"Fasching Ade, tut den Narren weh". Die Hammelburger Karnevals-Gesellschaft (Ha-Ka-Ge) teilte in ihrer Hauptversammlung das Los ungezählter, weiterer Faschingsvereine: Die Narrensaison 20/21 fällt der Corona-Krise zum Opfer. Die steigenden Infektionszahlen zerstörten auch die letzte Hoffnung. Für die Narren ist der Vorhang gefallen.

Der gute Besuch bei der Jahresversammlung nützt den Heimischen wenig, wenn sich Ersonnenes und Trainiertes nicht umsetzen lassen. Immerhin war er ein Trostpflaster für Vorsitzende Julia Keidel, die mit ihrem Willkommen den Rückblick auf die Saison 2019/20 verband. Der Mitgliederstand beträgt 263 Personen, der Altersdurchschnitt ist jedoch steigend. Aktuell im Personalsektor noch gut gerüstet, hält die Ha-Ka-Ge mit Blick auf die Zukunft ihre Arme für neue, besonders junge Mitstreiter gern offen.

Zeit zum Trainieren

In der verflossenen Narrensession - der 60. der Ha-Ka-Ge - war alles noch ganz anders, Flohmärkte, Ordensabend, Rathaussturm, Senioren- und Kinderfasching sowie eine Prunksitzung mit großem Bahnhof zum Jubiläum waren "eine Bank". 20 eigene Veranstaltungen und 16 auswärtige Auftritte kamen zusammen. Seit das Virus mit all seinen Begleiterscheinungen regiert, schlug ein einziger wenn auch gelungener Flohmarkt zu Buche.

Was machen jetzt 108 Tänzerinnen und Tänzer, Büttenredner und Show-Gruppen ? Sie haben viel Zeit zum Trainieren und Proben. Ganz ohne Narrenkappe und humoristisches Geplänkel will sich die Vorstandstand-Riege die diesjährige, fünfte Jahreszeit nicht verbrennen lassen. Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen sich Vorstand und Beisitzer zur Beratung und suchen dabei Möglichkeiten von denen schon einige gefunden sind - wenn auch mit drei Fragezeichen versehen.

Ordensabend ohne Orden?

Als Ordensabend ein Video ohne Orden aber vielleicht mit einem kleinen "special". Der Rathaussturm könnte in abgespeckter Form eventuell mit den Untererthalern und den Gauaschachern stattfinden. Nur zu gern möchte die Vorsitzende die beiden "Närrischen Weinproben" und die Schlüsselübergabe auf die Beine stellen. Ebenso hofft sie auf den "etwas anderen" Flohmarkt im April. Der Besuch externer Veranstaltungen ist allerdings komplett gestrichen.

Neuwahlen

Um die angesetzten Neuwahlen durchführen zu können, musste zunächst Schatzmeister Sebastian Kleinhenz die Bilanz auflegen. Seinem Bericht zufolge waren die Prunksitzung, der Kinderfasching, die Flohmärkte und der Rathaussturm die einträglichsten Events. Einnahmen flossen zudem aus den Mitgliedsbeiträgen und Spenden in die Kasse.

Die höchsten Ausgabeposten sind die für Kostüme, Versicherungen, Orden und Verbandsehrungen sowie Nebenkosten für das Vereinsheim. Was Kleinhenz im vergangenen Jahr als Einnahmequelle vermisste, war das Kneipen- und Kellerfestival "Hammelburg moves". Die stabile Kassenlage führt dazu, "dass wir auch ein Corona-Jahr meistern können", sagt der Schatzmeister. Kassenprüferin Kerstin Augsburg bestätigte die einwandfreie Kassenführung, die Entlastung fiel einmütig.

Die Wahl unter Leitung von Hannes Deinlein bestätigte das Vertrauen in die bisherige Führung. Vorsitzende bleibt Julia Keidel mit ihren beiden Stellvertretern Sebastian Kröckel und Christina Genzler, Schatzmeister Sebastian Keinhenz und seine Stellvertreterin, Michelle Büttner, sowie Schriftführerin Dominique König und ihre Vertreterin Tina Vogler übernehmen erneut ihre Ämter. Hinzu kommen acht Beisitzer.

Gleichberechtigte Gesellschaftspräsidenten sind Sebastian Kröckel und Sebastian Kleinhenz. Katharina Kröckel übernahm die Position als Vertreterin von Jannick Pfriem. Kassenprüferinnen sind erneut Kerstin Augsburg und Christine Butler-Bardolf. Gabi Horteux, Kathrin Walz und Jesika Kowolik trainieren die Garden.