Der Spielplatz im Staatsbad beim Minigolfplatz ist bei schönem Wetter rappelvoll. Viele Familien zieht es, nicht nur an den Wochenenden, hier hinaus. Die Anlage ist recht neu und die Spielgeräte in top Zustand. Zudem kommt, dass er schattig liegt. Im Hochsommer ist das für die Kinder eine angenehme Abkühlung.

Läuft man hingegen durch die Stadt Bad Brückenau, dann bietet sich dem Beobachter noch ein recht trauriges Bild. Kaum Kinder, das Gelände ist zugewachsen und die Geräte in die Jahre gekommen. Nur die Spielplätze im Siebener und im Georgi-Park sind - bedingt durch das Wasser und die Musikschule - auch unter der Woche gut frequentiert. Aus diesem Grund hatte die Stadt beschlossen, Spielplätze zurückzubauen. Dazu zählten ursprünglich die Spielplätze im Kalkgrund, im Oberen Ehrenberg, in der Leimbachstraße und am Obertor.

Doch nach Bekanntwerden des Vorhabens regte sich Protest aus der anliegenden Bevölkerung. Infolgedessen entschied die Stadt, dass lediglich die Spielplätze im Kalkgrund und in der Leimbachstraße aufgelöst werden. "Ich habe von Anfang an gesagt, dass - wenn Bedarf aus der anliegenden Bevölkerung besteht - die Schließungen umkehrbar sind", sagt Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) zum Thema.


Römershager Eltern zeigen Initiative

Genau vor einem Jahr setzte sich dann der SV Römershag dafür ein, dass neben dem Sportplatz beim Schulzentrum ein Spielgerät aufgebaut wird, um den Kindern oder Geschwistern der Fußballspieler eine Aufenthaltsmöglichkeit zu bieten, so wie in Volkers. "Wir waren hierfür der Ideengeber und die Stadt hat zugestimmt", sagt Erwin Miller, Vorsitzender des SV Römerhag und Stadtrat (Freie Bürger). Vor wenigen Wochen lieferte der Bauhof ein Spielgerät, das noch gut erhaltene Schaukel- und Rutschgestell vom alten Spielplatz im Kalkgrund. Der Verein hat das Gerät gestrichen und Pflastersteine vom Gelände entfernt. Viel Eigeninitiative war nötig, um die Idee umzusetzen.

Auch der Spielplatz am Obertor wurde vor über zehn Jahren auf Elterninitiative und mit Hilfe von Sponsoren angelegt und gepflegt. Doch die Kinder sind erwachsen und so ist die Pflege des Platzes eingeschlafen, wie Christine Hildenbrand, eine der Gründungsmütter, bestätigt. Jetzt ist die Stadt dabei, den Spielplatz neu auszustatten. "Wir haben Geräte bestellt und in ein paar Wochen kann der Spielplatz aufgebaut werden", sagt Peter Karl vom Baubüro. Doch "die Ausstattung kann nur auf minimalem Niveau gehalten werden", sagt Meyerdierks. Die gestohlene Rutsche soll durch eine neue ersetzt werden. Der Bauhof übernimmt die Pflege, trotz geringer Kapazitäten.


Multifunktionsplatz in Römershag

Insgesamt kommt Bewegung in die Sache mit den Spielplätzen, denn auch das Sonnensegel für den Wasserspielplatz im Siebener Park sei in Arbeit, sagt die Bürgermeisterin. Benjamin Wildenauer (SPD), Referent für Jugend im Stadtrat, bestätigt eine Trendwende: "Ich habe das Gefühl, dass immer mehr junge Leute zurückkommen und Familien gründen." Deshalb sei es wichtig, die Stadt für junge Familien attraktiv zu machen. Er habe den Eindruck, dass das Thema einen wichtigen Stellenwert hat. Die städtische Arbeitsgemeinschaft für die Spielplätze - bestehend aus Meyerdierks, Wildenauer und der neuen Referentin für Familienfragen Heike Kötzner (CSU) - hat sich eigens für dieses Thema gegründet.

Für den Spielplatz neben der Musikschule gibt es momentan keine Pläne. "Das hängt stark mit dem Vorhaben an der Georgi-Halle zusammen", gibt Karl Auskunft. "Ich bin guter Hoffnung, dass der Spielplatz in Georgi-Park noch in diesem Jahrzehnt angegangen wird", sagt Wildenauer. Auch der Multifunktionsplatz in Römershag ist nun gesetzt. Mit 50.000 Euro gebe es nach Überprüfung gute Möglichkeiten, den Platz für Basketball, Volleyball und Fußball umzugestalten, gibt Kämmerer Leo Romeis bekannt. "Römershag ist jedenfalls gut aufgestellt mit Spielplätzen", ist Miller vom SV Römershag zufrieden.


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