Die Ortsumgehung hat Ewald Kiesel schon beschäftigt, als er 1972 neu in den Gemeinderat gewählt wurde. "Ende der 1960er Jahre sprach man von 5000 Fahrzeugen, die auf der B287 durch den Ort fuhren", erzählt er. Heute sind es doppelt so viele und auch in Zukunft wird die Verkehrsbelastung nach Einschätzung des Staatlichen Bauamtes zunehmen. Kiesel setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, dass Nüdlingen vom Durchgangsverkehr entlastet und eine Umgehungsstraße gebaut wird. Früher als Gemeinderat, jetzt als stellvertretender Sprecher der Bürgerinitiative Verkehrsentlastung Nüdlingen.

Langer Kampf für Umgehung

Für ihn, die übrigen Befürworter und die Anwohner sind es bange Tage bis zum 9. Februar. Dann stimmen die Nüdlinger in einem Bürgerentscheid darüber ab, ob der Gemeinderat der Planung des staatlichen Bauamts zustimmt. Sollte die Abstimmung gegen die Ortsumgehung ausfallen, käme das den Befürwortern einer Katastrophe gleich. "Nüdlingen ist der Ort an der B287 zwischen Hammelburg und Bad Neustadt, der am stärksten vom Verkehr belastet ist", sagt er.

Er denkt an die Anwohner, die dem Dreck und dem Lärm ausgesetzt sind. Feinstaub, Motorengeräusche und Abgase können nicht nur die Menschen krank machen, sondern setzen auch den Gebäuden zu. "Stellen Sie sich vor, Sie würden dort wohnen und könnten nicht einmal die Fenster aufmachen", sagt er. Er sieht die Häuser, die an der Hauptstraße leer stehen. Dass eine junge Familie freiwillig dort einzieht? Sicher nicht, meint Kiesel.