Es läuft gut bei der Staatlichen Mineralbrunnen AG. Im sechsten Jahr in Folge legt das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2013 ein positives Ergebnis vor. Einen Euro pro Aktie (elf Prozent mehr als im Vorjahr) schüttet das Unternehmen heuer an seine Aktionäre aus. Und die sind sichtlich zufrieden.Bei der Aussprache kam es kaum zu kritischen Rückfragen an den Vorstand.

"Die strategische Ausrichtung liegt weiter auf Mineralwasser und mineralwassernahen Produkten", schilderte Ingo Vialon, Vorsitzender des Vorstands. Und das macht durchaus Sinn, schließlich trinken die Deutschen im Schnitt 304 Liter alkoholfreie Getränke im Jahr, von denen allein 140 Liter Mineral- und Heilwässer sind, nannte Vialon die aktuellen Zahlen der Branche. Die Situation sei stabil, nur Heilwasser befinde sich seit Jahren schon im Abwärtstrend.

Heilwasser weiter im Abwärtstrend

"Wir werden nicht anfangen, für Heilwasser im großen Umfang zu werben", machte Vorstand Manfred Karl auf Nachfrage deutlich, "das würde sich schlicht nicht rechnen." Mit 137.000 Euro im vergangenen Jahr sei Heilwasser "nicht gerade das Kerngeschäft." Auch die "Schatzquelle" nehme mit etwa 4,4 Prozent des Absatzes nur einen Randbereich ein. Das Wasser, das das Preismittelsegment bedient, laufe zwar mit, werde aber nicht besonders gefördert, sagte Karl.

Stark sind dagegen die Stamm-Marken des Hauses. Das Bad Brückenauer Wasser, das - ebenso wie die Schatzquelle - im Staatsbad entspringt und im neuen Werk in Oberleichtersbach abgefüllt wird, verkauft sich gut. Dasselbe gilt für das Wasser aus der Petrusquelle in Siegsdorf. In diesem Jahr sind schon mehr als 33 Millionen Füllungen zu verzeichnen. Mit den Lohnabfüllungen, die deutlich anzogen, füllte Mineralbrunnen bis Mai schon rund 46 Millionen Flaschen ab - das ist ein Plus von 5,8 Prozent.

"Das macht uns persönlich stolz", kommentierte Vialon, zumal es zum Jahreswechsel eine Preiserhöhung von fünf bis acht Prozent auf die Hauptprodukte in Bad Brückenau gegeben habe. "Das Ergebnis weckt natürlich Erwartungen", sagte Dieter Tassler, Aktionärsvertreter aus München. Ein Euro Dividende sei noch nicht die Welt, sagte Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz mit Sitz in Düsseldorf. Er sehe aber durchaus "spannende Perspektiven."

Noch Azubi für Herbst gesucht

Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat war dann nur noch Routine. Mit Ausnahme von wenigen Gegenstimmen beziehungsweise Enthaltungen wurde die Arbeit der Gremien einstimmig abgesegnet. Die Versammlung war übrigens das 20. Aktionärstreffen: Im Jahr 1994 ging Mineralbrunnen an die Börse. Anlässlich dieses Jubiläums gibt die Firma im Juli eine Chronik heraus, in der auf rund 200 Seiten über die Geschichte des Brunnens von 1747 bis 2014 dokumentiert wird.

Ingo Vialon ließ am Rande der Veranstaltung übrigens fallen, dass für September ein Azubi im Bereich Fachkraft für Lebensmitteltechnik gesucht werde. Interessenten könnten sich auch noch kurzfristig melden.


Aus dem Geschäftsbericht 2013:

Füllungen An seinen Standorten in Oberleichtersbach und Siegsdorf (Petrusquelle) füllte die Staatliche Mineralbrunnen AG im Jahr 2013 insgesamt 82,8 Millionen Flaschen mit eigenen Produkten ab. 27,4 Millionen Füllungen wurden lohnabgefüllt, so dass mit 110,2 Millionen Füllungen ein leichtes Plus von 0,1 Prozent erreicht wurde.

Umsatz Die Umsatzerlöse lagen an beiden Standorten bei insgesamt 21.05 Millionen Euro und damit auf Vorjahresniveau. Nach Verrechnung des Zinsergebnisses sowie der Steuerlast wurde in 2013 ein Jahresüberschuss in Höhe von 672.000 Euro erreicht. Zusammen mit dem Gewinnvortrag in Höhe von 488.000 Euro ergibt sich ein Bilanzgewinn von rund 1,16 Millionen Euro.

Eigenkapital Das Eigenkapital der Staatlichen Mineralbrunnen AG betrug Ende des Jahres 2013 rund 13,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 58,2 Prozent. Der Cash-Flow aus der operativen Geschäftstätigkeit erhöhte sich um rund 1,45 Millionen Euro auf 3,1 Millionen Euro.

Schulden Im Geschäftsjahr 2013 wurden insgesamt 1,25 Millionen Euro Schulden abgebaut, so dass der aktuelle Schuldenstand bei rund 3,4 Millionen Euro liegt.

Dividende Im Jahr 2011 schüttete das Unternehmen erstmals seit neun Jahren wieder eine Dividende an die Aktionäre aus. Sie betrug 75 pro Aktie. 2012 bekamen die Anlieger 90 Cent pro Aktie. Heuer erhöhte das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2013 die Dividende erneut, und zwar auf einen Euro pro Aktie.

Mitarbeiter Aktuell beschäftigt Mineralbrunnen am Standort Oberleichtersbach 62 Mitarbeiter, 11 Auszubildende sowie etwa 19 Aushilfen. Am Standort Siegsdorf sind aktuell 34 Mitarbeiter, sechs Auszubildende sowie rund 30 Aushilfen beschäftigt.