"500+1 Jahr" werden dieses Jahr auf dem Maria Ehrenberg gefeiert. Das große Jubiläumsfest musste pandemiebedingt um ein Jahr verschoben werden. Das Jubiläum wurde bewusst nicht am Hochfest Maria Himmelfahrt am 14. und 15. August gefeiert, sondern am ersten Juli-Wochenende.

Als Ehrengast kam Bambergs Erzbischof Ludwig Schick zum Gottesdienst am Sonntag. Er hatte schon vor ein paar Jahren zugesagt, diesem Festgottesdienst vorzustehen. Umso größer war die Freude, dass es nun so weit war. Herzlich begrüßte Diakon Kim Sell den Erzbischof auf dem Heiligen Berg.

Schick sei mit Maria Ehrenberg so eng verbunden wie fast kein anderer Bischof. Kannte er den Wallfahrtsort doch schon zu Studienzeiten in Fulda seit dem Jahr 1969. Später, während seiner 22-jährigen Tätigkeit als Seelsorger in Rothemann, begleitete er viele Wallfahrten auf diesen Heiligen Berg.

Bevor Schick zum Erzbischof von Bamberg ernannt wurde, war er Generalvikar und Weihbischof im Bistum Fulda. "Auf dem Maria Ehrenberg habe ich geistliche und geistige Wohltaten erfahren", sagte Schick.

Gefeiert wurde am Freialtar. Die Figur der Madonna, die sonst nur zur Vigilfeier am Vorabend von Maria Himmelfahrt in der Nische oberhalb des Freialtars steht, wurde eigens zu diesem Anlass nach draußen gebracht. Die Sonne lachte vom Himmel herunter, so dass die Gläubigen die Schattenplätze am Rande des Freigeländes suchten.

Plätze vor dem Freialtar kaum belegt

Der Erzbischof hatte Verständnis, dass die Sitzreihen vor dem Freialtar nur spärlich belegt waren. "Ich freue mich, auch wenn es vorne etwas leer ist. Die Sonne ist heiß und wir sollen da den Gottesdienst so erfüllt mitfeiern können, dass wir vom Maria Ehrenberg etwas mitnehmen können."

Wunderschöner Wallfahrtsort

Wenn man sich die Geschichte von Maria Ehrenberg seit 500 Jahren veranschauliche, dann spüre man, wie stark und widerstandsfähig der Glaube sei. Maria Ehrenberg sollte immer wieder geschlossen werden. "Der Glaube und die Gläubigen haben sich immer wieder durchgesetzt und deshalb ist dieser Ort ein wunderschöner Wallfahrtsort, der so vielen Menschen etwas gibt, für ihre Seele und ihren Geist. Der Glaube ist stark, und er wird weiterleben und bestehen, auch wenn es manchmal schwierig scheint mit Glauben und Kirche."

Maria, die Mutter der Barmherzigkeit, bringe Hoffnung und Zuversicht zu den Menschen. Das spürten Pilger seit 500 Jahren auf dem Maria Ehrenberg, das habe ihnen Trost gegeben.

Schick fasste das Herzstück dieses Gnadenortes in Worte: "Wie viele haben hier ihr Herz ausgeschüttet in schweren Nöten, persönliche, familiären, beruflichen, aber auch gesellschaftlichen. Sie haben hier Trost und Kraft erfahren und konnten so, auch wenn sich das Leben nicht einfach verändert, mit dem Leben besser umgehen. Sie sind mit Hoffnung von hier ins Leben zurückgekehrt und konnten das Leben meistern. Diese Tradition, dieser Glaube, diese Kraft, die muss erhalten bleiben. Maria Ehrenberg muss erhalten bleiben. Gerade jetzt brauchen wir diese Sicht der Hoffnung und Stärke."

Im Weiteren sprach Schick über derzeit schwierige Situationen, die seiner Ansicht nach Folgen von Gottlosigkeit seien. Gottlosigkeit führe zu Unbarmherzigkeit. Ob die direkten Kriegshandlungen in der Ukraine, die Hungersnöte in deren Folge oder die Klimaerwärmung, Missbrauch, Kinderpornografie, Korruption bei der Beschaffung von Masken oder gefälschte Abrechnungen für Corona-Tests.

Gottlosigkeit für Schick Ursache von Krise

Dies alles seien Dinge, die die Gesellschaft zerrütten und zerstören. Es seien Handlungen in Folge von Gottlosigkeit. "Der Maria Ehrenberg ruft dazu auf, mit Gott verbunden zu leben und selbst barmherzig zu sein - ein gutes und weites Herz füreinander zu haben."

Dem Festgottesdienst am Sonntag ging am Samstagabend ein Festakt voraus. Eine Abordnung des Heeresmusikkorps 12 der Bundeswehr aus Veitshöchheim spielte auf. Es war ein fröhlicher Abend, mit viel Musik. Am Ende wurde getanzt.

Festredner war der stellvertretende Landrat Emil Müller, der zwar selbst kein Wallfahrer sei, aber umso besser aus Sicht eines Gastgebers für Wallfahrer in der Rhön sprechen konnte.

Vorgestellt wurde das Buch, das anlässlich des 500-jährigen Bestehens der Wallfahrt zum Maria Ehrenberg herausgegeben wurde. Oberstleutnant Kai Schulze, Leiter der Truppenübungsplatzkommandantur Wildflecken, betonte die Besonderheit des Maria Ehrenbergs. Es sei wohl weltweit einmalig, dass auf einem Truppenübungsplatz eine Wallfahrtskirche steht, zu der die Bevölkerung Zugang habe. Schulze gab seiner Verbundenheit zum Maria Ehrenberg Ausdruck.