heckmann, der mit jazzigem "Black Sax" die Veranstaltung musikalisch umrahmte.

Vor dem Heimatmuseum fällt ein Werk von Svetlana Neeb ins Auge, einer aus dem Wasser auftauchenden Frau, die von Saale-Müll umgarnt wird. Die von einer übergroßen Hand getragene Skulptur trägt den Titel "Hoffnung und Besinnung" und wurde aus Betonkeramik gemacht . Von der heimischen Kunstschaffenden sind noch weitere Werke zu sehen, wie die beiden Medusen-Häupter, Tonmasken mit Schwemmholz-Haaren aus der Saale sowie die fernöstlich anmutende Stelen am Entree zum Mühlgraben, auf dessen Mauer Ulli Weihrauch seine Plastiken platzierte.

Im Erdgeschoss des Museums werden Aquarelle und Bilder gezeigt. So von Brigitte Elsässer, Heinrich Fell, Reinhildis Noronha, aber auch die "Wasserzeichen" von Dr. Uli Gubik. Betroffen macht die Darstellung einer Frau, die ein Baby - offensichtlich vor dem Ertrinken gerettet - in Händen hält. Schöpferin Gerti Gerlach gab ihrer Studie den Titel "Überlebt". An dieses Thema knüpft auch Helmut Drolls "Gedankenstrich" an, der auf das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer anspielt. Das "Traumschloss Europa", hinter dem Wasser, das die Geflüchteten erreichen wollen.

Die Fässer, Balken und Schutt an der früher sogenannten "Gäuls-Sool" am Steg zum Museum verwirren zunächst. Erst wenn man den knappen Hinweis von Bernhard Gößmann-Schmitt am Brückengeländer entdeckt - Juli 2021 - wird klar, was gemeint ist: Die Flutkatastrophe im Ahrtal.

An die Fotografien über die Verschmutzung der Meere von Lisa Miller reihen sich auf dem Vorplatz der Herren-Mühle verschiedene Darstellungen, wie ein von Abfällen umrankter Sessel aus dem vergangenen Jahrhundert der Künstler-Gruppe "Wir- 2020". Gedanken in Bild und Wort präsentiert Maria Heckmann am Ausblick zum Schloss Saaleck. Mit einem vertikalen Triptychon aus zwei bemalten und einer Collagen-Fläche weist Thomas Ottenweller in der Saale-Inselhalle auf die Verseuchung in der Natur hin.

Darüber hinaus gibt es genügend weitere Exponate die den Betrachter und die Betrachterin staunen lassen, inspirieren und zum Nachdenken anregen.

Die Ausstellung ist bis zum 11. September von Dienstag bis einschließlich Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr im Museum und der Inselhalle zu sehen. Donnerstags ist der Kunstweg von 10 bis 14 Uhr geöffnet, montags ist Ruhetag. Der Außenbereich ist täglich geöffnet.

Folgende Kunstschaffende sind mit Werken vertreten: Albert Konraf, Thomas Ottenweller, Carmen Angene, Heike Dietrich, Helmut Droll, Brigitte Elsässer, Heirch Fell, Gerti Gerlach, Bernhard Gößmann-Schmitt, Dr. Uli Gubik, Anita Haub, Maria Heckmann, Ingrid Holzinger, Thomas Krapf, Elisabeth Kohl-Spies, Lisa Miller, Edeltraut Milner, Svetlana Neeb, Reinhildis Norinha, Natalie Novakova, Martin Schacher, Tatjana Schmidt, Berthold Schürger, Marthy Steller-Vrolyk, Martha Walter, Uli Weihrauch, Barbara Winter und Helene Wirth.