Die umstehenden Helfer müssen zwei, drei Schritte zurücktreten. Nichts soll das fein kalibrierte Gerät mehr stören. Nur Nils Ostermeier darf die Griffe des Handkarrens packen, auf dem es montiert ist, um es über die Wiese zu rollen. Er trägt nichts Ferromagnetisches am Körper, damit ihm das Magnetometer einen ungetrübten Blick unter die Erdoberfläche gewährt. Denn die Wiese auf dem Schanzhügel bei Elfershausen ist historisch spannend.

Der frühere Sport- und Pfadfinderzeltplatz liegt ungefähr im Zentrum der "Schwedenschanze". Diese Wallanlage verspricht so manche Entdeckung. "Sie ist bislang nur schlecht erforscht", sagt Roland Heinlein. So wurde noch nie untersucht, ob im Inneren Spuren auf eine Bebauung hindeuten, erklärt der Kreisheimatpfleger. Es gibt an einer Stelle des Rings außerdem einen vorspringenden Teil, der eine Vorburg sein könnte. Doch auch dafür fehlt bisher der Nachweis.

Daher regte Kreisheimatpfleger Heinlein vor einiger Zeit an, die "Schwedenschanze" wissenschaftlich zu erkunden. Mit Mitteln der Gemeinde, des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege und dank Eigenleistung - insgesamt etwas über 800 Euro - kann der Ringwallanlage nun mehr entlockt werden.

Dafür spürt Ostermeier, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für vor- und frühgeschichtliche Archäologie an der Universität Würzburg, mit dem Magnetometer Abweichungen im Magnetfeld nach. Solche Störungen können zum Beispiel von Pfahllöchern oder Gräben stammen. Eine solche zerstörungsfreie Prospektion ist heute Standard in der Archäologie. "Es wird eigentlich nie ohne gegraben", sagt Ostermeier.

Er hat zuvor mit den beiden Master-Studenten Annemarie Reck und Franz Bechtold sowie mit Doktorand Marcel Honeck und den ehrenamtlichen Helfern aus Heinleins Team von Hobbyarchäologen, Wolfgang Glaser und Hans Dünninger, die Fläche abgesteckt. Die Gruppe legte ein Raster aus 15 Quadraten mit 20 Meter Kantenlänge über die Wiese. Die Punkte für die Stickel bestimmten Ostermeier und Bechtold zentimetergenau mit einem GPS-Empfänger.

Ursprünglich wollte Bechtold sogar seine Masterarbeit über die "Schwedenschanze" schreiben. "Doch das Material reichte nicht aus", begründet der Student die Abkehr von dem Thema. Unterlagen und Funde einer Grabung aus den 1980er Jahren waren nicht mehr aufzutreiben.

Damals hatte der mittlerweile verstorbene Kreisheimatpfleger Josef Wabra eine Stelle des Walls aufgemacht, um den Aufbau zu untersuchen. Der Grabungsort ist noch heute zu erkennen. Er lässt zumindest etwas erahnen, wie der Wall unter der Erdschicht Steinpackung für Steinpackung aufgebaut ist.

Bei der Grabung kamen damals Keramikscherben aus der Urnenfelderzeit (etwa 1000 vor Christus) zu Tage. Dabei hatte die Literatur die Wallanlage bis dahin auf das frühe Mittelalter datiert.

Der Kreisheimatpfleger und sein Team entdeckten bei einer Begehung im Wald im vergangenen Jahr selbst Scherben. Die Wurzeln zweier umgestürzter Bäume hatten die Stücke aus der Erde nach oben gewühlt, erzählt Heinlein. Sie stammen aus der Latènezeit (450 vor Christus).

Und es gibt vielleicht noch mehr zu entdecken: Auf der alten Sportplatzfläche und in der Vorburg sind tatsächlich Anomalien festzustellen, berichtet Ostermeier nach der Erkundung. In den kommenden Tagen will er die Daten mit einem Programm aufbereiten, um schließen zu können, um was es sich handeln könnte.

Denn auch die Feuerstellen der Pfadfinder haben ihre Spuren in dem Bodenscan hinterlassen. Aber Ostermeier betont: "Es gibt definitiv archäologische Strukturen."