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Burkardroth
Mobilität

Burkardroth: Fahrrad statt Auto

Mit dem Fahrrad entlang der B286 nach Bad Kissingen fahren ist bislang gefährlich. Radler müssen sich die Straße mit Autos teilen. Das soll sich bald ändern.
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Entlang der B286 zwischen Platz, Waldfenster Lauter und Poppenroth soll fast bis nach Bad Kissingen ein Radweg entstehen. Foto: Johannes Schlereth
Entlang der B286 zwischen Platz, Waldfenster Lauter und Poppenroth soll fast bis nach Bad Kissingen ein Radweg entstehen. Foto: Johannes Schlereth

Fahrradfahren ist im Trend. Ein Bauprojekt im Landkreis Bad Kissingen setzt darauf, diesen Trend fortzuführen. Es geht um den Radwegbau entlang der B286 von Platz bis zur St2291 bei Bad Kissingen und Albertshausen. Dabei handelt es sich um einen Lückenschluss im Radwegenetz. Bei der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates Burkardroth war Alexander Schlegel vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt zugegen und informierte das Gremium über das Bauvorhaben. Denn rund fünf Kilometer verlaufen über die Gemarkung der Kommune.

Radweg entlang der B286: Unklarer Baubeginn

Die Arbeiten auf den insgesamt 12 Kilometern gliedern sich in vier Abschnitte. Zwei davon betreffen die Kommune. Wann die Bauarbeiten starten sollen, lässt sich noch nicht sagen. Schlegel verwies hier auf den zuvor notwendigen Grunderwerb. Nina Löhner, Pressesprecherin des staatlichen Bauamts, geht von einem frühestmöglichen Beginn im Jahr 2022 aus.

Ein Teil der Trasse soll auf bereits bestehenden Wegen des Marktes Burkardroth verlaufen, die der Bund in diesem Zuge noch auf drei Meter Breite ausbaut. Diese Abschnitte bleiben im Eigentum der Kommune. "Dabei handelt es sich um kombinierte Wege die sowohl von der Landwirtschaft, als auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden sollen", erklärte Schlegel gegenüber der Redaktion. Die Kosten für den Unterhalt bekommt die Kommune ersetzt. Neue Maschinen - etwa Schneepflüge - müsse die Kommune laut Bürgermeister Daniel Wehner (CSU) - dafür nicht kaufen. Diese Wege sollen eine Traglast von zehn Tonnen haben. Das gewährleistet der Aufbau mit einer acht Zentimeter starken Trag- und einer drei Zentimeter starken Deckschicht.

Radweg verläuft entlang der Bundesstraße: Das ist der Grund

Bei den komplett neuen Abschnitten, die dem Lückenschluss dienen, kauft der Bund die Grundstücke an und trägt die Bau- und Unterhaltslast. Dabei handelt es sich jedoch um rein Geh- und Radwege mit 2,5 Meter Breite.

Vom Ortsausgang in Waldfenster in Richtung Lauter verläuft der Weg auf knapp zwei Kilometern durchgängig entlang der B286. "Der Radweg muss von der Straße aus einsehbar sein, das gewährleistet soziale Sicherheit", betonte Schlegel.

Gemeinderat hat Sicherheit im Fokus

Beim Lauterer Kreisel sollen die Radfahrer dann die B286 über bereits bestehende Fahrbahnteiler queren. Gemeinderat Ariel Karwacki brachte für den Bereich des Kreisels eine Beleuchtung ins Spiel: "Wenn es dämmert, ist es ohne Licht dort grenzwertig für Radfahrer oder Fußgänger was die Sicherheit angeht."

Vom Kreisel aus läuft die Trasse dann auf der östlichen Seite der Bundesstraße weiter in Richtung Poppenroth. Die KG 15 bei der Abzweigung nach Stralsbach sollen Radler ebenfalls über die bestehende Verkehrsinsel queren. Entlang der Strecke in Richtung Stralsbach müssen zudem Erdbauarbeiten stattfinden, um auf ein Höhen-Niveau mit der B286 zu kommen.

Mehrarbeit versus Flächenfraß: Was wiegt mehr?

Das warf bei Gemeinderat Johannes Schlereth (zufällige Namensgleichheit mit dem Autor) die Frage auf, weshalb der Weg ab dem Lauterer Kreisel überhaupt die Fahrbahnseite wechselt. "Auf der anderen Seite der B286 haben wir bereits ein etwa gleiches Höhenniveau. Da können wir uns die Erdarbeiten sparen." Schlegel verwies darauf, dass bei der vorgestellten Variante weniger Fläche versiegelt werden würde. "Außerdem wäre es ansonsten schwieriger, die Bundesstraße zu überqueren. Beim Kreisel ist das einfacher und sicherer möglich." Die Sicherheit entlang der Strecke sei wichtig. "Wir haben in den Bereichen der Bundesstraße rund 5000 Autos am Tag, die dort mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind. Da setzen wir an und wollen mehr Sicherheit geben."

Laut Löhner dient der Radweg "als Verbindung der Orte an der B 286 sowie als Verknüpfung für alle einmündenden beziehungsweise querenden Radwege". Zudem soll durch das Projekt das Fahrrad als Alternative zum Auto attraktiver werden. Rathauschef Wehner äußerte sich noch in der Sitzung zum Vorhaben: "Ich bin sicher, dass es eine gute Sache wird. Auch wenn bislang noch offen ist, welche Umweltaspekte noch auftreten." Denn wenn es im weiteren Verfahren Einwendungen seitens des Naturschutzes gibt, müsse nachgearbeitet werden.

3,3 Millionen Euro soll der Radweg in seiner Gänze nach Schätzungen des Staatlichen Bauamts kosten.

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