Sie hat sich den Ort nicht ausgesucht. Er wurde ihr zugewiesen. Dennoch freut sich Regina Bühner, hier zu sein. Schließlich ist sie so nicht weit weg von zu Hause. Die 50-Jährige wohnt in Sandberg und absolviert in der Pfarreiengemeinschaft "Der gute Hirte im Markt Burkardroth" den nächsten Abschnitt ihrer Ausbildung zur Gemeindereferentin.
Vor vier Jahren hat die gelernte Arzthelferin an der Domschule Würzburg mit dem Fernstudium der Theologie begonnen, nun hat
sie schon die ersten praktischen Monate hinter sich. "Von Januar bis August war ich als Gemeindeassistentin in Bischofsheim tätig", berichtet sie, eine Gemeinschaft aus sechs Pfarreien. Ihr neuer Wirkungskreis in Burkardroth ist da schon eine andere Hausnummer. Entsprechend hat sich die angehende Seelsorgerin darauf vorbereitet.
"Als erstes bin ich zu Fuß durch die Pfarreiengemeinschaft gepilgert, um alle neun Kirchen kennenzulernen", erzählt Regina Bühner. Dabei habe sie viel Neues entdeckt, beispielsweise das Gotteshaus in Oehrberg. "Da war ich noch nie", fügt sie hinzu. Aber auch Altes, Bekanntes habe sie dabei wieder ganz neu erfahren. "Jede Kirche hier hat ihren Reiz", fasst sie ihre Eindrücke zusammen.


Die ersten Andachten

Die ersten Messen und Andachten hat Regina Bühner ebenfalls schon mitgefeiert. "Dabei ist mir aufgefallen, dass die Leute hier Wortgottesdiensten gegenüber sehr aufgeschlossen sind." Ein Aspekt, der auch ihre Arbeit betrifft beziehungsweise betreffen wird. Doch bis sie selbst aktiv werden kann, wird noch etwas Zeit vergehen.
"Sie läuft jetzt erst mal mit", erklärt Gemeindereferentin Corinna Zipprich, die Regina Bühner als Mentorin im Markt Burkardroth betreuen wird. Eine gute Wahl, schließlich hat Zipprich 2008 selbst ihre Ausbildung in der Pfarreiengemeinschaft Burkardroth begonnen. Heute ist die 33-Jährige aus dem Kreis der Hauptamtlichen nicht mehr wegzudenken, kümmert sich beispielsweise um die Kommunion- und Firmvorbereitungen. "Welche Aufgaben genau ich übernehme, wird sich zeigen", sagt Regina Bühner. Fest steht hingegen, dass sie an der Mittelschule Burkardroth und an der Grundschule in Münnerstadt Religion unterrichten wird, voraussichtlich ab dem zweiten Schulhalbjahr.


Am Anfang war alles fremd

Der zweite neue "Azubi" in der Pfarreiengemeinschaft ist Velagini Thumma, der seine Kaplanausbildung in Burkardroth fortsetzt. Der 35-Jährige wurde in Südindien geboren, gehört der Ordensgemeinschaft des Heiligen Franz von Sales an und lebt seit etwa eineinhalb Jahren in Deutschland. Die erste Zeit verbrachte er im Bistum Münster, wechselte vor einem Jahr nach Bad Kissingen. "Am Anfang war alles fremd für mich", erzählt er, unter anderem die Kultur und auch das Wetter. "In Südindien ist es immer sehr heiß", so der Priester.


Kloß mit Soß

Inzwischen hat sich Thumma akklimatisiert, kommt gut mit den deutlich kühleren Temperaturen in Mitteleuropa zurecht. Parallel dazu musste er auch seine Ernährung anpassen. "Das Essen in Deutschland ist anders, aber gut. Schnitzel mag ich und Klöße mit Soße", sagt er und lacht. Auch mit den Menschen habe er bisher nur gute Erfahrungen gemacht. "Die Leute sind sehr freundlich, obwohl ich aus dem Ausland komme.Das ist ein schönes Gefühl."
Ein solcher zu werden, stand für ihn schon sehr früh fest. Schließlich besteht sein fester Glaube an Gott schon seit frühester Jugend. Thumma besuchte als Kind eine Missionsschule mit Priestern aus Irland und ging sonntags immer zur Bibelstunde. "Später war ich auch Ministrant", fügt er hinzu. 2008 wurde er zum Priester geweiht. Inzwischen darf Thumma als Kaplan die Messen selbst zelebrieren, seit Monatsbeginn auch in der Pfarreiengemeinschaft "Der gute Hirte im Markt Burkardroth".


Übersetzte Predigt

Sprachlich hat er keine Probleme, spricht fast akzentfrei Deutsch. Nur bei den Predigten braucht er noch etwas Hilfe. "Zuerst verfasse ich sie in englischer Sprache und dann übersetze ich sie ins Deutsche", beschreibt er seine Arbeitsweise. Seine Übersetzung lässt er anschließend von der ehemaligen Lehrerin Christel Kessler, die in Hausen bei Bad Kissingen lebt, korrigieren und verbessern. Im Großen und Ganzen hat Kaplan Thumma, der im Premicher Pfarrhaus lebt, gut zu tun. Heimweh habe er nicht wirklich "Den Kontakt zu meiner Familie mit zwei Brüdern und einer Schwester halte ich übers Internet", fügt er hinzu. In seiner Freizeit spielt er Cricket oder Volleyball und liest auch gerne.
Letztlich darf auch der Dritte "Lehrling", Christoph Hippe, nicht unerwähnt bleiben. Der 28-Jährige ist schon seit einem Jahr in der Pfarreiengemeinschaft tätig und wird hier bis 2020 zum Pastoralreferenten ausgebildet.