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Oberthulba
Energiewende

Geringes Interesse an Südlink-Info-Markt in Oberthulba

Nur rund 70 Bürger informierten sich über den Südlink-Korridor. Mit Kommentar.
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Gerade mal zwei Demonstranten: Nur Reiner Morshäuser aus Schondra und Erwin Miller aus Bad Brückenau zeigten Flagge. Fotos: Ralf Ruppert
Gerade mal zwei Demonstranten: Nur Reiner Morshäuser aus Schondra und Erwin Miller aus Bad Brückenau zeigten Flagge. Fotos: Ralf Ruppert
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Ein Dutzend Bürgermeister, etliche Landwirte und einige weitere Bürger kamen am Mittwoch zum Info-Markt des Netzbetreibers "Tennet" zum Projekt Südlink nach Oberthulba. "Erschreckend, dass so wenig Leute da sind", kommentiert Andreas Diez die Resonanz. Sein Aussiedlerhof in Sulzthal liegt einige hundert Meter außerhalb des Korridors, deshalb hofft er, dass die Leitung mindestens einen Kilometer entfernt vorbei läuft. "Aber unsere Äcker sind betroffen, und das sind die besten Böden."

Mitten im Korridor liegt der Ramsthaler Kaufmann-Hof. Georg Kaufmann und Petra Schaub informieren sich, was das für den Hof ihrer Eltern bedeutet. "Ich hoffe, dass die Leitung auf den Weg entlang des Waldes geführt wird", sagt Georg Kaufmann, dann wäre die Leitung rund 400 Meter vom Haus weg. Trotzdem sei offen, was das für Folgen hat: "Ich kann's nicht beurteilen", fasst der Ramsthaler seine Eindrücke zusammen. Seine Schwester ist vor allem enttäuscht über den Besuch: "Ich hatte mir mehr Beteiligung erhofft, aber die meisten betrifft's halt gar nicht."

Hindernisse auf der West-Trasse

Auf alle Fälle wollen die Kaufmanns ihre Einwände gegen den Korridor schriftlich einreichen. Allerdings spricht vieles für die Abzweigung bei Oerlenbach über Ramsthaler Gemarkung nach Heilbronn: "Der Korridor östlich an Würzburg vorbei ist sehr konfliktreich", sagt Tennet-Mitarbeiterin Sylvia Auer. Auch für die Kommunen im Westen des Landkreises legt sie sich fest: "An der West-Trasse haben wir eine Überbündelung: Autobahn, Gas-Pipeline, enge Täler, alte Wälder", zählt sie Hinderungsgründe auf.