Bad Kissingen
Tourismus

Bad Kissinger Bahnhof als Welterbe-Anlaufstelle

Der Bahnhof soll künftig eine größere Rolle für Unesco-Besucher spielen. Die Stadt will den touristischen Busverkehr vom Tattersall-Parkplatz dorthin verlegen. Auch für das Gebäude gibt es erste Überlegungen.
Der Stadtbus- und überregionale Linienverkehr fährt den Bahnhof ohnehin schon an. Künftig sollen auch Reisebusse mit Touristen den Bahnhof ansteuern.
Der Stadtbus- und überregionale Linienverkehr fährt den Bahnhof ohnehin schon an. Künftig sollen auch Reisebusse mit Touristen den Bahnhof ansteuern. Foto: B. Borst

Wie geht es mit dem Bahnhof weiter, nachdem die Deutsche Bahn AG im Juli den Verkauf des Gebäudes überraschend doch noch gestoppt hat? Richtig konkrete Pläne und Absprachen gibt es zwar im Moment noch keine, aber von städtischer Seite bereits erste Ideen. Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) hätte gerne, dass die 1874 fertiggestellte, denkmalgeschützte Immobilie künftig eine größere Rolle beim Thema Welterbe spielt. "Die Tagestouristen wollen wir perspektivisch in Richtung Bahnhof orientieren", erklärt er.

Sprich die zentrale Anlaufstelle für Welterbegäste und Touristen wäre dann nicht mehr der Tattersall-Parkplatz sondern der Bahnhof. "Dort passt das Ankommen aus meiner Sicht auch viel besser hin", sagt Vogel. Dafür müssten noch entsprechende Busstellplätze am Bahnhof eingerichtet werden. Ein großer Vorteil aus Sicht des Oberbürgermeisters: Die dort anreisenden Gäste steigen bereits mitten in der Welterbe-Zone aus und laufen von dort in die Stadt weiter. Die zentralen Kuranlagen sind gute fünf Minuten Gehweg entfernt.

"Der Tattersallparkplatz hat seine Grenzen", begründet Vogel weiter. Wird der Busverkehr von dort wegverlegt, ließe sich die Parksituation für Autofahrer verbessern, die in der Stadt arbeiten oder dort Besorgungen und Einkäufe erledigen. "Vielleicht schaffen wir es, am Tattersallparkplatz noch ein paar Parkplätze für den Autoverkehr auszuweisen", hofft er deshalb.

Besucherzentrum vorläufig im Bahnhof?

Im Interview mit der Redaktion zieht der Rathauschef ausführlich Bilanz zum ersten Jahr Bad Kissingens als Unesco Welterbestätte. Darin unterstreicht er auch, dass der Welterbetitel ein wichtiges Argument war, um die Deutsche Bahn von der historischen Bedeutung des Bahnhofsgebäudes zu überzeugen. "Die Deutsche Bahn ist jetzt bereit, mit uns zusammen den Bahnhof zu entwickeln. Das Welterbe hat uns hier geholfen", betont Vogel.

Für die Nutzung des Bahnhofs hat der OB ebenfalls einen Vorschlag, den er bei der Deutschen Bahn anbringen will. Das Foyer hält er für gut geeignet, um darin das provisorische Welterbe-Besucherzentrum unterzubringen. "Wunsch beim Bahnhof ist es bei mir, dass wir es dort hoffentlich schaffen, mit dem DB-Vorstand Huber im Herbst einen Termin zu finden, damit er sich das einmal anschaut", sagt Vogel. Deutsche Bahn und Stadt könnten dann daran arbeiten, was mit dem Bahnhof künftig geschehen soll. "Da würde ich unsere Interimslösung gern einbringen", sagt Vogel.

Laut Kulturreferent Peter Weidisch ist das Interimskonzept als Vorgänger für ein endgültiges Besucherzentrum bereits durchgeplant. Sobald die Wahl für einen Standort getroffen ist, könne es realisiert werden. Das Alte Rathaus, in dem sich die Regionalvinothek befindet, komme als möglicher Standort für das provisorische Besucherzentrum in Frage, das Bahnhofsfoyer ebenso.

Anfang Juni wurde bekannt, dass die DB plant, den Bad Kissinger Bahnhof gegen Höchstgebot zu verkaufen. Dies wurde öffentlich scharf kritisiert. Anfang Juli beschloss der Bad Kissinger Stadtrat eine Veränderungssperre für den Bahnhof, um den Status Quo dort abzusichern. Zwei Wochen später verkündete die Bahn ein generelles Umdenken, was das Veräußern der verbliebenen 700 Bahnhöfe in DB-Besitz angeht. Damit war auch der Verkauf des Gebäudes in Bad Kissingen vom Tisch.