Die Besucher können sich zunächst über biologische Besonderheiten des Roten Moores in einer Ausstellung informieren, danach durch das einzigartige Naturschutzgebiet wandern und sich anschließend im schönen Ambiente im erweiterten Gebäude am Parkplatz Moordorf stärken.

Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) unterstrich bei der offiziellen Eröffnung die Bedeutung des Gebäudes, indem sie sagte, "wenn eine Ministerin gleich zwei Mal im Jahr an einen Ort kommt, hat es etwas zu bedeuten. Das Rote Moor ist ein herausragender Naturraum. Es wäre sträflich, wenn wir diesen Schatz nicht für die Bildungsarbeit nutzen", sagte sie. Die Ministerin freut sich, dass es mit dem NABU-Haus jetzt eine Bildungseinrichtung gebe, die sich speziell mit dem Schutz des seltenen und gefährdeten Lebensraums befasse. "Das Rote Moor gehört zu den einzigartigen hessischen Naturschätzen, die wir bewahren wollen", sagte Hinz.

"Es ist ein Projekt, das den Landkreis schmückt", betonte Landrat Bernd Woide (CDU). Er erinnerte an den Vorgängerbau, der ein "gelebter Kompromiss" gewesen sei. Da das Haus viel zu klein gewesen sei, musste etwas geschehen, ging er auf die Vorgeschichte ein.


Positiv für Rhön-Fremdenverkehr

Der Gersfelder Bürgermeister Steffen Korell (CDU) erklärte, dass eine Begegnungsstätte geschaffen wurde, die positiv für Gersfeld und für den Rhön-Fremdenverkehr sei. Die Gaststätte wird ein Partnerbetrieb des Biosphärenreservats. "Die Ausstellung möchte die Besucher der Rhön über die biologische Vielfalt des Roten Moores informieren und auf die Bedeutung des Moorschutzes für den Klimawandel aufmerksam machen", erklärte Hartmut Mai, Vorsitzender der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe.


Bis 35 000 Besucher im Jahr

In sechs Kapiteln stellt die Moorfibel das Naturschutzgebiet vor, berichtete Bettina Hoffmann, die die Ausstellung konzipiert hat. Der Besucher gelangt über einen Bohlenpfad in ein Buch mit sechs Abschnitten. Dabei lernt er die besonderen Phänomene eines Moores mit all seinen Sinnen kennen. Hartmut Mai ging auf die Kritik ein, dass ein solches Haus, das bis zu 35 000 Besucher im Jahr anziehen soll, nicht zum Naturschutz in sensiblen Bereichen passe. "Wir haben bewusst Ja zu diesem Projekt gesagt, denn so kann man Natur und Naturschutz erklären." Architekt Oliver Steyer erläuterte, dass bewusst ökologisch und regional gebaut worden sei. Stichworte sind Naturbaustoffe, in erster Linie Holz aus der Rhön, erneuerbare Energie und eine Wärmerückgewinnungsanlage.


Ende der langen Leidenszeit

Fürs Pächter-Ehepaar Maria und Herbert Adolf geht nach der Bauphase eine lange Leidenszeit zu Ende. Die neu gestaltete Jausenstation hat bis zu 70 Plätze im Innenbereich sowie eine große neue Sonnenterrasse für Rhön ausflügler, Wanderer, Mountainbiker und Skilangläufer. Rainer Ickler