Zwölf freiwillige Nachwuchs-Floriansjünger - darunter zwei weibliche - zählt die Feuerwehr Bad Brückenau derzeit. Zur Förderung der Kameradschaft und Rekrutierung fand am Samstag und Sonntag nach einem Jahr coronabedingter Zwangspause wieder ein so genannter 24 Stunden Berufsfeuerwehrtag für den Feuerwehrnachwuchs der Stadt statt.

Um Punkt 10 Uhr am Sonnabend begrüßten der oberste Dienstherr der Wehr, Bürgermeister Jochen Vogel, Kommandant Michael Krug sowie die beiden Jugendwarte Alisa Knüttel und Florian Übelacker die Interessierten. Ab 9 Uhr schon wurden die ersten Covid-19-Schnelltests durchgeführt, bevor es dann in medias res und über Tag und Nacht auf die Strecke, also mitten hinein in realitätsnahe Übungseinheiten ging.

So standen Punkte wie die Überprüfung der Brandmeldeanlage in der Mittelschule in Römershag, Funkgeräte-Funktionstests am Rettungswagen, "Löscheinsätze" an Mülleimern und Papiercontainern in Wernarz sowie ausgemusterten Schrott-Pkw auf dem Feuerwehrgelände, nachgestellte Reanimationen, die Bergung von eingeklemmten Personen bei "Verkehrsunfällen" auf der A7 oder am "Buchrasen" auf dem simulierten Dienstplan.

Einer der Höhepunkte war die Rettung einer Person im Aufzug. Im ehemaligen Regena-Gebäude mussten die Jugendlichen den Aufzug im Notbetrieb unter Anweisung des zuständigen Hausmeisters selbstständig bedienen und in die dritte Etage ablassen. Hier war eine dauerhafte Funkkommunikation zwischen den weiteren Einsatzkräften und der festverbauten Sprechanlage mit der eingeschlossenen Person unabdingbar. Erst dann konnte die Aufzugstür geöffnet und die Person aus ihrer misslichen Lage gerettet werden.

Nicht alles läuft nach Plan

Das auch bei einem gestellten Berufsfeuerwehralltag nicht alles nach Plan läuft, mussten die Jugendlichen mehrfach spüren. Das Abendessen wurde wegen eines Fehlalarms unterbrochen, das Reanimations-Training wurde verschoben und der geplante Dienstsport wurde wegen eines längeren Einsatzes gänzlich abgesagt.

Damit die 24 Stunden so realitätsnah wie möglich ablaufen, wurde die Feuerwehr Bad Brückenau durch die Schnelleinsatzgruppe (SEG) der Bereitschaft Bad Brückenau des Roten Kreuzes tatkräftig unterstützt. Neben dem, dass die SEG alle Einsätze mitgefahren ist, Unfalldarsteller zur Verfügung stellte und Trainings übernommen hat, wurde auch eine "fahrende Einsatzzentrale" durch die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UG-SanEl) des BRK Kreisverbandes Bad Kissingen zur Verfügung gestellt. Die UG-SanEl übernahm auch die gesamte Funkkommunikation.

"Wir hoffen, dass wir in Zeiten von Nachwuchsmangel in nahezu allen Bereichen mit solchen Aktionen möglichst viele Jugendliche motivieren und bei der Stange halten können", sagt Bürgermeister Jochen Vogel.

"Das ist gelebte Bad Brückenauer Feuerwehr und zeugt von einer klasse Kameradschaft", sagte der Kommandant. Und er war sich sicher, dass man nach diesem begeisternden Schnupperkurs und Trainingstag mit dem Mindesteintrittsalter von 18 Jahren viele neue Aktive bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Brückenau und/oder in Berufsfeuerwehren in größeren Städten begrüßen können wird.