Die Konkurrenz war groß, der Faschingszug in Diebach lockte zahlreiche Schaulustige. Und so fanden sich erst am Nachmittag Narren in Feierlaune am Dorfplatz ein.
Doch dafür konnten auch besondere Gäste begrüßt werden - wie ein schwedisches Ehepaar, das es sich zum Kaffee im Feuerwehrsaal bequem machte. Wie kamen Susanne und Jan Adamsson aus Angelholm bei Malmö nach Machtilshausen? Wollten sie etwa Fasching feiern?
"Nein", sagt Küchenchefin Jutta Schlereth. "Die habe ich im Supermarkt in Euerdorf beim Einkaufen kennen gelernt. Sie wollten eigentlich Wein in Ramsthal kaufen und noch einen Kaffee trinken. Da habe ich sie in unser Feuerwehrhaus eingeladen", erzählt sie.

Auf dem Heimweg von Italien

Die Schweden, vom Skilurlaub in Italien auf dem Heimweg, sprachen erstaunlich gut deutsch. Des Rätsels Lösung: Susanne Adamsson ist Fremdsprachenlehrerin am Gymnasium ihrer Heimatstadt und lehrt dort unter anderem Deutsch. Als junge Frau war sie auch einige Jahre in Deutschland.
"Wir fahren immer in Ramsthal vorbei und kaufen dort unseren Weißwein. Den Ort kennen wir aus dem Internet. Den Rotwein holen wir uns aber in Spanien oder Frankreich", erklärt sie. Ein bisschen amüsiert über die Buntgekleideten - denn in Schweden kennt man keinen Fasching, nur die Fastenzeit - wurde den Gästen ein Besuch des Schreinersch-Haus angetragen. Das inspizierten sie kurz und wollen es im nächsten Jahr besichtigen.
Inzwischen hatten die heimischen Musikanten und die DJ-Mixerin unter dem Motto "Komm‘ hol das Lasso raus" ein paar Narren eingefangen - vor allem Eltern mit ihren kostümierten Kindern. Nach und nach füllte sich der Dorfplatz, auf dem Feuerwehr, Kindergartenpersonal und Elternbeirat Kaffee, Kuchen und Bratwürste anboten. Die jungen Leute trafen erst später ein. Denn der Diebacher Faschingszug dauert bekanntlich recht lange.