Leichter Wind und Sonnenschein. Die Hitze der Tage war am Neustädter Haus kaum zu spüren. Am Sonntag Vormittag luden Dekan Dr. Matthias Büttner und Pastoralreferent Stephan Tengler zum ökumenischen Berggottesdienst ein. Die Natur und der Weitblick in die Rhön ließ nahezu vergessen, dass es in Pandemie-Zeiten keineswegs selbstverständlich ist, miteinander Gottesdienst zu feiern und zu singen.

Dank der gesunkenen Indizenzwerte war es kurzfristig möglich, diesen Gottesdienst zu organisieren. Dekan Büttner dankte den Wirtsleuten vom Neustädter Haus sowie dem Dekanatsposaunenchor Bad Neustadt, der unter Leitung von Christoph Schindler für die Musik sorgte. "Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit", war eine Hommage an die Schönheit der Natur und mit "Lobe den Herrn", wurde ein Lobpreis zur Ehre Gottes gesungen.

Thematisch haben Büttner und Tengler die Corona-Pandemie nicht ausgeklammert. "Lost" wurde Jugendwort des Jahres 2020. Unsicher, ahnungslos, verloren. "Die Jugendlichen durften viele Wochen nicht in die Schule, sie durften sich nicht mit Freunden treffen. Im Jahr eins der Corona-Pandemie  wurde unseren jungen Menschen viel abverlangt. Das Ergebnis: Sie fühlen sich "lost"! Verloren wie das einzelne Schaf in der Wüste", sagte Dekan Büttner.

Das Evangelium erzählte von Gott, der auch dem verlorenen Schaf nachgeht. Es soll Mut machen und Hoffnung, dass niemand in Gott "lost" ist. Verschiedene Beispiele brachte Büttner, von einer verlorenen Liebe, vom Verlust eines lieben Menschen und von Menschen, die sich wieder finden, die aus einem Verlorensein zurück ins Leben finden. "Gott sei Dank will Gott nicht, dass sich Menschen verlieren. Gott will nicht, dass Menschen verloren gehen", betonte Büttner und endete mit der Hoffnung, dass auch die jungen Leute, die sich im vergangenen Jahr in dem Jugendwort "lost" - verloren" zusammengefunden haben, diese erfahren werden.

Situationen, dass man sich verloren fühlt, verloren im Strudel negativer Gedanken und Emotionen, das haben viele Menschen schon erlebt. Stephan Tengler sprach in den Fürbitten bewusst für alle Menschen, die sich überfordert fühlen, die etwas Wichtiges im Leben verloren haben, die sich nach Halt und Akzeptanz sehnen. So wurde der Berggottesdienst am Neustädter Haus zu einem Gottesdienst, der Ermutigung schenkte und die Zuversicht, dass jeder Einzelne mit seinem Schicksal Gott nicht egal ist.