Die Freiwillige Feuerwehr Motten ist wichtig für den Ort, dies belegten die Jahresberichte von Erstem Vorstand Rudolf Will und Erstem Kommandanten Andreas Möller. Ob Preisschafkopf, Prozessionen bei kirchlichen Veranstaltungen oder das Ferienprogramm, die Feuerwehr leistet über das ganze Jahr verteilt einen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben. Zudem hatte sie 14 Einsätze im vergangen Jahr zu leisten. Viermal mussten die Floriansjünger zu Bränden ausrücken. Drei Jugendliche haben ihre Truppmannausbildung absolviert. Auch mit dem Schaumtrainer wurde geübt: "Eine schöne und lehrreiche Sache", sagte der Kommandant.

Ein "Vergelt´s Gott" sagte der stellvertretende Landrat Emil Müller (CSU) für den geleisteten Dienst. Er sei gerne vor Ort präsent, um die Wertschätzung für das Ehrenamt zum Ausdruck zu bringen. Durch die Einsätze und die Vereinsveranstaltungen sei die Feuerwehr "ein wichtiges Glied der Dorfgemeinschaft". Sie sei überdies ein "Garant, dass wir sicherer und beruhigter durchs Leben gehen können." Dass diese Tradition weitergeführt wird, sichere die Nachwuchsarbeit. Ehrenamt sei keine Selbstverständlichkeit. Gerade in der heutigen Zeit schwinde die Bereitschaft, sich lange an ein Amt zu binden.

Umso mehr freute er sich, langjährige Feuerwehrmitglieder mit silbernem und goldenem Ehrenzeichen zu würdigen. Für 25-jährige und 40-jährige Mitgliedschaft wurden elf Kameraden geehrt (siehe Info-Kasten). Sabrina Rosenberg und Thomas Statt sind für die nächsten drei Jahre die neuen Vertrauensleute.

Gerätewart Fabian Schneider berichtete von drei Atemschutzübungen in Oberthulba und einem Einsatz unter Atemschutz. Elf Jugendliche befinden sich derzeit in Ausbildung, zwei absolvieren ihre Truppmannausbildung. Im vergangen Jahr konnten drei Jugendliche in den aktiven Dienst übernommen werden, sagte Jugendwart Rene Matzke. Anna-Lena Larbig, Leiterin der Helfer vor Ort- Gruppe (HvO), gab Statistisches bekannt. Zu 49 Einsätzen waren sie 2018 gerufen worden, davon 16 außerhalb der eigentlichen Dienstzeit. Im Durchschnitt waren sie elf Minuten vor dem Rettungsdienst vor Ort. In einem Fall kam der Rettungsdienst erst 25 Minuten nach den HvOlern an. Auf Grund der schlechten Anbindung sei die Alarmierung für die Mottener HvOler nun umgestellt. Einsätze dürfen nun auch ohne Notarzteinsatz geleistet werden. Bislang durften die HvOler nur ausrücken, wenn Notarzt und Rettungsdienst gefordert waren. Ein HvO-Ausbildungstag fand in Bad Brückenau statt und die Rezertifizierung stand an. Die HvO-Gruppe ist zwar an die Feuerwehr angegliedert, doch nicht deren Kernaufgabe. Daher erhalten Helfer vor Ort für Einsätze keine Entschädigung. Larbig wandte sich an Emil Müller mit der Bitte, dies bezüglich der angesprochenen Wertschätzung des Ehrenamts "im Auge zu behalten".

"Mit erhobenem Zeigefinger" betonte Kreisbrandinspektor Marco Brust die Wichtigkeit der Ausbildung zum Atemschutzträger sowie der nötigen arztmedizinischen Untersuchung G26.3. Sollte die Mottener Wehr nicht über ausreichend Atemschutzträger verfügen, müsse der Atemschutz für Motten abgemeldet werden. Auch die Ausbildung im Digitalfunk sei "enorm wichtig". Die Digitalalarmierung sei nicht vor 2022 möglich. Anna-Lena Larbig hatte die Alarmierung über das Handy als nicht immer zuverlässig angemahnt. Die hohe Anzahl an treuen Mitgliedern sei für den Ersten Kommandanten erfreulich - er könne "auf Erfahrene zurückgreifen".

Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) beglückwünschte die Geehrten und dankte für ihr Engagement. Mit dem noch im Dezember erhaltenen neuen Feuerwehrfahrzeug TSF-L sei die Wehr "deutlich besser aufgestellt". Das Dach des Feuerwehrgerätehauses ist bereits neu gedeckt, den Anbau habe das Gemeindeoberhaupt "auf dem Schirm".

Schriftführer Hubert Mehler gab Informationen zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bekannt. Da die Mottener Wehr weder eine Homepage habe noch bei Facebook angemeldet sei, bestehe hier kein Handlungsbedarf. Laut Satzung sei der Feuerwehrverein im öffentlichen Raum tätig. Hier sei die Verbreitung von Fotos "statthaft", es stelle keine Verletzung der persönlichen Rechte dar.

Kassier Thorsten Schreiner verlas den Kassenbericht. Das finanzielle Polster konnte die Feuerwehr Motten im vergangen Jahr leicht ausbauen, wobei noch Folgerechnungen aus 2018 zu bezahlen sind. Die Kassenprüfer Dieter Schneider und Sebastian Bös hatten keine Beanstandungen, der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Ehrungen

Das silberne Ehrenzeichen für 25-jährige Mitgliedschaft erhielten Thomas Statt und Manuel Statt. Für 40 Jahre bei der Feuerwehr wurden mit dem goldenen Ehrenzeichen ausgezeichnet: Burkard Kraft, Peter Bös, Robert Hanke, Ludwig Iller, Hubert Mehler, Manfred Will, Peter Wirsing, der Erste Vorsitzende Rudolf Will und der Erste Kommandant Andreas Möller.

INFO

Die Feuerwehr Motten zählt 159 Mitglieder. Unter den 74 Aktiven sind 58 Feuerwehrmänner, und sechs Feuerwehrfrauen. Elf Jugendliche machen derzeit ihre Ausbildung. Außerdem sind 13 Helfer vor Ort Teil der Feuerwehr.