Sandro Kirchner ist 37 Jahre alt, verheirateter Familienvater und hat politische Erfahrung als stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender und 2. Bürgermeister von Burkardroth. Er steht für den Generationenwechsel innerhalb der Landkreis-CSU. Er soll, wenn er gewählt wird, im September 2013 den Landkreis Bad Kissingen im Bayerischen Landtag vertreten. Und damit Robert Kiesel beerben, der 22 Jahre lang als Abgeordneter für Bad Kissingen im Maximilianeum saß. "Wir dürfen uns von den Ballungszentren und Metropolenregionen nicht den Schneid abkaufen lassen", mit kernigen Worten steckt Sandro Kirchner die Marschroute ab.

Die Heimat und der ländliche Raum werden seine Themen beim anstehenden Wahlkampf für die Landtagswahl 2013 sein. Er will in der Region die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft verbessern.
Dabei gehe es ihm, wie er erklärte, vor allem darum, die bestehenden Arbeitsplätze und gut ausgebildete junge Leute in der Region zu halten: "Ich will die Leute für ihre Heimat begeistern", meinte der studierte Elektrotechniker aus Premich. Er will Facharbeitern klarmachen, dass man für einen guten Arbeitsplatz nicht wegziehen muss, und verweist dabei auf Schweinfurt oder auch Fulda. "Wir haben hier doch alles. Das muss nur in die Köpfe rein", ist er überzeugt.

Außerdem will sich Kirchner der ländlichen Infrastruktur annehmen. Als stellvertretender Bürgermeister wisse er um die Dringlichkeit von Themen wie "Abwasserbeseitigung". Weniger wichtig scheint ihm dagegen die Versorgung mit Breitbandinternet zu sein. Dort gebe es ausreichende Förderungen durch Bund und Freistaat. Auch in Sachen Standortfaktoren sieht der CSU-Politiker Handlungsbedarf. Die Umsetzung der Energiewende spiele hier eine Rolle oder auch die Gewährleistung der ärztlichen Versorgung. "Über die einzelnen Schwerpunkte werde ich mich noch im Wahlkampf abstimmen", hält er sich mit konkreten Aussagen etwas bedeckt.


Absolute Mehrheit schon im ersten Wahlgang

Sandro Kirchner setzte sich am Samstag bei der Delegiertenversammlung des CSU-Kreisverbandes Bad Kissingen / Rhön-Grabfeld gegen seine Mitbewerber Brigitte Meyerdierks (Bad Brückenau) und Martin Wende (Hammelburg) souverän durch. Emil Müller (Burkardroth) hatte kurz vor der Wahl seine Kandidatur zurückgezogen. Er habe den Eindruck gewonnen, dass "ein jüngerer Kandidat für einen Generationswechsel favorisiert wird". Von den abgegebenen 99 Stimmen erhielt der Diplom-Ingenieur aus Burkardroth bereits im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit von 52 Stimmen. Der CSU-Kreisverband nominierte somit ohne Stichwahl seinen neuen Stimmkreisbewerber für die Landtagswahl 2013.

Außerdem bestätigten die Delegierten, dass Karin Renner (Bad Kissingen) ein weiteres Mal um den Einzug in den Bezirkstag kandidieren wird. Seit 1990 übt die 64-Jährige dieses Mandat aus, seit 2005 ist sie die Behindertenbeauftragte für Unterfranken, seit 2008 stellvertretende Bezirkstagspräsidentin. Für sie ist vor allem der soziale Bereich von Bedeutung. "Die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft wird eine großes Thema in der Zukunft sein", gibt sie an. Sie versprach, sich neben sozialen auch für kulturelle Belange einzusetzen und weiterhin Investitionen für regionale Einrichtungen wie das Schloss Aschach, das Freilandmuseum Fladungen, das Fränkische Theater Schloss Maßbach und die Musikakademie Hammelburg zu sichern.