Es bleibt trocken, als Ute Jansen und Markus Frommlet in die Fußgängerzone fahren. Das war nicht den ganzen Tag so. Bei strömendem Regen brachen sie am Montagmorgen in Fladungen auf, immer an der bayerischen Grenze entlang. Die Route führte die beiden in die Hohe Rhön bis zum Heidelstein hinauf. "Für die Abfahrt zogen wir alles übereinander an, was wir hatten, aber dennoch kroch die Kälte in alle Glieder", schreibt Ute Jansen auf der Homepage des Projekts.

Um Spenden für Kinder mit Handicap zu sammeln, umfahren die beiden den Freistaat mit reiner Muskelkraft. 15 Gefährte nutzen sie dabei. Am 12. September wollen sie mit dem Tretboot in Lindau am Bodensee eintreffen. Noch aber sind sie ganz im Norden. Den Eindruck der rauen Rhön mildern Bad Brückenauer Radler, die den beiden entgegen gefahren sind.

Es sind Andreas Knüttel, der in Bad Brückenau die Belange behinderter Menschen vertritt, Sonja und André Pfister von der MS-Selbsthilfegruppe, David Fronczek (SPD), Referent des Stadtrats für Sport, Heribert Übelacker (CSU), Referent für Senioren des Stadtrats, und andere interessierte Bürger. Sie alle möchten das Anliegen der beiden Abenteurer unterstützen.

Auch die Stadt spendet

"Wir werden als gesunde Menschen viel zu wenig mit der Situation konfrontiert", schildert Jansen, warum sie sich für Menschen mit Handicap einsetzt. Persönlich betroffen seien sie nicht. Die beiden haben 2016 eine ähnliche Tour gemacht und Baden Württemberg umrundet. Dabei seien sie auf das Thema aufmerksam geworden. Dabei liegen ihr besonders Kinder am Herzen. Die Technologie gebe es längst, um ihnen schmerzfrei Bewegung zu ermöglichen, berichtet sie. Doch spezielle Sportprothesen oder Sportrollstühle für Kinder könnten sich betroffene Familien oft nicht leisten.

2. Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) empfängt die Gruppe vor dem Rathaus. Auch die stellvertretende Landrätin und ehemalige Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) spricht. Sie erinnert an den Bad Brückenauer Maximilian Jäger, der als zweifacher Vize-Weltmeister des Para-Radsports ein Vorbild für die Jugend sei. Anschließend übergibt Pfister Geschenke an die beiden Sportler, die sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen dürfen. Die Stadt unterstützt ihr Anliegen. Aus der Stadtkasse werden 100 Euro überwiesen, nennt Pfister auf Nachfrage die Höhe des Betrags.

Für ihre Aktion haben sich Jansen und Frommlet Partner gesucht. Die Spenden werden in Zusammenarbeit mit dem Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbands Bayern (BVS) und dem Projekt Erlebte inklusive Sportschule (EISs) gesammelt. Wie viel Geld bisher zusammen gekommen ist, können die beiden Sportler aber noch nicht sagen. Während der Tour gebe es an verschiedenen Orten weitere Aktionen.

Eines stellt Jansen allerdings klar: Mit dem Geld werde nicht die allgemeine Verbandsarbeit des BVS unterstützt, sondern speziell die Teilhabe von Kindern mit Handicap am Sport. Wer die Tour verfolgen oder spenden möchte, kann das auf rund-um-bayern.de tun.