Nach beinahe 37 Jahren als Beraterin in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) des Bistums Würzburg ist Johanna Schießl (65) bei einer Feierstunde in Schweinfurt in den Ruhestand verabschiedet worden. Herbert Durst, Leiter der EFL-Beratungsstelle Schweinfurt, würdigte Schießl als eine Beraterin, die sich durch "ein hohes Maß an innerer Weite und Tiefe in der Begegnung" mit Ratsuchenden wie Kollegen auszeichne. Sie verstehe es, offen für die Anliegen der Ratsuchenden zu sein, ohne die eigene Position zu verlieren. "Der Mensch war ihr wichtig und innerer Kompass in der Beratungsarbeit", erklärte Durst. Fachlich wie menschlich habe Schießl die EFL Schweinfurt in besonderer Weise mitgeprägt.

Schießl stammt aus Rosenheim. Nach dem Abitur im Jahr 1975 studierte sie zunächst Katholische Theologie und Geschichte in Regensburg. Nach einem ökumenischen Studienjahr in Jerusalem setzte sie ihr Theologiestudium in Hamburg und Paris fort. Ab 1979 studierte sie in Würzburg Theologie und Geschichte und schloss mit dem Diplom in Theologie ab.

Von 1983 bis 1986 absolvierte sie die Ausbildung zur Ehe-, Familien- und Lebensberaterin. Seither arbeitete sie in der EFL des Bistums mit: von 1986 bis 1993 in Haßfurt, von 1998 bis 2008 in Bad Neustadt und nochmals von 2013 bis 2020 in Bad Neustadt. Ab 1983 wirkte Schießl als Assistentin in der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Würzburg, ab 1993 zusätzlich auch als Dozentin an der Würzburger Fachakademie für Sozialwesen.