"... ower unner Räichaboch is es bekanntesta. Weil: doa komme mir haar." - Mit diesen Worten stellte Moderator Arnold Nöth den Besuchern des Heimatabends "So klingt's in der Rhön" im Bad Bockleter Kursaal den Heimatort der Mitwirkenden vor, eben Reichenbach.

"Und doadävou gitt's in Daütschland jo ung'fähr 55 Stück ...", hatte Nöth zuvor ausgeführt. Ebenso wusste er auch zu berichten, dass die meisten der 55 Reichenbachs nur kleine Weiler und bäuerliche Ansiedlungen sind, denn gemeinsam mit seiner Frau hat er schon mehr als die Hälfte aufgesucht. Er meinte, dass nach dem großen Reichenbach im Vogtland und jenem an der Fils - von der Einwohnerzahl her - das Vorrhöner Reichenbach schon das drittgrößte sein dürfte.


Zum Mitmachen eingeladen

Diesmal waren die Reichenbacher sowieso die Größten, denn mit ihrem bunten und vielseitigen Programm unterhielten der Gemischte Chor, die Flötengruppe Betzer und die Volkstanzgruppe mit ihren Beiträgen das aufmerksame Publikum - und luden dieses gar zum Mitmachen ein. Mit fränkischer Art, "g'spielt g'sunge, getanzt und gebabb'lt", verstanden es die Mitglieder des "Sängerkranzes Reichenbach" aufs vortrefflichste, die Gäste zu unterhalten. Da spielten Vater, Mutter und Tochter Betzer flott und gekonnt schmissige Weisen auf Flöten und Gitarre. Sie ließen mit Menuett, Rheinländer, Mazurka, Hackschottisch und mehr erklingen, was urtümliche fränkische Volksmusik ausmacht.


Heimatliche Region verherrlicht

Die Männer und Frauen des Gemischten Chores unter der Leitung von Mirja Betzer verherrlichten in vierstimmigem Gesang die heimatliche Region. Sie erklärten gesanglich, warum sie gerne Feste feiern, mit viel Musik und Wein. Sie brachten auch das alte Lautenlied zu Gehör, in welchem von des Mühljung Liebesqualen und schlaflosen Nächten in der alten Mühle berichtet wird. Wie in längst vergangenen Zeiten sich das einfache Volk beim Tanze vergnügte und in geselliger Runde, ohne Disco und Tanztempel, seinen Spaß auf den Tanzböden der Dorfwirtschaften fand, das zeigten die Frauen und Männer der Volkstanzgruppe in mehreren überlieferten Rund- und Figurentänzen auf. Da flogen Beine, Frackschöße und plissierte Röcke in frohen Reigen bei der "Kreuzpolka" dem "Schneider-Schottisch" oder der andersartigen und mit slawischem Temperament sich darstellenden Mazurka. Bunte Bänder und weite Bewegungen im Kreise gab es dann zu sehen beim farbenfrohen Bändertanz, der die Paare am eingekreisten Bänderbaum sich immer näher kommen ließ.


Vielfarbige Trachten

In ihren vielfarbigen Trachten, die Frauen in der überlieferten, sogenannten "Werntal-Tracht", die Männer in ihren erneuerten Trachten nach alten Vorbildern aus dem Rhönmuseum in Fladungen, boten die Volkstänzer zusammen mit dem geordneten Flechtwerk der Bänder am Baum ein beeindruckendes Farbenspiel und Bühnenbild. Auch die weiteren Akteure trugen beim Auftritt die typische Reichenbacher Tracht. Ganz besondere Einlagen boten diesmal Mirja und Pia Betzer als Gesangs-Duett, begleitet von Thomas Betzer auf dem Flügel. Sie fungierten dabei als Vorsängerinnen sowie Animateure und luden das Publikum zum kräftigen Mitsingen ein.


Liedblätter verteilt

Textsicher gemacht durch zuvor verteilte Blätter, ließen sich die Besucher nicht lange bitten und stimmten lautstark in die bekannten Weisen wie "Das Wandern", "Am Brunnen vor dem Tore", "Der Mond ist aufgegangen" und "Kein schöner Land in dieser Zeit" mit ein.


Schwungvolles Potpourri

Den Schlussakkord hinter das Abendprogramm setzte diesmal der Gemischte Chor. Dieser ließ dann mit einem schwungvollen Potpourri, in einer vielfältigen Bearbeitung einer ganzen Reihe von Wanderliedern, am Flügel sehr variabel begleitet von Thomas Betzer, den Abend ausklingen.