Die Turmgasse stellt die Techniker, die das Projekt Neue Altstadt planen, ganz gerne vor Herausforderungen. Da ist zum Beispiel das Feuertürmle, das im 14. Jahrhundert als Teil der Stadtmauer gebaut wurde. Bei den Voruntersuchungen für das Großvorhaben Kanalsanierung in der Altstadt stellten die Planer schon vor einigen Monaten fest, dass der Turm nicht gerade steht, sondern sich leicht nach Südosten neigt. Zudem gründet der Turm mit einem Fundament von vermutlich 1,50 Metern nicht allzutief im Boden. Wie der Kanal in der Turmgasse dann einmal saniert werden soll, daran wird immer noch getüftelt. "Da ist noch nichts entschieden", sagt Julian Hergenröther vom Projektteam des städtischen Tiefbauamts.

Risse auf der oberen Seite

Jetzt ist in dem sensiblen Bereich ein neues Problem dazugekommen, das schleunigst behoben werden muss. "Wir haben einen großen Schaden im Kanal nahe am Turm festgestellt. Wir wissen nicht, wie lange das noch hält", berichtet er. Der Schaden sei zufällig bei einer Kanalbefahrung im Sommer entdeckt worden. Das Kanalrohr ist auf einer Länge von etwa einem Meter auf der oberen Seite gerissen und droht einzustürzen. Der Kanal könnte dadurch verstopfen und Abwasser ins Erdreich gelangen. Im schlimmsten Fall unterspült das Abwasser den Kanal weiter, es entstehen Hohlräume, die das Rohr komplett zum Zusammenbruch bringen. "Um das zu verhindern, werden wir einen Kurzliner setzen lassen", erklärt der Bautechniker.