Zusammen mit der Volkshochschule (vhs) hatte das Team der Bücherei zwei Asterix-Übersetzer eingeladen. Die Würzburger Kai Fraass und Gunther Schunk aus Würzburg übersetzen aber nicht einfach die Comics, sondern erfinden eine ganz neue Geschichte mit den vorhandenen Bildern - und zwar im mainfränkischen Dialekt und angesiedelt im Gebiet um Würzburg. Obelix sieht darin aus wie ein Bocksbeutel und auch Kabarettist Urban Priol hat schon als Texter mitgewirkt.

Sie nennen sich selber Sprechblasenbefüller und haben mit "Asterix bei den Belgiern" ihren mittlerweile sechsten Asterix-Band "uff Meefränggisch" geschrieben. Der heißt jetzt "Asterix bei den Schbessarträubern" und kam so gut an, dass er im April 2021 auf Platz 1 der deutschen Comic-Charts stand. Überhaupt ist die Reihe "Asterix auf meefränggisch" mit mittlerweile über 120 000 verkauften Exemplaren eine der beliebtesten Asterix-Mundart-Bände überhaupt.

Letzter unbekannter Fleck

Kai Fraas und Gunther Schunk sind als Journalisten und PR-Berater verschiedener Würzburger Verlage bekannt. Schunk ist promovierter Sprachwissenschaftler und hat unter anderem am "Sprachatlas für Unterfranken" mitgearbeitet.

Der geheimnisvolle Spessart hat ihnen in ihren Comicbearbeitungen als letzter unbekannter Fleck in Mainfranken noch gefehlt, berichten die beiden. Gar nicht so einfach, zusammen eine Geschichte zu erfinden, die in die Sprechblasen passt. Im Originalcomic war leider zu wenig Wald, so dass sie sich beim Spessart anders helfen mussten.

Und was könnte man aus den belgischen Pommes Frittes machen? Wie passend: frittierte Meefischli. Wer sind die härdsde Hünd in Mainfranken? Die Wördsburcher mit Asterix und Obelix und ihrem Winzermäster Miraculix wollen im Ranking nicht an zweiter Stelle stehen und bieten den benachbarten Schbessarträubern einen Wettkampf an. Als Austragungsorte im "Verschwarde" wählen sie natürlich die Römerlager mit ihren Besatzern aus. Besatzerchef Magnus Södrus Maximus kommt - ebenso wie Aiwangus Halbmaximus - auch in der Geschichte vor. Auf die Pandemie weist lediglich die Frau vom Räuberchef hin. Sie heißt nämlich Quarantine.

Versteckte Botschaften

Fraas erklärte den interessierten Zuhörer versteckte Botschaften in den Originalcomics, während Schunk für die im Dialekt nicht ganz sattelfesten Zuhörer eine Einführung in meefränggisch gab. Weltweit einziges Wort mit acht Gs? Biggnigg-Ruggsagg. Auch mit Rindsbimbl, Mehlaach und dem Wengerts-Schneggle machte er bekannt. Fotolass grafier müss? Für Meefrangn kein Problem. Und das berühmte lateinische Zitat "Veni, vidi, vici" lautet in meefränggisch übersetzt "ich kam, glotz und gewinn".

Am Ende wird im Comic wieder schön gefeiert, mit Schwarzkiddel und Bier. Nur der Mäddschigg-Schobbe fehlte in der Stadtbibliothek noch zum richtigen Glück.Karin Wengerter