Schon in wenigen Wochen sollen die Arbeiten an der neuen Bahnbrücke beginnen. Und Ende des Jahres überspannt dann anstelle der jetzigen Holzbrücke eine Konstruktion aus Stahlbeton die Gleisstrecke.

Der Stadtrat erteilte dafür nun der Eberhard Pöhner Hoch- und Tiefbau GmbH aus Bayreuth den Auftrag für die Bauarbeiten. Dieser hat einen Umfang von rund 570 000 Euro. Mit Honoraren und weiteren Nebenkosten kommt laut Planer Klaus Wolf eine Summe von 680 000 Euro zusammen. Das ist weniger als ursprünglich gedacht.
Der erste Kostenvoranschlag war noch von rund 816 000 Euro ausgegangen. Doch das Unternehmen, das nun den Auftrag bekam, hat ein überraschend günstiges Angebot vorgelegt. Wie Wolf erklärte, liegt eine schriftliche Bestätigung der Baufirma vor, dass die Kalkulation richtig ist.

Damit sinkt auch der Eigenanteil, den die Stadt für die Brückenerneuerung aufbringen muss. Nach Abzug der erwarteten Förderung muss sie sich mit etwa 310 000 Euro an dem Neubau beteiligen.

Die neue Stahlbetonbrücke wird leicht schräg über die Eisenbahnlinie führen. Der Neubau ist fast 32 Meter lang und 6,5 Meter breit. Die Fahrbahn misst vier Meter in der Breite. Dazu kommt ein 1,5 Meter breiter Gehweg. Den Baubeginn erwartet die Verwaltung Anfang Mai. Wegen der notwendigen Prüfungen und Vorbereitung starten die eigentlichen Arbeiten aber wohl erst im Juni.

Zunächst muss eine tunnelartige Umhausung über der Gleisstrecke errichtet werden, damit der Zugverkehr ungestört weiterlaufen kann. Dann wird die Holzbrücke abgerissen. Für Fußgänger wird es bis zur Fertigstellung der neuen Brücke allerdings einen provisorischen Steg geben. Schwieriger wird es für Fahrzeuge, die müssen einen Umweg in Kauf nehmen. Das betrifft vor allem die Landwirte, die zu ihren Feldern Richtung Waizenbach müssen. Sie mussten aber auch schon jetzt mit Einschränkungen leben.

Denn die Holzbrücke dürfen bereits seit längerer Zeit nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gewicht passieren. Gerade für landwirtschaftliche Maschinen bedeutet das ein Hindernis. Die Holzkonstruktion ist nach rund 30 Jahren einfach an ihr Lebensende gekommen.

"Die Morlesauer warten schon lange auf eine neue Brücke", erklärte Ortssprecher Tobias Knüttel am Rande der Stadtratssitzung. Bereits in einer Bürgerversammlung im Jahr 2013 gab es die ersten Diskussionen. Die Planung gestaltete sich jedoch aufwendig, da die Brücke über Schienen führt. Das machte Abstimmungen mit der Deutschen Bahn notwendig.

Knüttel äußerte sich froh, das die Arbeiten nun aber bald starten werden. Die Einschränkungen müsse man einige Monate hinnehmen. "Es hilft nichts. Jetzt müssen wir durch."