Zu Beginn der ersten Gemeinderatssitzung im neuen Jahr gab Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) einen Ausblick auf das Jahr. "2022 ist ein ganz besonderes Jahr." Es werde für den Gemeinderat ein "sehr arbeitsreiches Jahr". Zum einen sei da der Schulneubau, der zusätzliche Sitzungen notwendig mache. Außerdem hat Nüdlingen seine 1250-Jahr-Feier und 50 Jahre Gebietsreform. Zudem stand zum Anfang des Jahres ein Wechsel im Gemeinderat an.

Anita Haub (Bürgerblock) hatte aus gesundheitlichen Gründen Mitte Dezember ihren Sitz im Nüdlinger Gemeinderat aufgegeben. Nun rückt Werner Herterich für sie nach. Der Bürgermeister nahm Werner Herterich in der Nüdlinger Schlossberghalle den Eid ab. "Ein historischer Moment", sagte Hofmann. "Der Eid wird nur einmal geleistet, man trägt ihn bis zu Bahre."

Wurmerich 55

Nach dem Eid Herterichs informierte Architekt Matthias Kleinhenz über den aktuellen Stand am Wurmerich 55 (wir berichteten ausführlich am Donnerstag). Es müssen noch die Außenanlagen fertig gestellt werden und die Heizung in Betrieb genommen werden. Das Bauprojekt könnte bald fertig werden, der genaue Zeitpunkt hänge vom Wetter ab.

Wie viel Eintritt soll das große Fest kosten?

Dann beschäftigten sich die Gemeinderäte mit der Frage, wie hoch der Eintrittspreis für die große 1250-Jahr-Feier sein soll. Am Freitag, 15. Juli, kommt das Comedy-Duo "Mundstuhl" nach Nüdlingen. Am Samstag, 16. Juli, spielt die Fun-Metal-Gruppe "J.B.O.". Der Sonntag soll ein Fest für Familien werden.

Bei der letzten Gemeinderatssitzung im Dezember hatte das Gremium entschieden, dass der Eintrittspreis am Freitag und Samstag an beiden Tagen 26 Euro kosten sollte. Die Idee: Wer ein Kombi-Ticket für beide Tage kauft, sollte 12,50 Euro Rabatt bekommen. Nun passte der Gemeinderat die Preise noch einmal an.

Neuer Beschluss

Das Ergebnis: Der Eintritt am Freitag kostet weiterhin 26 Euro. Das liegt daran, dass es sich dabei um einen Mindesteintrittspreis handelt, den das Comedy-Duo "Mundstuhl" verlangt, erklärte der Bürgermeister. Für den Samstag entschieden sich die Gemeinderäte, den Eintrittspreis von 26 Euro auf 12,50 Euro zu reduzieren. Sie folgten damit der Empfehlung, die Alexander Frey vom Festausschuss gegeben hatte.

Bericht aus dem Festausschuss

Dieser berichtete, dass im Festausschuss lange über den Eintrittspreis diskutiert worden sei. "Wir sehen die Gefahr, dass wir es so nicht hinkriegen, wie es der Gemeinderat beschlossen hat", sagte Frey, bevor das Gremium seinem Vorschlag in einem neuen Beschluss folgte. "Wir brauchen an dem Abend viele, viele Leute, um die Gesamtkosten einzuspielen."

Kosten fielen etwa für Band und Comedy, Zelt, Garnituren, Hüpfburg und T-Shirts an. Die Versorgung der Gäste mit Essen übernähmen Foodtrucks. Frey erklärte: "Über Getränke können wir Geld machen. Wie mache ich das? Indem ich das Gelände voll mache." Er selbst sei ein Verfechter gewesen, gar keinen Eintritt zu verlangen. Dagegen hätten aber die anderen Mitglieder des Festausschusses gestimmt.

Konkurrenzveranstaltungen

Welche Events finden zeitgleich statt? Auch darüber habe der Festausschuss gesprochen, berichtete Frey. Am selben Wochenende, allerdings am Samstag, tritt Michl Müller in Bad Bocklet auf. Die Band "J.B.O." spielt einige Wochen später Ende September in der Stadthalle in Bad Neustadt.

