Die Stadt bringt das Vergabeverfahren für die Sanierung der Bahnhofstraße in Gang. Der Beschluss fiel zusammen mit der Diskussion über das Verkehrskonzept, was im Stadtrat wiederum Anlass für Diskussionen war.
Die ersten Überlegung zur Bahnhofstraße liegen seit drei Jahren vor. Im Rahmen des Architekturwettbewerbs für den Viehmarkt hatten die teilnehmenden Büros die Aufgabe, in einem Ideenteil auch Vorschläge für die künftige Gestaltung der Bahnhofstraße zu machen. Daran knüpft die Stadt nun an.

Auf Grundlage der Beiträge soll nun ein Büro für die Planung der Bahnhofstraße ausgewählt werden. Da es nicht automatisch der Sieger sein muss, wie Stadtbaumeister Detlef Mohr in der Stadtratssitzung erklärte, kommen drei bis fünf der vorne platzierten Büros in die engere Wahl. Für die Begleitung diese Auswahl- und Vergabeverfahrens wird die Stadt ein Büro beauftragen.

Dafür werden zuerst Angebote eingeholt. Im September soll dann das Büro bestimmt werden, dass das Vergabeverfahren für die Planung der Umgestaltung der Bahnhofstraße organisiert. Es wird also noch einige Zeit dauern, bis sich konkret etwas tut.

Einen Architekturwettbewerb wird es für die Bahnhofstraße nicht mehr geben. Das bestätigte Mohr auf ausdrückliche Nachfrage von Norbert Schaub (SPD).

Für Verwunderung, zum Beispiel bei Patrick Bindrum (CSU), sorgte die zeitliche Koinzidenz: Der Beschluss für die Vorbereitung des Vergabeverfahrens stand in derselben Sitzung an, in der der Stadtrat über das Verkehrskonzept diskutierte. Es war gleich der nächste Tagesordnungspunkt nach der Vorstellung des Gutachtens. Die Bahnhofstraße ist Teil des Verkehrskonzepts, und das ist in einigen Details umstritten. Wie die Verkehrsführung aussehen soll, steht noch nicht endgültig fest. Einzelne Maßnahmen sollen erst ab Herbst entschieden werden.

So kam die Frage auf, ob der Tagesordnungspunkt zur Bahnhofstraße nicht vorschnell zum Beschluss anstand. Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) verteidigte diese Gleichzeitigkeit und erklärte, dass das Verkehrskonzept Gestaltungsraum lässt, da es die Gegenläufigkeit der Straße erhalten will. Warmuth selbst sprach sich deutlich für die Gegenläufigkeit aus und nannte als Anschauungsbeispiel die Gestaltung in Mellrichstadt. "Was würden wir jetzt machen, wenn sich das Verkehrskonzept für die Einbahnstraße entschieden hätte", fragte Bindrum dagegen.

Die Stadt setzt sowieso darauf, dass es noch dauern wird, bis die Planungen für die Bahnhofstraße beginnen. Bis dahin könnten einzelne Teile des Verkehrskonzepts schon umgesetzt sein, sodass es der Ausarbeitung für die Bahnhofstraße nicht in die Quere kommt.