Eine Stunde vor Konzertbeginn war im Saal des Steinernen Wirtshauses bereits kein freier Stuhl mehr zu sehen. Eine letzte zünftige Stärkung, ein kräftiger Schluck aus dem Glas, und dann betraten die Schloßhofmusikanten auch schon die Bühne. Knapp 400 Blasmusikfans aus dem ganzen Landkreis kamen anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Musikanten an den beiden Konzerttagen nach Weißenbach.
"Sechs Wochen haben wir für unsere beiden Konzerte geprobt", erzählt Dirigent Andreas Ziegler. Die 22 Musiker, die heute auf der Bühne stehen, beherrschen ihre Instrumente wie aus dem Effeff. Den Auftakt machte der Konzertmarsch "Salemonia" von Kurt Gäble. Die klassischen Polkas wie "Böhmischer Traum" von Norbert Gälle und "Auf der Vogelwiese" von Josef Poncar durften dabei natürlich auch nicht fehlen. Aber auch die Eigenkreation "Böhmisch drauf" von Christian Gerlach und Thomas Hümpfner stand auf dem Programm.


Comedy-Einlage

Eine zwischenzeitliche Comedy-Einlage von Thomas Gunkel sorgte für zusätzliche Stimmung und Erheiterung. Bekleidet nur mit einem Bademantel, machte er auf witzige Art auf die Problematik im Wartezimmer eines Arztes aufmerksam. Da kann ein Furz aus Versehen schon mal zu einem "Schurz" werden und in die Hose gehen.
Anschließend übernahmen die "Schloßhofs" wieder das Zepter. Nach dreistündigem Musizieren freuten sich die Gäste bereits auf die traditionelle "Amboss-Polka" von Albert Parlow, die Karl-Heinz Schumann auf einem stählernen Amboss mit zwei Hämmern zelebrierte. Nach weiteren Zugaben endete das Konzert unter großem Jubel und sattem Applaus der Zuhörer.
Neben dem Konzert standen aber auch Ehrungen anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Weißenbacher Schloßhofmusikanten im Programm. Geehrt wurden die Gründungsmitglieder Harald Schüssler, Lothar Ziegler, Rainer Großmann, Harald und Roland Reith sowie deren Vater Karl.


Erste Proben im Schloss

"Die Gründung geschah vor 25 Jahren in unserer Küche", erinnert sich Harald Reith. Aus der Idee, die eines Abends entstand, wurde ein Zusammenschluss zahlreicher Musiker aus den verschiedensten Ortschaften. "Eigentlich wollten wir nur Musik für unser Dorf machen", sagt Reith. Kirchliche Anlässe oder das Maifest waren dabei angedacht.
Ihren Namen verdanken die Musiker dem Freiherrn von Thüngen, der damals bereitwillig einen Proberaum im Hof des Weißenbacher Schlosses zur Verfügung stellte. Bis ins Jahr 1999 probten sie in der alten Brotzeitbude, ehe der Umzug in die alte Schule folgte. Nach dem Abriss des Gebäudes verschoben die Musikanten ihre Treffen nach Detter, wo sie sich heute regelmäßig zum gemeinsamen Spielen einfinden.
An böhmischen Abenden nahmen die Musiker schon immer gerne teil, und so dachten sie sich: "Das können wir doch auch!" Im Jahr 2008 folgte dann die Premiere des böhmischen Abends in Weißenbach. Da die Nachfrage nach Konzertkarten von Jahr zu Jahr stieg, spielen die Musiker mittlerweile an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ihr Konzertprogramm für Blasmusikfans aus nah und fern.