Der Gemeinderat tat sich nicht leicht mit der Entscheidung. Gemeinderätin Christine Fell (UWH) wandte ein, dass die Band "J.B.O." in Bad Neustadt mindestens 35 Euro koste und Michl Müller 36,85 Euro. Sie äußerte Bedenken, dass Nüdlingen zu wenig Einnahmen erhalte, um die Gesamtkosten zu decken, wenn man den Preis auf 12,50 Euro reduziere.

Diskussion im Gemeinderat

Gemeinderat Volker Schäfer (SPD) sagte: "Von 35 Euro runter auf 12,50 Euro - das ist ein Wort. Da geht die Gemeinde schon eine Wette ein." Er wolle aber auch das Organisationskomitee nicht demotivieren, die lange darüber diskutiert hatten.

Gemeinderat Edgar Thomas (CSU) betonte, dass es ihm wichtig sei, dass Nüdlinger gegenüber anderen Besuchern von außerhalb einen gewissen Vorteil hätten. Er sei nicht bereit, "einen Weithergereisten zu bezuschussen."

Gemeinderat Uwe Beer (CSU) sagte, dass Nüdlinger Bürger durch einen Verzehrgutschein entlastet werden könnten.

Gemeinderat Christian Höfler (Bürgerblock) sprach sich dafür aus, an beiden Tagen den gleichen Preis zu verlangen. Er dankte den Vereinen, die "das Know-how und die Manpower" hätten, um das Fest durchzuziehen.

Leider sei das Engagement sehr spät gekommen. "Die Planungen laufen schon seit zwei Jahren." Der Bürgermeister hätte immer wieder an die Vereine appelliert. Das sagte auch Frey: "Die fünf Vereine haben sich nicht freiwillig gemeldet, da ist viel mit Nachdruck gebettelt worden, dass die fünf Vereine da vorangehen, damit es läuft." Nun müsse man "ganz dringend" Werbung für das Fest machen.

Wer macht was?

Die derzeitige Planung sieht so aus: Der Turn- und Sportverein (TSV) kümmert sich um die Getränke, der Sportschützenverein organisiert alles rund ums Essen. Der Nüdlinger Carneval Club (NCC) macht den Barbetrieb, die Feuerwehr kümmert sich um die Ordnung und Sicherheit und der Heimatverein übernimmt den Auf- und Abbau des Festes. Der St. Johannisverein gestaltet auf dem Sportgelände am Samstag und Sonntag ein großes Kinderprogramm.

Auf der Agenda des Gemeinderats standen außerdem die Duschen in der Schlossberghalle. 24 von 47 Duschen funktionieren nicht und sind deshalb demontiert. Der Gemeinderat beschloss, die Duschen reparieren zu lassen. Das soll etwa 25 000 Euro kosten.

Duschen werden kostengünstig repariert

Damit kommt die Kommune wesentlich günstiger weg, als wenn sie die Duschen komplett erneuern lassen würde. Die Kostenschätzung des Büros "Helfrich Ingenieure" hatte für verschiedenen Dusch-Varianten zwischen knappen 80 000 Euro und bis über 110 000 Euro gelegen. Der Gemeinderat beschloss außerdem, in der Schlossberghalle einen Wasserstopp einzubauen. Dafür hatte sich Volker Schäfer stark gemacht.

Gemeinderat Florian Wilm (Bürgerblock) wies darauf hin, dass die Duschen in der Halle einsatzbereit sein müssten, wenn es mehrere Tage Stromausfall und Probleme mit dem Leitungswasser gebe. "Der halbe Ort kommt dann zum Duschen in die Schlossberghalle."

Bauanträge, Förderprogramm, Impfung

Neben Bauanträgen stand auch ein Bericht des Bürgermeisters über die Allianz Kissinger Bogen auf der Tagesordnung der Sitzung.Alle vier Kommunen hätten erneut das Förderprogramm zur Revitalisierung der Alt- und Innenorte beschlossen. Demnächst werde ein einheitlicher Allianzveranstaltungskalender veröffentlicht.

Außerdem informierte Hofmann, dass es am 3. Februar von 12 bis 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses eine Impfaktion des mobilen Impfteams stattfinde. Eine Terminvereinbarung sei nicht nötig.