Eine Lokalredaktion ist ein wundersamer Ort. Dort finden sich Dinge, die längst vergessen wurden. Eine Image-Untersuchung der Stadt Bad Brückenau aus dem Jahr 1979 zum Beispiel, erstellt im Auftrag der Werbegemeinschaft von der BBE-Unternehmensberatung in Köln. Eine Umgehungsstraße solle gebaut und das Zentrum in eine Fußgängerzone umgewandelt werden, heißt es darin im Schlusswort. 40 Jahre später und nach der Erfindung des Internets möchten die Einzelhändler ihre Fußgängerzone gerne wieder loswerden.

Nicht alle freilich. Zwei oder drei Geschäfte brauchen keine Autos, um Kunden in ihre Läden zu bringen. Das erfährt die Re daktion bei einer anonymen Befragung der Einzelhändler. Auch Teile der Gastronomie bleiben skeptisch bis ablehnend. Der Tenor der anderen aber ist einhellig: Die Öffnung der Fußgängerzone für Fahrzeuge muss bleiben. Mehrfach fällt im Ge spräch der sprichwörtliche Strohhalm. Ein Ertrinkender kann nicht anders, als sich daran zu klammern. "Es muss etwas passieren", sagt nicht nur einer der Einzelhändler.

Sicherlich, handfest mehr Umsätze hat wohl niemand in der Testphase, die im Mai 2018 begann, gemacht. Zu diesem Schluss kam eine Untersuchung, die der Handelsverband Bayern für Unterfranken bereits im Spätsommer vorgelegt hat. In den Gesprächen am Ladentisch klingt durch, dass es dafür weniger steil bergab gegangen sei. Kunden, vor allem ältere, schätzten es, bis zum Abend bis vor die Geschäfte fahren zu können, berichten Ladeninhaber und Angestellte. Vor der Testphase war die Einfahrt nur vormittags bis 11 Uhr erlaubt.