Die Regierung von Unterfranken hat den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Unterfranken im Jahr 2021 mit insgesamt 55,451 Millionen Euro gefördert. Die vom Bayerischen Landtag bereitgestellten Mittel wurden für Investitionen in neue Fahrzeuge, verbilligte Schülerfahrkarten und ÖPNV-Infrastrukturmaßnahmen eingesetzt. Durch Zuweisungen an die Landkreise und kreisfreien Städte wurden kommunale Projekte zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs gefördert, heißt es in einer Pressemitteilung der Regierung von Unterfranken.

Studie soll Mindereinnahmen ermitteln

Insgesamt bis zu 2,357 Millionen Euro bewilligte die Regierung von Unterfranken den Landkreisen Bad Kissingen, Haßberge, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt sowie der Stadt Schweinfurt für die Grundlagenstudie zur verkehrlichen und wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit einer Integration dieser Gebietskörperschaften in den Verkehrsverbund Mainfranken (VVM). Durch den gewährten Fördersatz von 90 Prozent übernimmt der Freistaat Bayern die finanzielle Hauptlast der Grundlagenstudie. In dieser Studie sollen insbesondere die durch den Verbundbeitritt entstehenden Mindereinnahmen ermittelt werden. Von dem bewilligten Förderbetrag konnten im Jahr 2021 rund 382.000 Euro zur Auszahlung freigegeben werden.

Mit rund 178.700 Euro förderte die Regierung von Unterfranken die jeweils im Jahr 2019 neu eingerichteten Bedarfsverkehre in den Landkreisen Main-Spessart und Rhön-Grabfeld. Mit dieser Förderung möchte der Freistaat Bayern gleichwertige Lebensbedingungen in allen Landesteilen sichern und die Erschließung im ÖPNV in allen Landesteilen ausbauen und die Fahrtmöglichkeiten ganztägig verbessern. Zu den förderfähigen Projekten gehören insbesondere flexible und bedarfsorientierte Bedienformen im ÖPNV und landkreisübergreifende Expressbusverbindungen.

Bürgerbusprojekte

Darüber hinaus hat der Freistaat Bayern zur Sicherung der gleichwertigen Lebensbedingungen ein Förderprogramm zur Unterstützung und Ausweitung von ehrenamtlichen Bürgerbusprojekten aufgelegt. Sofern diese Bürgerbusprojekte in den örtlichen ÖPNV integriert sind, kann die Anschaffung von Fahrzeugen, der Erwerb erforderlicher Fahrerlaubnisse zur Fahrgastbeförderung und die Organisation der Verkehrsangebote gefördert werden, heißt es in der Pressemeldung weiter. Die Regierung von Unterfranken förderte in diesem Rahmen zwei Bürgerbusprojekte mit einer Zuwendung in Höhe von rund 32.000 Euro. Zum 1. Mai 2021 konnte die erste landesbedeutsame Buslinie an den Start gehen. Diese verläuft von Gersfeld über Bad Neustadt a. d. Saale nach Coburg. Durch diese neue Buslinie soll der Bayern-Takt auf der Schiene durch zusätzliche Taktverkehre auf der Straße ergänzt werden, um zentrale Orte und Siedlungsschwerpunkte ohne Schienenanschluss systematisch mit dem Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zu verknüpfen. Die Regierung von Unterfranken konnte dem Landkreis Rhön-Grabfeld für die Betriebs- und Marketingkosten dieser Linie im Jahr 2021 insgesamt eine Förderung in Höhe von 288.600 Euro bewilligen.

Fahrgastzahlen gehen deutlich zurück

Auch im Jahr 2021 sind die Fahrgastzahlen aufgrund der Corona-Pandemie deutlich zurückgegangen. Vor allem auf den städtischen Linien war ein massiver Einnahmenrückgang zu verzeichnen. Zum Ausgleich der entstandenen Schäden hat der Bund und der Freistaat einen ÖPNV-Rettungsschirm aufgespannt. Den betroffenen Verkehrsunternehmen und Aufgabenträgern konnten hierdurch bis zu 100 Prozent der entstandenen Schäden ausgeglichen werden. Die Regierung von Unterfranken konnte insgesamt eine Billigkeitsleistung aus dem ÖPNV-Rettungsschirm von rund 14,519 Millionen Euro bewilligen. Um den Infektionsschutz bei der Schülerbeförderung zu verbessern, hat die Bayerische Staatsregierung beschlossen, zusätzliche Verstärkerbusse ab dem Schuljahresbeginn 2020/2021 zu fördern. Der Freistaat trägt dabei 100 Prozent der hierdurch entstehenden Mehrkosten. Den ÖPNV-Aufgabenträgern und den Aufgabenträgern für die Schülerbeförderung konnte im Jahr 2021 eine Förderung von 3,523 Millionen Euro bewilligt werden. Die Bayerische Staatsregierung hat bereits eine Verlängerung der Förderrichtlinie bis zu den Osterferien 2022 beschlossen.

Neue Fahrzeuge

Mit 5,146 Millionen Euro förderte die Regierung von Unterfranken die Anschaffung von 71 neuen Niederflurlinienbussen für den Öffentlichen Personennahverkehr. Zehn Fahrzeuge wurden mit Hybridtechnologie beschafft. Vier weitere Fahrzeuge werden rein elektrisch betrieben. Dafür investierten die unterfränkischen Unternehmer gut 17 Millionen Euro netto. Die Investitionen kommen vor allem den Fahrgästen mit behinderungs- oder altersbedingten Einschränkungen der Mobilität und Fahrgästen mit Rollstühlen und Kinderwagen zugute. Aber auch die Allgemeinheit profitiert von den modern angetriebenen Kraftomnibussen in Form verminderter Emissionen. Überwiegend wird die Förderung für den Austausch älterer Fahrzeuge des öffentlichen Personennahverkehrs gewährt.

Förderung für Schülerbeförderung

Die Schülerbeförderung bleibt die wichtigste Säule der ÖPNV-Finanzierung in Unterfranken. Für den Verkauf vergünstigter Zeitfahrkarten an Schüler, Studenten und Auszubildende entstehen den Verkehrsunternehmen regelmäßig Mindereinnahmen. Diese werden teilweise vom Freistaat Bayern ausgeglichen. In Summe erhielten die Unternehmen 2021 dafür 11,441 Millionen Euro. 11,171 Millionen Euro wurden den unterfränkischen Landkreisen und kreisfreien Städte als sogenannte ÖPNV-Zuweisungen bewilligt. Diese Zuweisungen werden von den Landkreisen und den kreisfreien Städten, denen die Aufgabenträgerschaft für den allgemeinen ÖPNV obliegt, nach eigenem Ermessen zur Verbesserung des ÖPNV verwendet. Sie sind ein finanzieller Ausgleich für die Planung, Organisation und Sicherstellung des öffentlichen Personennahverkehrs in den Kommunen und werden überwiegend für Verkehrsverbesserungen, Linienerweiterungen, Linienverdichtungen und Verkehrskooperationen eingesetzt. Die Höhe der ÖPNV-Zuweisung richtet sich nach den erbrachten Verkehrsleistungen, der Einwohnerzahl, dem finanziellen Aufwand und der finanziellen Leistungsfähigkeit der ÖPNV-Aufgabenträger sowie der Qualität und dem Bestand von Verkehrskooperationen im ÖPNV.