"Die Zinseinnahmen sind in den letzten Jahren so schlecht, dass fast nichts mehr geht" klagt Matthias Klement. Als Bürgermeister der Marktgemeinde Maßbach ist er automatisch auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Georg-Hofmann-Altenstiftung, deren Ziel es ist, bedürftige Seniorinnen und Senioren besonders aus dem Ortsteil Poppenlauer zu unterstützen. Da kommt ihm eine Spende der drei Maßbacher Solarstromgesellschaften in Höhe von 2000 Euro gerade recht.

Ilse Schwarz, die ehrenamtliche Geschäftsführerin der Solarstromgesellschaft Maßbach GBR, der 2. Solarstromgesellschaft Maßbach GBR und der Sonnenstrom Maßbach GBR übergab einen Spendenscheck in dieser Höhe an Matthias Klement und Marktgemeinderat Winfried Streit, den Geschäftsführer der Stiftung. Im Jahr 2006 hatten die etwa 80 Gesellschafter der zwischen 2003 und 2005 gegründeten drei Solarstromgesellschaften in ihren Gesellschafterversammlungen beschlossen, jeweils einer Einrichtung in der Marktgemeinde Spenden zukommen zu lassen.

Sie wollen sich damit für das Entgegenkommen der Gemeinde bedanken, die drei Dächer im Bauhof für eine symbolische Pacht von einem Euro pro Jahr für Bürgersolaranlagen zur Verfügung stellt. Bisher wurden unter anderem die Kindergärten in Maßbach und Poppenlauer, die Hauptschule in Maßbach, die Grundschule in Poppenlauer, die Kurzzeitpflege Erhard in Maßbach, der Förderverein Schwimmbad Maßbach, das Theater Schloss Maßbach und bereits einmal die Georg-Hofmann-Stiftung bedacht.

Georg Hofmann, nach dem die Stiftung benannt ist, wurde 1923 in Poppenlauer geboren. Sein Vater erbaute 1909 die Löwenbrauerei, die er im Jahr 1969 an die Nürnberger Tucher-Brauerei zunächst verpachtete und dann verkaufte. 1978 wanderte er in die USA aus und ließ sich in der Stadt Malton in der Nähe von Boston (USA) nieder. Bis 1992 pendelte er häufiger zwischen den USA und Deutschland hin und her, um sich um seine Mietshäuser und Gaststätten zu kümmern, die er im Lauf der Zeit verkaufte. Doch mit seiner Heimat blieb er auch danach stets verbunden.

Das drückte sich unter anderem dadurch aus, dass er dem FC Poppenlauer Flächen für die Errichtung des Fußballplatzes schenkte. Im Jahr 1994 gründete er die Georg-Hofmann-Altenstiftung. Zu den Beweggründen, warum er sie ins Leben rief, sagte er "ich wollte etwas in Poppenlauer hinterlassen, das an meine Familie erinnert".

In der Präambel zur rechtsfähigen öffentlichen Stiftung des bürgerlichen Rechts mit dem Namen "Georg-Hofmann-Altenstiftung" und Sitz in Poppenlauer schreibt Hofmann: "Im Bewusstsein, dass ich, Georg Hofmann, viele Jahre von Jugend an als Bürger in Poppenlauer gelebt habe und wegen der engen Verbindung mit meiner Heimatgemeinde, errichte ich diese Stiftung." Als Stiftungskapital brachte er 500 000 DM ein und stockte das Kapital mehrfach auf. Zweck der Stiftung ist die Unterstützung bedürftiger Senioren. Sie soll ihre Arbeit über die Zinserträge des Kapitals, das laut Satzung erhalten bleiben soll, finanzieren. Aber in den letzten Jahren waren die Zinsen extrem niedrig, sodass die Spende der Solarstromgesellschaften sehr willkommen ist, wie Matthias Klement betonte.

1995 wurde Georg Hofmann zum Ehrenbürger der Marktgemeinde ernannt. Letztmals besuchte er seine alte Heimat im Jahr 2009. Zwei Jahre später, Mitte Februar 2011, starb er wenige Wochen vor seinem 88. Geburtstag in seiner neuen Heimat in den USA.