Jonas Fries (23) ist ein junger Mann, der weiß was er will: "Den Familienbetrieb übernehmen und weiterführen", sagt er. Um seinen Traum zu realisieren, hat er die Meisterprüfung im Handwerk Maler und Lackierer abgelegt und zwar mit Auszeichnung. Für seine Leistungen hat er den Meisterbrief der Bayerischen Staatsregierung erhalten, was Vater Jochen Fries und Großvater Egon Fries besonders freut.

Dem Malerhandwerk ist Familie Fries in der vierten Generation verbunden. 1952 wurde der Betrieb von Gebhard Back, dem Stiefvater von Egon Fries, in Oberweißenbrunn gegründet. Heute ist der Betrieb in Unterweißenbrunn angesiedelt. 1970 übernahm Egon Fries die Verantwortung und gab sie 2013 an Sohn Jochen weiter.

Auf die Ausbildung von Lehrlingen wurde immer großer Wert gelegt. Seit Betriebsgründung wurden mehr als 25 Lehrlinge ausgebildet, fünf von ihnen wurden Innungsbeste bei der Gesellenprüfung. In den 1970er Jahren waren bis zu 16 Mitarbeiter bei der Firma Fries tätig, heute sind im Betrieb sieben Mitarbeiter beschäftigt, darunter drei Meister.

Prüfungsbester Maler

Die nächste Generation steht mit Jonas und Lukas Fries in den Startlöchern. Jonas Fries hat seine Ausbildung im Familienbetrieb absolviert. Er ist einer der Innungsbesten und schon als Lehrling erhielt er den Staatspreis für seinen hervorragenden Berufsschulabschluss. Die Meisterschule besuchte er von September 2019 bis Juli 2020. Er war Semesterbester und Prüfungsbester der Maler und Lackierer an der Josef-Greising-Schule in Würzburg.

Der Meistertitel berechtigt den Titel "Bachelor Professional" zu tragen, wobei es Jonas Fries nicht auf einen akademischen Titel ankommt. Er ist Handwerker mit Leib und Seele. "Wenn ich am Abend sehen kann, was ich geschafft habe, darauf bin ich stolz", betont er. Zufriedene Kunden, eine handwerklich saubere Arbeit und freie Hand selbst zu gestalten - das sind die Eckpunkte, die ihm am Maler- und Lackiererhandwerk Freude machen. Die Meisterprüfung sei sehr anspruchsvoll und umfangreich gewesen. "Ein Jahr wurde voller Einsatz abverlangt. Das geht nur mit familiärem Rückhalt. Die Anstrengung hat sich aber auf jeden Fall gelohnt." Sein Prüfungsthema war das Objekt eins fiktiven Immobilienmaklers, bei dem es sich um exklusives nachhaltig konzipiertes, wohngesundes Haus am See handelte.

Betriebsnachfolge gesichert

Da im vorigen Jahr keine Feier stattfinden konnte, gratulierten ihm anlässlich eines kleinen Treffens, das der Rhön-Grabfelder Kreishandwerksmeister Bruno Werner initiiert hatte, Innungsobermeister Stefan Neuhöfer, Unterfrankens Handwerkskammerpräsident Walter Heußlein und Bürgermeister Georg Seiffert. Wie Neuhöfer betonte, war schon zu Lehrlingszeiten erkennbar, dass Jonas Fries ein besonders Talent für das Malerhandwerk besitzt. In ihm habe kein Durchschnittlehrling gesteckt. Mit auf den Weg ins Berufsleben als Meister gab er ihm den Spruch: "Die größten Meister sind die, die nie aufhören Schüler zu sein."

"Junge Menschen haben im Handwerk Zukunft", davon ist Handwerkskammerpräsident Heußlein überzeugt und gratulierte Familie Fries, dass die Nachfolge im Familienbetrieb bereits gesichert werden konnte.