"Viva la Heimat" hieß der rote Faden, den der gebürtige Bad Neustädter Mäc Härder auf der improvisierten Bühne spann. Das "Urgestein des fränkischen Kabaretts" ackerte sich mit schrägen Witzen, hyperventilierender Sprach-Akrobatik und Jonglage durch das zweistündige Programm, das auch von den aktiven Gästen aus Berlin oder Thüringen getragen wurde.

Den technisch bedingt holprigen Start nahm Mäc (Manfred) Härder gelassen hin - ganz Profi trat er dreimal vor den Vorhang, um mit Federschmuck und Indianer-Attitüde dem "weißen Mann" den Spiegel vorzuhalten. Nach diesem farbenfrohen Intro wurde sein Werbeplakat bzw. sein Anzug zum Aufhänger, denn der "Klatschmohn ist meine Lieblingsblume".


Wortlose Geselligkeit

Danach wurde Härders Auftritt zu einer losen, sich fast überschlagenden Aneinanderreihung von fränkischen Eigenarten wie die "Geselligkeit des Franken, die sich wortlos ausdrückt", von Dialekt-Varianten wie "Die Dad des Däders ist nicht zu dobben" oder stereotypen Vorurteilen wie das Treffen von einem Warsteiner, einem Erdinger und einem Bamberger in der Kneipe. Jeder bestellt sein "Heimat"-Bier, nur der Bamberger bestellt ein Apfelsaftschorle und meint auf Nachfrage: "Wenn ihr kein Bier trinkt, dann trink ich auch keins."
Gags und Slapstick - garniert mit einem kräftigem Schuss Selbstironie - bestimmten die Themen rund um den Franken, wobei auch die konzentrischen Kreise - sprich: Bayern - nicht verschont blieben. So wurde Söders Heimatmuseum in Nürnberg zum politischen "Running Gag", der mit Seehofers gefährlichen Ideen beziehungsweise einer abstrusen Chat-Diskussion garniert wurde. Der "Machwasdran" wurde zum fränkischen Gott der Resignation, der nur vom "Allmächt" der Nürnberger übertroffen wurde.


Szenen aus dem Alltag

Dazwischen streute Mäc Härder Szenen aus dem fränkischen Alltag, so wenn der Raucher sich beim Zigarettenkauf gegen die Glimmstängel mit der Aufschrift "Rauchen macht impotent" und lieber für "Rauchen ist krebsfördernd" entscheidet. Mit einem Schuss Standup-Comedy garnierte er seine "Einladung zu Muttis Frühlingsfest", wobei ein Gast mit Hilfe einer Perücke, herabhängenden Mundwinkeln und der bekannten, handgefertigten Macht-Raute "Mutti-Merkel" verkörperte.

Ausführlich widmete sich der Bamberger Kabarettist den lyrischen Grammatiklöchern in deutschen Schlagern, animierte zu einem "Kurgarten-Café-Chor", der das alte fränkische Volkslied "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" anstimmen durfte.

Dazwischen gab es einige Jonglagen, ein Hütchen-Spiel und eine Gymnastikeinlage mit Hullahup-Reifen, bei der sich Härder um akrobatische Komik bemühte und den Applaus mit einem breiten Grinsen und der gewollt ironischen Anmerkung quittierte: "Ich kann Mitleid von echtem Applaus unterscheiden."