Groß war die Anteilnahme der Zaungäste, die sich am Freitagnachmittag zur
feierlichen Enthüllung eines Kunstwerkes an der Saalewiese nahe der
historischen Brücke einfanden. Dieses Exponat wurde von Helmut Droll
geschaffen. Der Euerdorfer hatte schon den "Ceratit am Kreisel", "Wein und
Stein" und den "Weg durch die Zeit" als Kunstwerke für Euerdorf gefertigt.
Jetzt präsentierte er seinen Erinnerungsstein zu 1300 Jahren Euerdorf. Die
ansässigen Musikanten spielten auf. Anschließend gab es ein Helferfest.

"Es ist ein Erinnerungsstein und kein Gedenkstein", betonte Bürgermeisterin
Patricia Schießer. Nachdem Euerdorf mit diversen Veranstaltungen im Vorjahr
sein 1300-jähriges Bestehen feierte, sei dieser Stein ein würdiges Symbol
der Erinnerung. "Ich habe ganz bewusst einen Buntsandstein aus der
unmittelbaren Umgebung als Material gewählt", sagte Droll. Wie sollte er
1300 Jahre Euerdorfer Geschichte darstellen? "Die 13 eingearbeiteten Stufen
weisen auf 13 Jahrhunderte hin", erklärte Droll.

Die untersten Stufen seien nur angedeutet, die oberen seien präziser
gestaltet. "So wie wir die Kenntnisse und Erinnerungen an die vergangenen
Zeiten und die unterschiedlichen Jahrhunderte haben", sagte Droll. Je höher
die Stufen desto genauer sind sie ausgearbeitet. Denn über die neueren
Zeiten wisse man viel mehr. Ganz oben auf dem mächtigen Steinblock thront
eine steinerne Kugel, die sich als zielhafte Vision für die Ortsgestaltung
wie eine Perle darstellt. Droll will damit ganz bewusst an die Gestaltung
der Jetztzeit erinnern: "Die Entwicklung unseres Ortes ist noch nicht
beendet". Etwa ein halbes Jahr lang habe er an dem 1300 Kilo schweren Stein
gearbeitet, sagt er der Zeitung. Weil diese Findlinge eine Konsistenz
zwischen sehr weich und extrem hart aufweisen können, müsse im Vorfeld
genau ausgewählt werden.

Bürgermeisterin Schießer blickte gern auf die bedeutungsvolle Geschichte
Euerdorfs zurück. Sie dankte dem Marktgemeinderat für die Zustimmung zu den
13 Feiern im vergangenen Jahr, die angemessen auf die 13 Jahrhunderte
Euerdorf hinwiesen. Schießers Dank galt vor aber auch den etwa 400 Helfern
aus dem Ort, ohne deren Engagement keines dieser Feste über die Bühne
gegangen wäre.

In ganz besonderer Erinnerung blieb Schießer noch das stimmungsvolle
Brückenfest, das viele Bewunderer und mittlerweile sogar schon Nachahmer
gefunden habe. Sie erwähnte auch den Euerdorfer Imagefilm, den Dorfrundgang,
das Heimatbuch und das Feuerwerk als beeindruckende Beispiele. Jetzt lud
Schießer zu Helferfesten ins Sportheim und nach Wirmsthal ein, wo der
Zusammenhalt der Euerdorfer gefeiert werden durfte. Als bleibende
Erinnerung gebe es jetzt Drolls in Stein gemeißeltes Kunstwerk, sprach sie
ihre Anerkennung aus.

Der Standort an der Saalewiese sei für das historische Euerdorf von großer
Bedeutung, sagte Droll. Denn dort war früher eine Furt, welche die
Überquerung des Flusses ermöglichte. Das sei die Zeit vor dem Bau der
historischen Brücke gewesen. Euerdorf kam damals zu Reichtum und Macht,
weil dort alle durch die Furt mussten und der Markt mit den Reisenden
Geschäfte machen konnte. Dieser Ort sei früher bedeutsamer als Kissingen
gewesen. Beim Verlegen der Gasleitung habe man noch heutzutage alte Reste
der historischen Pflastersteine gefunden.