Viel Geduld brauchen die Verantwortlichen im St.-Johannis-Zweigverein Oberweißenbrunn, die Eltern und das Kindergartenteam in Punkto Kindergartenneubau und -sanierung. Nicht nur weil die Corona-Pandemie Planungen und Abstimmung vor Ort schwieriger machte, sondern vor allen wegen einer immer wieder erforderlichen Neuplanung. Vorsitzende Ivonne Benkert umriss die Entwicklungen seit 2019 und blickt hoffnungsvoll in die  Zukunft, dass das Kindergartengebäude letztlich doch noch erweitert und modernisiert werden kann.

Weitere Stockwerke kamen nicht in Frage

Zunächst war vorgesehen das Gebäude aufzustocken. Der Betrieb wäre auf drei Stockwerke verteilt worden. Vor dem Hintergrund, dass die Kellerdecke für eine Aufstockung nicht geeignet ist und mittels Stahlträger hätte ertüchtigt werden müssen, lehnte der Stadtrat diesen Vorschlag ab. Auch wurde der Kindergartenbetrieb über drei Stockwerke als kritisch angesehen.  In weiteren Gesprächen mit der Stadt kam Anfang des Jahres 2020 der Vorschlag auf, das Gebäude im Bestand mit einer möglichen Erweiterung in Richtung des Spielhofes zu sanieren. Es wurde ein Konzept ausgearbeitet, eine Planung und Kostenschätzung erstellt, die mit 1,2 Millionen Euro als zu teuer und nicht realisierbar abgelehnt wurde. Hinzu kamen gesetzliche Veränderungen bezüglich der Hortbetreuung. Grundschüler haben vermutlich spätestens ab dem Jahr 2025 einen Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung.

Da die Stadt Bischofsheim diese Hortbetreuung zentral für alle Grundschüler anstrebe, fielen die Schulkinder aus der Planung des St.-Johannis-Zweigvereins raus. Sobald es den Rechtsanspruch gibt, sollen in den Kindergärten keine Grundschüler mehr betreut werden. Nun musste die Planung mit niedrigeren Kinderzahlen neu überarbeitet und mit der Stadt Bischofsheim sowie mit den zuständigen Stellen bei der Regierung von Unterfranken und dem Landratsamt Bad Neustadt abgestimmt werden. Die Vorprüfung an der Regierung stehe nun als nächster Schritt an. Ivonne Benkert ist zuversichtlich, dass für den Kindergarten Oberweißenbrunn eine gute und zukunftsfähige Lösung gefunden werden kann. "Jeder von uns hat viel Energie und Zeit investiert und immer wieder musste man alles in den Boden stampfen und den Kopf wieder freimachen und neu denken", beschreibt sie die Herausforderung.

Einen ganz besonderen Dank richtet sie an Bernhard Eisenmann, den Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates Oberweißenbrunn. "Ohne seine tatkräftige Unterstützung wären die Planungen heute sicherlich nicht da, wo sie jetzt sind. Er hat uns an Tiefpunkten immer wieder motiviert weiterzumachen und uns einzubringen, hat im zweiwöchentlichen Rhythmus bei der Stadt nach dem aktuellen Stand gefragt, und auch das ein oder andere kritische Gespräch mit dem Bürgermeister geführt."

Neben dem Hauptthema der Zukunft des Kindergartengebäudes berichtet Ivonne Benkert über die Herausforderungen, die Corona für den Kindergartenbetrieb mit sich brachte. Unzählige Gespräche und Abstimmungen mit dem Gesundheitsamt, Landratsamt, Personal und den Eltern waren zu führen, kurzfristige Entscheidungen mussten getroffen werden. Immer wieder gab es neue Anordnungen, die oft kaum Zeit zum planen ließen. Notbetrieb, eingeschränkter Regelbetrieb, Gruppenzusammensetzungen, die Herausforderungen nahmen schier kein Ende.  "Es ist immer wieder erstaunlich mit welcher Gelassenheit die Kinder das alles hinnehmen, wir Erwachsenen nörgeln, die Kinder nehmen vieles einfach hin und machen das Beste aus der ganzen Situation", konnte Benkert feststellen.

Herausfordernde Corona-Zeit

Ihr besonderer Dank galt der Kindergartenleitung Christina Abert. "Sie hat auch in diesen schwierigen Zeiten wieder vieles abgeklärt und nachgefragt und mir die nötigen Infos zusammengestellt. Denn auch ich bin nur ehrenamtlich tätig, gehe Teilzeit arbeiten und habe meine Kinder im Homeschooling zu betreuen." Fortgeführt wurde die Zusammenarbeit mit den Trägern der anderen Kindergärten im Stadtgebiet. Ein großes Thema im Jahr 2020 war die Anpassung der Elternbeiträge auf ein einheitliches Niveau  diese Umsetzung erfolgte zum 1. Januar 2021. Das Projekt ferienfreie Schließzeit werde fortgeführt, wenngleich es in 2020 aufgrund von Corona kurzfristig ausgesetzt werden musste.