Wo die Jugendarbeit der Stadt steht, berichtete Ulrike Abersfelder dem Rat am Donnerstagabend. Seit Februar 2018 ist sie für die Jugendarbeit zuständig. Sie ist über den Verein Pro Jugend angestellt und betreut Jugendliche in Bad Brückenau und Wildflecken. Auch der Kissinger Kinderbus (Kikibu) zählt zu ihren Aufgaben.

Abersfelder schilderte, dass ihre Arbeit weit über die Öffnungszeiten des städtischen Jugendraums im ehemaligen Gymnasium am Kirchplatz hinausgehe. Persönliche Beratung, Vernetzung mit anderen wie dem Bündnis Familie, der Sozialarbeiterin der Mittelschule oder den Vereinen gehörten genauso dazu wie Ausflüge und das Ferienprogramm. Als Bindeglied zwischen Rathaus und Jugend setze sie sich zudem dafür ein, dass die Belange von Kindern und Jugendlichen in der Stadtentwicklung berücksichtigt würden.

U-18 Wahl durchgeführt

Als Beispiel nannte die Gemeindejugendpflegerin die fraktionsübergreifende Spielplatz-Initiative. Die jungen Leute hatten einen Ninja-Parcours ins Gespräch gebracht, der Teil der favorisierten Pläne ist. "Es liegt mir sehr am Herzen, das Projekt umzusetzen", sagte Abersfelder. "Ich denke, dass man die Jugendlichen nicht enttäuschen sollte." Für sie stellt der Parcours ein Alleinstellungsmerkmal und ein Magnet für junge Menschen dar.

Relativ unbekannt ist hingegen die U18-Wahl. Der bayerische Jugendring organisiert diese parallel zu herkömmlichen Wahlen, damit junge Menschen schon früh den Ablauf kennenlernen und so Demokratie erlernen können. Im Zuge der Kommunalwahl im März haben sich junge Leute aus Bad Brückenau daran beteiligt und sich mit den Bürgermeister-Kandidaten beschäftigt. "Das war viel näher an den Jugendlichen dran, weil es um die Stadt ging", berichtete Abersfelder rückblickend.

Mehr Bedarf an Einzelberatung

Einen Trend sieht sie deutlich: Der Bedarf an Einzelfallbetreuung nehme zu. Auf Rückfrage eines Stadtrats gab sie an, dass langfristig die gebuchte Zeit von 14 Stunden für Bad Brückenau wohl nicht mehr ausreichend sei. Klar formulierte sie den Bedarf an neuen Räumen. Im Sommer hatten die Jugendlichen von der Stadt Geld bekommen, um den Jugendraum einzurichten. Das sei ein erster Schritt gewesen, sagte Abersfelder. Sie machte aber klar, dass das auf lange Sicht nicht ausreichend sei.

Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) signalisierte Offenheit und merkte an, dass ja auch für das Rathaus räumliche Veränderungen anstünden. Er wolle iin diesem Zuge ein besseres Angebot für die Jugend schaffen.

Punkt für Punkt aus dem Stadtrat:

Appell Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) appellierte an alle, Einzelhändler und Gastronomen in der Zeit des zweiten Lockdowns zu unterstützen.

Bahnhof Die Rahmenplanung für das Bahnhofareal wird in der nächsten Sitzung am 15. Dezember behandelt. Das kündigte der Bürgermeister an. Er geht davon aus, dass der Bauantrag für das Ärztezentrum ebenfalls im Dezember auf die Tagesordnung kommt.

Bauanträge Einstimmig befürwortete der Stadtrat folgende Bauanträge: Fabienne und Peter Rausch möchten in Volkers ein eingeschossiges Wohnhaus bauen. Da die Dachneigung nicht den Vorgaben des Bebauungsplans entspricht, beantragten sie eine Befreiung. Das Kurstift plant den Bau eines Vordachs im Anlieferungshof. Die C.R.K. Vermögensverwaltung GmbH aus Schlüchtern stellte den Antrag auf Anbau eines Balkons für die Büroräume in der Bahnhofstraße.

Lichterglanz Der Bürgermeister gab bekannt, dass der traditionell verkaufsoffene Abend im November dieses Jahr ausfällt. Das habe die Werbegemeinschaft Bad Brückenau wegen der Corona-Pandemie entschieden.

Regionalmarkt Hartmut Bös (Grüne) kündigte an, dass der Regionalmarkt am 28. November trotz des Lockdowns stattfinden könne. Allerdings verzichten die Organisatoren auf ein Kinderprogramm.