Der nächste "Wilde Sommer" steht in den Startlöchern. Vom 1. bis zum 3. Juli dreht sich im großen Festzelt am Wildfleckener Sportplatz fast alles um Musik. Er wird heuer von der Festgemeinschaft, bestehend aus Musikzug, Freiwilliger Feuerwehr und Sportverein, ausgerichtet. Die Veranstaltung ist traditionell Bestandteil des Saale Musicum.
Doch der "Wilde Sommer" ist weitaus mehr als ein klassisches Bierzelt-Fest. Los geht es am Freitag, 1.
Juli, um 20.15 Uhr mit der zweiten Auflage des "Rhöner Kirmesbattle". Der Titelverteidiger und "Kirmesbattle King", die traditionsreiche Kirmesgesellschaft aus Oberweißenbrunn, wird alle Hände und Füße voll zu tun haben, um den Pokal gegen die regionalen Kirmesgesellschaften verteidigen zu können. Schon bei der Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr hatte sich der "Kirmesbattle" besonders bei der Rhöner Jugend als wahrer Besuchermagnet herauskristallisiert.


Offener Wettbewerb

"Dieses Jahr haben wir einen offenen Wettbewerb. Das bedeutet, dass auch Teams mitmachen können, die keine echten Kirmesgesellschaften sind. Zum Beispiel Sportvereine, Musikvereine, Feuerwehren oder einfach lose zusammengewürfelte Mannschaften", sagt Steffen Fröhlich, Vorsitzender des Wildfleckener Musikzuges. "Anmeldungen werden jedenfalls weiterhin gerne angenommen", so Fröhlich, der sich noch voller Begeisterung an den letztjährigen Wettbewerb erinnert, als die Teams zum Beispiel beim spektakulären Kistenhochstapeln oder auch beim Maßkrugstemmen ihr Können unter Beweis stellten.


Kuriose Aufgaben

Welche kuriosen Aufgaben heuer zu bewältigen sind, ist noch geheim. "Es wird auf jeden Fall spannend." Ebenfalls am Freitagabend spielt die XL-Version der "Feierabänd". Fünf Musiker haben es sich zur Aufgabe gemacht, ein Leben lang Musik zu machen. Zwar nicht immer gemeinsam auf der Bühne, aber bei passenden Anlässen dann eben doch in größerer Besetzung. "Die ultimative Partyband wird sicherlich auch Vollgas geben", ist Fröhlich überzeugt.


Party und Stimmung

Bereits aus dem Vorjahr sind die "Partyvögel" den Wildfleckenern bestens bekannt. Die Alpenrock- und Partyband aus Würzburg wird am Samstagabend neben eigenen Songs auch die angesagten Hits aus Rock, Pop, Schlager und Volksmusik präsentieren. Das Ensemble wurde schon mehrfach in der Kategorie der besten Partybands in Deutschland ausgezeichnet und hat einige Awards abräumen können. Für die abendlichen Konzertveranstaltungen am Freitag und Samstag sind Einzel- oder Kombitickets verfügbar. Übrigens wird am Samstagabend das Spiel der deutschen Mannschaft live im Wildfleckener Festzelt übertragen. Das Konzert der Partyvögel beginnt daher schon um 20 Uhr.
Am Sonntag, dem abschließenden Festtag des "Wilden Sommers", ist der Eintritt durchgehend frei. Los geht es am Sonntag mit einer ökumenischen Andacht im Festzelt um 10 Uhr. Im Anschluss findet der traditionelle Frühschoppen statt, zu dem die "dead horse big band" aus Bad Neustadt anreist. Diese Formation spielt in traditioneller Big-Band-Besetzung mit Instrumentalisten und Sängern. Die Band bereichert das musikalisch-kulturelle Leben des Landkreises Rhön-Grabfeld seit einiger Zeit durch vielfältige Auftritte. An Wertungs- und Kritikspielen des Nordbayerischen Musikbundes nimmt die Band regelmäßig mit ausgezeichneten Ergebnissen teil. Die Musiker - teilweise Profis, aber auch ambitionierte Laien - engagieren sich in Nordbayern in diversen Auswahlorchestern, bei Fortbildungsmaßnahmen, als Dozenten und Dirigenten.
Der Sonntag soll vor allem auch Familien mit kleinen Kindern anlocken, denn ab 11 Uhr kommt der Circus Ikarus mit Hüpfburg, Bungee Run, Mega-4-Gewinnt, Minigolf und einem eigenen Spiele-Zelt. "Ganz bewusst ist der Sonntag auf die Familien ausgerichtet", so Fröhlich.
"Etwas ganz Neues beim Wilden Sommer gibt es am Sonntagnachmittag ab 13 Uhr", sagt der Musikzug-Vorsitzende. Erstmals wird in Wildflecken der Wettbewerb "Bock auf Blasmusik" ausgetragen. Vier Kapellen aus den unterschiedlichen Ecken der Rhön, aus Ostheim, Burkardroth, Breitenbach-Mitgenfeld und Wildflecken, messen sich in einem außergewöhnlichen musikalischem Wettstreit. "Welche Kapelle kann die fachkundige Jury und das Publikum bei Marsch, Polka, Walzer und einem modernen Musikstück am meisten überzeugen? Wir dürfen gespannt sein, wenn sich zwei Kapellen auf offener Bühne zum Duell begegnen", sagt Fröhlich. "Das ist durchaus etwas Ungewöhnliches und auch für uns vollkommenes Neuland."


Fast wie eine Castingshow

Es wird vier Wertungsrichter geben, die ihr Urteil spontan mit in die Höhe gehaltenen Tafeln kundtun. "Fast ein bisschen wie in einer Castingshow. Das Ganze geht alles sehr rasant über die Bühne", betont Fröhlich. Die Kapellen melden ihre Stücke erst unmittelbar vor dem Wettbewerb in einem verschlossenen Umschlag an. Die Reihenfolge kann noch spontan geändert werden. Nachdem das letzte Stück gespielt ist, steht der Sieger sofort fest. "Walter Gutmann wird den Wettbewerb moderieren und die Zuschauer über das Reglement informieren." Das dürfte interessant werden, denn der Wildfleckener Alt-Bürgermeister Gutmann ist bekanntermaßen ein echter Vollblutmusiker mit viel Erfahrung in Sachen Bühnenperformance.