Seit vielen Jahren schon ist der Bahnhof Rupboden eine Brache. 2005 wurde die Strecke stillgelegt, die Gleise im Oktober 2016 abgebaut. Heute führt der Rhönexpress Bahn-Radweg direkt am Bahnhof vorbei. In einem Workshop mit der Bevölkerung sollte nun gemeinsam erarbeitet werden, welche Zukunft das Bahnhofsareal bekommt. Bürgermeister Matthias Hauke und Sebastian Schneider von der Firma Toponeo (Burgsinn), die schon das Gestaltungskonzept für den Radweg erarbeitet haben, hatten alle Interessierten zum Bahnhof eingeladen.

Der vorbeiführende Radweg solle in das Bahnhofskonzept eingebunden werden, erklärte Hauke. Letztlich gehe es darum, einen Ort für die Einheimischen und für Touristen zu schaffen, die auf dem Radweg durch Rupboden kommen. Die Workshop-Teilnehmer waren eingeladen, ihre Ideen und Visionen zu formulieren. Es galt zunächst die Vorschläge zu sammeln und in einem zweiten Schritt zu gewichten.

Online-Befragung vorab

Vorab gab es schon die Möglichkeit einer Online-Beteiligung, die bislang mit rund 80 Kommentaren versehen wurde. Diese wurden von Schneider als Grundlage genommen, um in Frage kommende Themenfelder zu skizzieren. Im ersten Schritt galt es die Zielgruppen zu definieren: Einheimische, Touristen und Naherholungssuchende aus der Region, Jung und Alt sowie Familien sollen von dem künftigen Bahnhofsareal profitieren.

Schneider bat die Workshop-Teilnehmer eine Hauptattraktion als Anziehungspunkt zu definieren. Um diese Hauptidee könnten dann weitere Projektideen angesiedelt werden. Dieses Hauptprojekt müsse eine Strahlkraft entwickeln und öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Als Beispiel nannte er den Pumptrack in Wildflecken.

Für das Bahnhofsareal in Rupboden kristallisierte sich letztlich heraus, dass eine gastronomische Einrichtung an erster Stelle steht. Als Beispiel wurden "Eventhütten" und "Beteiligungsgastronomie" genannt, in denen Vereine und Privatpersonen ihre Angebote ganzjährig offerieren könnten.

Gastronomie und Dorfplatz

Das Thema wurde im Workshop nicht zu Ende gedacht, den es gab auch kritische Stimmen, die Bürgerengagement auf lange Sicht nicht als realisierbar ansahen und sich für das Verpachten einer gastronomischen Einrichtung aussprachen. Dennoch bekam das Thema "Gastronomie" am Ende die meisten Stimmen, wenn auch die detaillierte Ausarbeitung noch geschehen muss.

Der Wunsch, dass das Bahnhofsareal eine Art Dorfplatz wird, wurde an zweiter Stelle genannt. Wie letztendlich ein Dorfplatz aussehen soll, was alles dazu gehört, das wurde noch nicht konkretisiert. Allerdings wurden eine ganze Reihe an Themenfeldern genannt, die am "Dorfplatz mit Gastronomie" angedockt werden könnten: Spielgeräte für Kinder, Outdoor-Fitnessgeräte für Erwachsene, Sitzmöglichkeiten und Liegen, ein Grillplatz, ein Barfußpfad und ein Kräutergarten. Genannt wurden auch eine Open-Air-Bühne für Standkonzerte, Theater und Kino.

Auch eine Draisine auf ehemaligen Schienen für Kinder wurde angesprochen, ebenso wie ein Wohnmobilstellplatz und Möglichkeiten, um Zelte aufzustellen. Obstbäume und eine naturnahe Bepflanzung waren weitere Punkte und natürlich Toiletten.

Den Charme erhalten

Geäußert wurde auch der Wunsch, das vorhandene Bahnhofsgebäude so zu sanieren, dass der Charme erhalten bleibt. Die noch vorhandenen Gerätschaften könnten in einer Art kleinem Museum untergebracht werden.

Hierzu wurde schon der historische Schienenbus-Beiwagen Anfang des Jahres nach Rupboden gebracht. Er soll restauriert werden und später als Museumswagen dienen, um an die sogenannte Sinntal-Bahnstrecke zu erinnern, die 1891 eröffnet wurde. Sie führte über rund 30 Kilometer von Jossa nach Wildflecken.

Die Ergebnisse des Workshops müssen nun in ein Konzept eingearbeitet werden. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass das Bahnhofsgebäude saniert, mit Wasser und Abwasser versehen werden muss.