Nie mehr müffelnde Sportsocken dank Nanosilber-Partikel! Das verspricht zumindest die Werbung. Elisabeth Edelmann hat sich daran gemacht, zu ergründen, was hinter dem Versprechen steckt. Dafür hat die Schülerin nicht die gebrauchten Strümpfe ihrer Klassenkameraden gesammelt, sondern sich Pipette und Petrischale geschnappt. Die Zwölfklässlerin hat sich für eine Seminararbeit an ihrer Schule dem Thema "Nanosilber und seine Wirkungsweise" gewidmet.
Mit dem Ergebnis hat sie ihren Lehrer zum Staunen gebracht und bei dem Wettbewerb "Jugend forscht" den ersten Preis abgeräumt.

Überraschendes ErgebnisI

n den Ferien hat sie sich regelmäßig den weißen Kittel übergestriffen und in dem Labor L&S AG in Bad Bocklet geforscht und beobachtet. "Man hört immer von den Sachen, in denen Nanosilber stecken, aber Genaues weiß man darüber nicht. Ich war einfach neugierig", sagt Elisabeth Edelmann vom Jack-Steinberger-Gymnasium. Was bei ihren Untersuchungen herauskam, hat nicht nur ihren Lehrer überrascht.

Krankenhauskeime in der Schale

Die antibakterielle Wirkung von Silber soll als Beschichtung Oberflächen in Krankenhäusern und Kühlschränken rein halten. Schweißgeruch soll mittels Nanosilber in Sportklamotten erst gar nicht entstehen. Aber, geht die Wirkung auf die kleinen Silberpartikel zurück oder auf die positiv geladenen Ionen? Und: Wirkt Nanosilber bei verschiedenen Bakterienstämmen anders? Eigentlich ist die Biotechnologie und die Mikrobiologie nicht gerade Elisabeths liebster Fachbereich. Die Schülerin hat sich eher auf den sozialen Zweig spezialisiert. Doch das Thema rund um das Nanosilber ließ sie nicht mehr los. "Ich bin skeptisch, was Nano-Produkte angeht", sagt Elisabeth. "Man hat keine Ahnung, was passiert, wenn die Partikel über das Wasser in Nahrungsmittel kommen." Das Risiko hinter der Technologie befeuerte ihre Neugierde.

Fortschritt in Forschung

"Es sind Versuche. Man weiß nie, was raus kommt", sagt Isabel Krebs vom Labor L&S. Sie hat die Schülerin betreut. Unter Aufsicht hat sie ihre Analyse mit Krankenhauskeimen und einem Darmbakterium aufgestellt. "Elisabeths Auswertung ist super gelaufen. Vom Versuchsansatz bis zur Durchführung", sagt Isabel Krebs. "Im Labor hat es Spaß gemacht. Es war interessant, dort mal alles gezeigt zu bekommen", sagt Elisabeth. Bei ihrer Analyse ist herausgekommen, dass das Nanosilber in geringerer Konzentration ähnlich stark wirkt wie das Silbernitrat. Wie es mit dem Untersuchungsergebnis von Elisabeth weitergehen kann, ist offen.

"Das ist Grundlagenforschung", sagt ihr Lehrer Frank Orlik. "Es muss noch mehr untersucht werden." Er ist aber schon jetzt stolz auf seine Schülerin. "Es ist nicht üblich, was Elisabeth geleistet hat. Normalerweise bestätigen die Untersuchungen von Schülern bestimmte Erkenntnisse." Umso mehr freut er sich, dass sie beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" in Obernburg den ersten Preis im Fachbereich Biologie mit nach Hause genommen hat. Gerade bereitet sie sich auf die nächste Ebene vor. Beim Bundesentscheid stellen die Jury-Mitglieder wieder viele Fragen. Am 25. März in Regensburg heißt es: Daumen drücken!