Nachdem die Nachricht bekannt wurde, dass Gastronomie und Beherbergungsbetriebe ab November schließen müssen, bedeutete das auch für das Tagungs- und Erholungszentrum Hohe Rhön, dass es erneut seine Pforten zumachen und die Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken muss. Doch für Anke und Stefan Schroth war auch klar, dass sie in dieser schwierigen Zeit nicht resignieren werden. "Wir waren ganz erschrocken, dass wir wieder schließen müssen, aber wir wollen uns davon nicht gefangen nehmen lassen."

Freunde und Referenten angeschrieben

Schnell wurde deutlich, dass eine geschlossene Tagungsstätte für Menschen, die hier, gerade in der dunklen Jahreszeit Erholung und Gemeinschaftserlebnisse erhoffen, eine schwierige Situation darstellen könnte. "Es gibt viele Menschen, die einsam sind, die trauern und erschöpft sind. Wir wollten für sie Ermutiger sein, Hoffnungsträger und Segensbringer sein", sagte Anke Schroth.

So kamen Anke und Stefan Schroth auf den Gedanken, einen Adventskalender der besonderen Art herauszugeben. Sie schrieben ihre Freunde und die Referenten an, die beim Missio-Camp zu Gast waren und im Laufe des Jahres Veranstaltungen in den Gästehäusern anbieten, und baten um kleine Impulse und Geschichten. "Wir haben einen unglaublichen Zuspruch erfahren. Innerhalb einer Woche haben wir genügend ermutigende Geschichten bekommen, um einen Adventskalender mit Impulsen für jeden Tag zu gestalten", berichtet Anke Schroth von der Schnelligkeit, mit der diese Aktion umgesetzt wurde: "Jetzt sind wir auf die Resonanz gespannt."

Der Adventskalender erscheint in Heftform und wurde in den vergangenen Tagen an all die Menschen versandt, die die Tagungsstätte gerade in diesem schwierigen Jahr unterstützten, sei es durch Gebet, finanzielle Mittel, hilfreiche Telefonate und fachliche Unterstützung. Aber auch all jene, deren Buchung aufgrund der behördlichen Anordnung storniert werden musste, sowie an Menschen, von denen Schroths wissen, dass sie einsam sind und Ermutigung und Stärkung benötigen.

Veranstaltungen vor Absage

Schon Anfang November rechneten Anke und Stefan Schroth damit, dass die Corona-bedingten Auflagen in den Dezember hinein und womöglich noch länger, dauern werden - was nun auch am Mittwoch erfolgte. "Wir gehen davon aus, dass wir unsere Weihnachts- und Silvesterfreizeit absagen müssen. Das ist sehr sehr schade. Gerade diese Veranstaltung buchen auch viele Alleinstehende Menschen." So hört der Adventskalender nicht beim 24. Dezember auf, sondern führt über die Weihnachtsfeiertage hinaus bis zum 31. Dezember.

32 verschiedene Autoren wirkten an dem Adventskalender mit. "Damit möchten wir gemeinsam mit unseren Gästen und Freunden die Advents- und Weihnachtszeit in diesem Jahr als eine besondere Zeit erleben. Wir wollen nicht auf das schauen, was wir vermissen, was uns fehlt, was uns schmerzt, sondern auf unseren großen Gott", so die Schroths.

Vielfältiger Inhalt

Es sind nachdenklich aber auch Mut machende Geschichten, die an Adventskalender der eigenen Kindheit erinnern, die Frage nach dem Beten im Advent und Geschenken zu Weihnachten. "Jede Geschichte ist anders, und es ist erstaunlich, welch' unterschiedliche Blickwinkel und wie individuelle Ermutigung erlebt wird", verrät Anke Schroth. Bibelstellen, Links zu Videos und Musikstücken, Fragen zum Nachdenken und Lieder enthält das Büchlein. Zu den Autoren zählen unter anderem Daniel Harter, der für die Musik beim Missio-Camp zuständig ist, Dorothea Bronsema, die als Referentin schon mehrfach in den Tagungsstätte zu Gast war, und Andi Weiss, der beim diesjährigen Missio-Camp die Verkündigung übernahm. Ergänzt wird das Heft durch Lieder wie "Weil Gott in tiefster Nacht erschienen", "Ich steh an deiner Krippen hier" und "Von guten Mächten treu und still umgeben."

Das Adventskalenderbüchlein soll aber nicht nur für Freunde und Unterstützer sein. Jeder, der Interesse der Sammlung von Geschichten und Impulsen habe, kann sich ein Büchlein gegen Spende im Tagungs- und Erholungszentrum abholen. Eine telefonische Anmeldung (Tel.: 09772/ 930 40) ist allerdings angeraten, da bedingt durch Kurzarbeit die Rezeption nur von 10 bis 12 Uhr besetzt ist. Zudem werden die Impulse während der Adventszeit und der Weihnachtstage täglich auf die Homepage gestellt, als eine Art Online-Adventskalender.