Sie haben geschafft, wovon so viele träumen. Jetzt sind sie in Deutschland - und beziehen erst einmal Quartier am Fuße des Volkersbergs. Etwa 30 Flüchtlinge aus der Ukraine, dem Kosovo, Syrien und Äthiopien sind Anfang der Woche in Volkers angekommen. Etwa die Hälfte von ihnen sitzt im Aufenthaltsraum im Berghof Rhön. Das ehemalige Hotel wurde von der Regierung von Unterfranken als Gemeinschaftsunterkunft angemietet. Jetzt beginnt das Warten auf die Anerkennung als Flüchtling und eine Zukunft in Deutschland.

Flüchtlinge wollen Deutsch lernen

Die Augen der Flüchtlinge sind wach. Wachsam bei manchen. Hoffnungsvoll bei anderen. "Hello everybody", begrüßt sie Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). "Wir wussten nicht, wer kommt. Wir wussten nicht, wann Sie kommen. Wir wussten gar nichts. Aber jetzt sind Sie ja da", sagt sie zu den Menschen, von denen die meisten noch recht jung sind, Mitte 20, Anfang 30 vielleicht. "Das Wichtigste ist, dass Sie wissen: Sie sind willkommen!"

Die Menschen kommen direkt aus dem Erstauffanglager in Zirndorf bei Nürnberg. Dort wurden sie mit Kleidung ausgestattet und mit Lebensmitteln versorgt. In der Gemeinschaftsunterkunft müssen sie sich nun selbst versorgen. Die Stadtverwaltung stellt ihnen Schecks aus, die sie bei der Bank einlösen können. Vom Sozialamt gibt's Gutscheine, zum Beispiel für Kleidung.

Das größte Problem ist die Verständigung. Lidia Völker aus Motten leitet die Unterkunft. Die Flüchtlinge applaudieren ihr zum Dank für ihre Hilfe. Völker spricht Russisch, das ist ein Vorteil. Einige Flüchtlinge können aber nur Englisch, deshalb haben sich ein paar Brückenauer bereit erklärt, zu dolmetschen. Das ist eine große Hilfe. Ab 1. Juli wird eine Betreuerin der Caritas für mehrere Stunden am Tag im Berghof sein.

Ehrenamtliche Deutsch-Lehrer gesucht

"Die Menschen müssen erst einmal hier ankommen", sagt Ortsvorsteherin Heike Kötzner (CSU). Natürlich gebe es Vorbehalte und auch Ängste in der Bevölkerung. "Da wächst man rein in diese Aufgabe", sieht Kötzner die Herausforderung positiv. Auch Stadtrat Benjamin Wildenauer von der SPD-Fraktion ist vor Ort. Er kümmert sich gleich um einen Receiver für die Flüchtlinge, damit sie die WM anschauen können.

Zuständig für die Gemeinschaftsunterkunft ist eigentlich die Regierung von Unterfranken und der Landkreis. Aber "wir werden uns in vielen Bereichen kümmern müssen", sagt Meyerdierks, "weil die Probleme hier bei uns auflaufen." Sie setzt auf die Zusammenarbeit mit den Vereinen.

Einen Wunsch haben die Flüchtlinge noch, sie möchten gern Deutsch lernen. Ein paar Brückenauer haben sich schon bereit erklärt, ehrenamtlich zu unterrichten. Wer sich einbringen möchte, kann sich bei Anton Kiefer in der Stadtverwaltung melden. Tel.: 09741/ 80434.