Louis Reinfurth, der mit seinem unterfränkischen Kammersieg und bayerischen Landessieg zu den besten jungen Parkettleger-Gesellen Deutschlands gehört, zeigte am vergangenen Freitag noch einmal sein Können. Die Konkurrenz: vier weitere Parkettlegergesellen und fünf Bodenleger-Facharbeiter, allesamt die landesbesten Gesellen und Facharbeiter Deutschlands, die dieses Jahr ihre Prüfung abgelegt hatten.

Die Teilnehmer kamen aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Die Gewerbliche Schule in Ehingen in Baden-Württemberg war der diesjährige Austragungsort des Bundesleistungswettbewerbs der Parkett- und Bodenleger. Louis Reinfurth musste in Ehingen unter hohem Zeitdruck jeweils zwei Musterplatten gemäß der gestellten Aufgaben anfertigen. Vier Stunden hatte er Zeit, eine Parkettplatte, sowie zwei weitere Stunden Zeit, eine PVC-Platte zu erstellen. Am Ende erzielte er mit seinen Handwerkstücken den dritten Platz im Bundesentscheid. "Ich bin erleichtert", freut er sich über seinen Erfolg.

Statt Studium eine Ausbildung

Studium oder Ausbildung, vor dieser Entscheidung stand Louis Reinfurth im Sommer 2019, nachdem er sein Abitur am Spessart-Gymnasium in Alzenau erfolgreich absolviert hatte. Er entschied sich für eine Ausbildung zum Parkettleger. "Natürlich war der Einfluss da", erzählt er ohne Umschweife. Der Hauptgrund, das Parkettleger-Handwerk zu erlernen, sei zweifelsohne der elterliche Parkett-Meisterbetrieb gewesen. Aber auch der Wunsch, erst einmal einen beruflichen Abschluss in den Händen zu halten, dem immer noch ein Studium folgen kann.

Er folgte dem Rat seiner Eltern, das Parkett-Handwerk nicht im elterlichen Betrieb zu erlernen.

Der 21-Jährige nutzte den direkten Draht der Eltern zur Firma Fußboden Bauer in Kothen. Unter anderem durch die Parkettlegerinnung Unterfranken kannten sich der Kothener Geschäftsführer Klaus Bauer und die Familie Reinfurth schon lange.

Von Kleinostheim nach Kothen

Im Herbst 2019 beginnt Louis Reinfurth seine Ausbildung in Kothen. Hier hat er eine kleine Wohnung neben der Firma. Am Wochenende fährt er nach Hause nach Kleinostheim im Landkreis Aschaffenburg. Hier widmet er sich auch seinem Hobby, dem Fußball. In Kleinostheim spielt er in der ersten Mannschaft in der Kreisliga. Überhaupt ist er sportlich interessiert.

Seine Ausbildung fällt in den Beginn der Corona-Pandemie. "Eine komische Zeit", nennt er sie.

Die Rhön gefällt ihm, auch wenn er zunächst mit weniger Infrastruktur und dem Rhöner Dialekt klarkommen muss. Alles in allem nur kleine Hürden, wie am Ende der dreijährigen Ausbildung am Prüfungsergebnisse zum Gesellen erkennbar ist.

Unterfrankens und Bayerns Bester

Die Vorgabe in der praktischen Prüfung lautete eine Parkettplatte mit einem diagonalen Muster zu erstellen. Reinfurth entscheidet sich für ein Flechtmuster mit Sternen-Intarsie. Im Vergleich mit anderen Arbeitsproben schneidet der Junghandwerker in Unterfranken am Besten ab und wird Kammersieger. Im weiteren Leistungswettbewerb setzt sich der Unterfranke ab und schafft es zum besten Parkettleger in Bayern. Die Urkunde zum Landessieger im Parkettlegerhandwerk wurde ihm in Straubing vom Präsidenten des Bayerischen Handwerkstages Franz Xaver Peteranderl verliehen.

Zum Bundesleistungswettbewerb reiste Louis bereits einen Tag vorher mit Werkzeug an und richtete seine Arbeitsstätte ein. Im Ausbildungsbetrieb Fußboden Bauer drückte man Louis die Daumen und wartete gespannt auf das Prüfungsergebnis des ehemaligen Auszubildenden im Bundeswettbewerb. Der war zwischenzeitlich in den elterlichen Betrieb zurückgekehrt, hält aber Kontakt zu Klaus Bauer und Sohn Felix. "Der Kontakt wird nicht abreißen", sagt Louis und hat noch einen Ratschlag an alle, die demnächst die Schule abschließen: "Erweitert euren Horizont und hinterfragt eure Interessen." Er wirbt für das Handwerk. Spannend und abwechslungsreich sei es, neben der Tätigkeit unterschiedliche Baustellen kennenzulernen, immer an einem anderen Ort zu sein und nicht immer am selben Schreibtisch zu sitzen.