"30 Jahre Heiligenfeld - eine Erfolgsgeschichte" - so umschrieb Moderator Christian Schwarz die Entwicklung der psychosomatisch-orientierten Klinikgruppe. Im Mittelpunkt der Jubiläumsveranstaltung im Rossini-Saal standen die "Gründerväter" Fritz Lang und Dr. Joachim Galuska, denen einerseits für ihren unternehmerischen Mut und anderseits für die gelebte Unternehmenskultur gedankt wurde.

Trotz Corona-Pandemie lud die Firmengruppe zur Jubiläumsveranstaltung ein, um sich bei langjährigen Wegbegleitern zu bedanken. Die derzeitige Ausnahmesituation stelle auch die Heiligenfeld-Kliniken vor neue Herausforderungen, die einerseits zur Reflexion des Bestehenden animierte und anderseits einen Ausblick auf die nächsten Jahrzehnte einforderte - so in der Einladung zum Festakt, der unter Hygiene- und Abstandsbestimmungen stattfand.

Ganzheitlicher Anspruch

Begrüßt wurden die Gäste mit einem Bilderreigen, der ausgehend von "Stammhaus" in Bad Kissingen nochmals die Entwicklungsstadien der Firmengruppe zeigte. Die Geschäftsführer Stephan Greb, Michael Lang und Birgit Winzek sowie Dr. Jörg Ziegler als ärztlicher Direktor hinterlegten die fotografische Animation mit Texten, die den ganzheitlichen Anspruch Heiligenfelds verdeutlichten. Michael Lang oblag es dann, die Gäste zu begrüßen und bedankte sich "für den Mut, mit uns zu feiern". Sein besonderer Gruß galt den "Gründern mit Familien", die vor 30 Jahren die Grundlagen für das unternehmerische Miteinander und das gemeinschaftliche Arbeiten gelegt hätten: "Entstanden ist ein zutiefst werteorientiertes Unternehmen!". Birgit Winzek verwies anschließend auf die Bilder, die im gemeinschaftlichen Miteinander von Mitarbeitern und Patienten entstanden sind, und deren Rahmen 16 Begriffe wie Spiritualität, Gemeinschaftssinn, Menschlichkeit oder Ökologie bilden, die "die Essenz des Unternehmens" darstellen und im Rahmen eines unternehmerischen Leitbildes entwickelt wurden.

In seinem Grußwort würdigte Oberbürgermeister Dirk Vogel den wirtschaftlichen Erfolg als "Nebenprodukt des unternehmerischen Gestaltungswillens". Mit sieben Kliniken an vier Standorten und mit 950 Mitarbeitern ist die Klinikgruppe prägend für Bad Kissingen, auch wenn die Beziehung nicht konfliktfrei war, aber: "Heiligenfeld ist nicht beliebig, Bad Kissingen ist nicht beliebig, und deshalb passen wir so gut zusammen."

Viel für Gesellschaft bewegt

Auch Landrat Thomas Bold würdigte Heiligenfeld "als Bewegung, die auf vielen Ebenen viel erreicht hat". Er gratulierte zur Erfolgsgeschichte und dankte den beiden Gründern für Mut und Engagement, da sie nicht nur die eigene unternehmerische Entwicklung im Auge hatten, sondern auch in und für die Gesellschaft viel bewegt hätten.

Ein Ausflug in die Geschichte gab es mit Moderator Christian "Blacky" Schwarz, der nacheinander Fritz Lang und Joachim Galuska zur Talkrunde auf die Bühne bat.

Aus dem Nähkästchen plauderte Fritz Lang, als man mit 25 Betten begann, gegen die defensive Haltung der Banken angehen musste, um jeden Versorgungsvertrag kämpfte, und man sich Unternehmen mit bekannt "langer Rechnungsstellung" suchte. Aus dem bestehenden Hotel habe man Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit auf die Klinikgruppe übertragen und die psychosomatischen Konzepte von Galuska integriert. Kern seien jedoch die Mitarbeiter, die die Heiligenfeld-Idee bei der Behandlung der Patienten umsetzen, so Lang. Lob gab es für Übergang der Verantwortung: "Das 4er-Team harmoniert." Für sich selbst sieht Fritz Lang eine literarische Zukunft, so wie schon bei Vater und Großvater.

Die Mitarbeiter stehen auch für Galuska im Mittelpunkt, denn ein Unternehmen sei "ein soziales Lebewesen, ein lebendiger Organismus, in dem die Führung Impulse gibt, und durch die Mitarbeiter Kreatives und Produktives entsteht". Daraus entwickelt sich ein ganzheitlicher Ansatz, der nicht nur den Patienten, sondern den ganzen Menschen sieht, und der eine gesellschaftliche Relevanz habe.

Mit Blick auf die aktuelle Situation kommen enorme psychosoziale Belastungen auf die Menschen zu bzw. verstärke bestehende psychosomatische Probleme, so Galuska und appellierte: "Lassen wir den Menschen nicht allein, und nutzen wir die Chancen, die jede Krise bietet." Seine Zukunft sieht er weniger auf der literarischen Schiene, sondern im künstlerisch-kreativen Schaffen und bekennt: "Langweilig wird es nicht."

Entwicklung von 1990 bis 2020

Die Schlusssequenz der Jubiläumsveranstaltung wurde mit einer "Timeline" gestaltet, die die Entwicklung von 1990 bis 2020 nochmals aufzeigte. Ziegler dankte nochmals den Gründern, "die aus vielen Einzelteilen etwas großes Ganzes geschaffen haben", und Stephan Greb ergänzte: "Danke für ein außerordentliches Unternehmen, an dem Menschen noch Mensch sein dürfen."

Musikalisch umrahmt wurde Abend von der Pianistin Barbara Moritz.