Um den neuen Gemeinderäten einen Einblick in das Thema "Sanierung der Wasserversorgung" zu geben, lud Bürgermeister Matthias Hauke zur Ortsbesichtigung zum Hochbehälter Detter ein. Es sei sicherlich leichter künftige Entscheidungen zu treffen, wenn die Gemeinderäte die Problematik vor Ort gesehen haben. "Es wird klar, wie ernst die Lage ist", so der Bürgermeister. Der Hochbehälter Detter, sei baugleich mit dem Hochbehälter von Weißenbach. Beide Bauwerke stammen aus den 1930er Jahren und entsprechen nicht mehr den aktuellen hygienischen und baulichen Anforderungen.

Behälter ist undicht

"Es gibt keinen Strom, nur einen Batteriebetrieb", zeigte der Bürgermeister die Probleme auf. "Es ist kurz vor 12". Zwar werde die Wasserqualität, aufgrund des Zustands der Behälter regelmäßig kontrolliert, doch dass dringender Handlungsbedarf gegeben sei, sei offenkundig, sagte Hauke. Eine Sanierung der Hochbehälter mache keinen Sinn, das gebe die Bausubstanz des undichten Behälters nicht her. Außerdem sei die Lage des Hochbehälters ungünstig, es könne nicht genügend Wasserdruck aufgebaut werden.

Statt der Versorgung über Hochbehälter sollen Detter, Weißenbach und Roßbach künftig miteinander verbunden und über eine Drucksteigerungsanlage direkt aus der Wasseraufbereitungsanlage Detter, je nach Bedarf, mit Trinkwasser versorgt werden. Doch dazu sei die bisherige Anlage nicht ausgelegt. Bei der  Besichtigung des Maschinenhauses zeigte der Bürgermeister, die dortigen Probleme auf. Auch hier sei die Gebäudesubstanz nicht mehr die Beste, das Gebäude sei insgesamt zu klein dimensioniert und entspreche nicht den Unfallschutzvorschriften. Ein Problem sei außerdem der Standort und die Zufahrt vor allem bei Schnee und Eis. Aus diesen Gründen sei ein neuer Standort an der Ecke Niederdorfstraße/ Brunnberg für ein neues Maschinenhaus ins Auge gefasst worden. Das entsprechende Grundstück habe die Gemeinde schon erworben.

Gegenseitige Ergänzung geplant

Die neue Wasserversorgungskonzeption sehe außerdem eine Kombination mit dem der Zeitlofser Versorgungsanlage vor, um eine gegenseitige Ergänzung zu erzielen. Die Margarethenquelle, die Weißenbach und Detter mit Trinkwasser versorge, leide vor allem in den Sommermonaten. Der Bürgermeister sprach von einer rückläufigen Schüttung, weshalb die Menge für Trinkwasser in der Vergangenheit schon reduziert werden musste. Durch eine Verbindung mit der Zeitlofser-Anlage könnte hier für eine Entlastung gesorgt werden. Beide Wässer seien miteinander kombinierbar, das sei schon getestet worden. Umgekehrt könne aber auch die Margarethenquelle die Zeitlofser Versorgung unterstützen, damit weniger Wasser nach Roßbach gepumpt werden müsse. Dies sei aber nur in Zeiten mögliche, wenn die Schüttung der Quelle genügend überschüssiges Wasser hergebe. Hauke zeigte die Vorteile einer kombinierten Anlage auf, um Versorgungsengpässe gegenseitig auszugleichen. "Dann könnten wir die Quelle im Sommer schonen."

Der Haushalt

Kämmerer Lothar Schöppner stellte den Gemeinderäten in der Sitzung die Haushaltslage des Marktes Zeitlofs für das Jahr 2020 vor. Die notwendigen Beschlüssen wurden gefasst, damit ist die Gemeinde handlungsfähig. Der Haushaltsansatz des Verwaltungshaushaltes hat sich mit 4 484 200 Euro gegenüber dem Vorjahr um 31 750 Euro erhöht. Als Zuführung zum Vermögenshaushalt ist ein Betrag von 1 091 125 Euro vorgesehen.

An Einnahmen werden Steuereinnahmen in Höhe von 1 169 000 Euro erwartet, der Einkommenssteueranteil liegt bei 1 047 200 Euro, der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer bei 54 000 Euro. An Schlüsselzuweisungen werden 933 400 Euro erwartet. Die Gewerbesteuer wird auf 950 000 Euro geschätzt, im Vorjahr waren es 1 024 882 Euro.

Auf der Ausgabenseite stehen Personalkosten in Höhe von 1 187 400 Euro, Verwaltungs- und Betriebsaufwand in Höhe von 1 207 575 Euro sowie Zinsen, Gewerbesteuerumlage und Kreisumlage in Höhe von 2 055 225 Euro.

Die Wassergebühr steigt von 1,70 Euro pro cbm in 2019 auf 2,10 Euro in 2020. Die Kanalgebühr sinkt von 3,15 Euro pro cbm auf 2,60 Euro in 2020. Unverändert bleiben die Hundesteuer, die Bestattungsgebühren, die Benutzungsgebühren für die Kegelbahn und die Turnhalle sowie die Kindergartengebühren und Schulkind- und Kleinkindbetreuung.

Keine neuen Kredite erforderlich

Der Vermögenshaushalt schließt mit 2 515 500 Euro ab. Eine Kreditaufnahme ist wie schon im Vorjahr nicht vorgesehen. 129 000 Euro sind für Kredittilgungen eingeplant, so dass der Schuldenstand am Ende des Jahres 2020 voraussichtlich bei 806 376 Euro liegen wird. Bei einer Einwohnerzahl von 2059 sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung von 455,34 Euro um 63,70 Euro auf 391,64 Euro.

Die allgemeine Rücklage betrug Ende des vergangenen Jahres 553 848 Euro und soll Ende diesen Jahres 551 593 Euro betragen.

Schulsanierung ist größter Brocken

An Investitionen sind vorgesehen Hardware-Anschaffungen, Büroausstattung für einen Techniker und Beschaffungen für die gesamte Verwaltung in Höhe von 47 500 Euro, für die Feuerwehren stehen 60 000 Euro im Haushalt, ein Feuerwehrfahrzeug für Rupboden ist mit 170 000 Euro für 2021 vorgesehen. Die Sanierung der Grundschule Zeitlofs mit Baunebenkosten und dem Ausweichquartier ist mit 622 500 Euro auf der Ausgabenseite aufgenommen. Hier werden allerdings Zuwendungen erwartet, die mit 305 000 Euro beziffert sind. Für die Ausstattung von Kindergärten sind 7500 Euro in Haushalt eingestellt, für die Außenanlage des Kindergartens in Weißenbach zusätzlich 40 000 Euro.

Fortgeschrieben wurde auch der Finanzplan für die folgenden Jahre bis 2023.