Der Premiumwanderweg "Hochrhöner" beginnt in Bad Kissingen. Wer acht Kilometer geschafft hat, wird von der "Hermannsruh" oberhalb von Stralsbach mit einem tollen Blick auf die Schwarzen Berge belohnt. Deshalb richtet der Markt Burkardroth das Areal dort auf seine Kosten her.
Robert Reuscher (Naturpark Rhön) braucht viel Fingerspitzengefühl, eine ruhige Hand, einen Blick auf das Holz - und eine Kettensäge. Damit hat er das neue Eingangstor zur "Hermannsruhe" in etwa zwei Tagen "geschnitzt". Gekrönt wird es von zwei Eulen, als Symbol für Weisheit und Weitblick. Denn am Gebäude am Waldesrand lebt seit vielen Jahren ein Waldkauz. Als Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) die neue Außenanlage samt dem neuen "Tor zur Rhön" der Öffentlichkeit vorstellte, war der allerdings ausgeflogen.

Wie Waldemar Bug sagte, hat der Bad Kissinger Hermann Münnich (†), ein treuer Freund und Förderer von Stralsbach, das 2500 Quadratmeter große Grundstück samt dem Gebäude, dem Markt vor gut eineinhalb Jahren geschenkt. Die Familie Münnich habe hier viele Jahre verbracht, ihre fünf Söhne kamen hier zur Welt.
Hermann Münnich wollte die Immobilie nicht veräußern, sondern einem wohltätigen Zweck zuführen. Die Gemeinde nahm das Präsent an, da es sich in einem guten Zustand befunden habe, sagte der Bürgermeister. Die Arbeiten wurden vom eigenen Bauhof durchgeführt, unterstützt von der Grundschule Burkardroth, die 2012 als einzige im Landkreis und zum vierten Male als Umweltschule ausgezeichnet werden wird.
Eine Förderung als Leader-Projekt wollte man nicht haben, sagte Waldemar Bug, so "ersparen wir uns viel Arbeit" und sei nicht an Auflagen gebunden.

Angedacht ist eine Lösung für touristische Zwecke oder auch als "grünes Klassenzimmer", da der Schulwald und -lehrpfad gleich nebenan liegen.
Arbeiter richteten das Umfeld her, legten Wege an, schnitten die Obstbäume und stellten auf einer Aussichtsplattform eine Sitzgruppe auf, die der Rhönklub-Zweigverein gestiftet hat. Grundschulkinder aus Lauter schufen unter Leitung von Claudia Klaas einen Barfußlehrpfad.
Thomas Lemke vom Naturpark Rhön: "Wir wollten einen Erlebnispunkt haben, mehr als nur eine Bank." Außerdem musste ein Tor her, das Robert Reuscher gestaltet hat. 2013 sollen noch Infotafeln dazu kommen - nach Möglichkeit - und viele, viele Wanderer.