Bisher galt als eine der größten Unwägbarkeiten für das Bad Brückenauer Wasser ein ganz banaler Umstand: War es heiß, zog der Absatz kräftig an. Fiel der Sommer eher kühl aus, kauften die Kunden nur mäßig ein. In diesem Jahr aber ist alles anders. Die Schließung der Gastronomie im Frühjahr, die vielen gestrichenen Feste und die stark nachlassende Nachfrage aus dem Kantinengeschäft sind für die Staatliche Mineralbrunnen AG spürbar.

"Wir gehen für 2020 von einem deutlichen Absatzrückgang aus", schildert Vorstandsvorsitzender Ingo Violon den Tenor bei der Hauptversammlung der Aktionäre Ende August. Das Treffen fand, wie so vieles in diesem Jahr, nur virtuell statt. Die Entwicklung des Unternehmens im vergangenen Jahr, die dort besprochen wurden, ist aber durchaus erfreulich. "Insgesamt waren wir mit dem Geschäftsjahr 2019 sehr zufrieden", berichtet Vialon (Zahlen weiter unten), auch wenn es nach wie vor immer wieder Leergutengpässe, vor allem bei Glasflaschen, gebe.

Keine Dividende ausgezahlt

Um der steigenden Nachfrage nach Getränken, die in Glasflaschen verkauft werden, gerecht werden zu können, hat die Staatliche Mineralbrunnen AG im Frühjahr eine neue Anlage gekauft. Sie leistet das Füllen, Waschen und Palettieren der Glasflaschen. Etwa 3,5 Millionen Euro investierte der Abfüllbetrieb dem Vorstand zufolge in die Neuanschaffung. Das Unternehmen profitiert davon, dass immer mehr Menschen auf Getränke in Glasflaschen setzen. Allerdings geht Vialon davon aus, dass dies die Absatzverluste dieses Jahres nicht kompensieren wird.

Ursprünglich hatte der Vorstand den Aktionären vorschlagen wollen, wie in den vergangenen Jahren zwei Euro Dividende pro Aktie auszuschütten, um die Anteilseigner am Gewinn zu beteiligen. Dieses Ansinnen aber kam noch vor der Corona-Pandemie zustande. Die Aktionäre haben auf der Hauptversammlung beschlossen, auf das Geld zu verzichten. So bleibe der Jahresüberschuss vom vergangenen Jahr in Höhe von 720.000 Euro vollständig im Unternehmen, erklärt Vialon. Der Bilanzgewinn betrage insgesamt 2,187 Millionen Euro.

Aus dem Geschäftsbericht 2019:

Dividende Für das Geschäftsjahr 2019 erhalten die Aktionäre keine Dividende. Somit bleibt der Jahresüberschuss von 720.000 Euro vollständig im Unternehmen. Zuvor hatten die Anteilseigner vier Jahre lang jeweils zwei Euro pro Aktie bekommen.

Eigenkapital Das Eigenkapital erhöhte sich leicht auf 14, 835 Millionen Euro. Im Jahr 2018 waren es noch 14,821 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote blieb mit 71,3 Prozent nahezu unverändert (2018: 70,5 Prozent).

Gewinn Der Gewinn betrug 2,187 Millionen Euro und bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau wie im Geschäftsjahr 2017. Damals waren es etwas mehr als 2, 173 Millionen Euro.

Schulden Im Geschäftsjahr 2019 zahlte die Staatliche Mineralbrunnen AG weiterhin Schulden ab, sodass zum Jahresende nur noch 463.000 Euro an Kreditinstitute zurückzuzahlen waren.

Umsatz An beiden Standorten zogen die Umsatzerlöse leicht an. Der Abfüllbetrieb in Oberleichtersbach verkaufte Produkte im Wert von 14,761 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es rund 14,741 Millionen Euro. Das Tochterunternehmen Siegsdorfer Petrusquelle trug 7,894 Millionen Euro zum Umsatzerlös bei (2018: 7,570 Millionen Euro). Das ergibt zusammen 22,655 Millionen Euro.

720.000 Euro betrug der Jahresüberschuss der Staatlichen Mineralbrunnen AG im Geschäftsjahr 2019.

2,187 Millionen Euro betrug der Bilanzgewinn der Staatlichen Mineralbrunnen AG im Geschäftsjahr 2019.