Aufgrund eines Bombenfundes am Ansbacher Bahnhofs und einer zweiten Einsatzlage durch Überschwemmungen wurde in Ansbach der Katastrophenfall ausgerufen. Dies teilt die Stadt Ansbach am Freitagnachmittag (09.07.2021) mit.

Außerdem wurde die Entschärfung der Bombe um eine Stunde vorgezogen - also um 16 Uhr.

Update vom 09.07.2021, 19.20 Uhr: Bombe am Bahnhof ist entschärft - aber Beeinträchtigungen im Bahnverkehr

Die Entschärfung der Fliegerbombe, die am Freitagmorgen (09.07.2021) am Bahnhof gefunden wurde, konnte erfolgreich von der Fachfirma Tauber durchgeführt werden. Die beiden Zünder konnten unschädlich gemacht werden. Somit kann die Bevölkerung im Radius von 500 Metern rund um den Bahnhof, der im Laufe des Nachmittags geräumt wurde, wieder in ihre Wohnungen zurückkehren und die Sperrungen werden aufgehoben. Dies teilte die Stadt Ansbach in einer Pressemitteilung mit.

Aufgrund der Entschärfung der Fliegerbombe kam es im Raum Ansbach zu erheblichen Beeinträchtigungen beim Bahnverkehr. DB Regio Bayern teilte am Abend gegen 20.36 Uhr mit:

  • Der Bahnhof Ansbach ist wieder freigegeben
  • Die Strecke zwischen Ansbach und Steinach(bRodT) ist auf Grund des Unwetters weiterhin gesperrt und wird erkundet. 
  • Die Züge der Verbindung Würzburg - Treuchtlingen wenden in Steinach(bRodT) und Ansbach. Zwischen Steinach(bRodT) und Ansbach besteht weiterhin der Schienenersatzverkehr. 
  • Bitte rechnen Sie mit Verzögerungen, da sich aufgrund des Wetters auch Schwierigkeiten für den Schienenersatzverkehr ergeben.
  • Die S-Bahnen der Linie S 4 verkehren wieder auf dem Regelweg.
  • Ein Schienenersatzverkehr mit Bus ist zwischen Wicklesgreuth und Dombühl für Sie eingerichtet.
  • Die überfluteten Bahnsteigunterführungen in Burgbernheim-Wildbad und Steinach (b. R. o. T.) sind wieder begehbar.
  • Die Züge der Verbindung Rothenburg o. T. - Steinach (b. R. o. T.) und Neustadt (Aisch)- Steinach (b.R.o.T.) verkehren wieder uneingeschränkt.
  • Nach der Entschärfung der Fliegerbombe in Ansbach halten auch die Züge der Verbindung Würzburg - Treuchtlingen wieder.

Update vom 09.07.2021, 16 Uhr: Ansbach ruft Katastrophenfall aus

Man gehe davon aus, dass die Meldestufe 4 erreicht werde, die höchste im Hochwasser-Warnsystem. Aktuell gelte die Stufe 2. Bereits außerhalb des Stadtgebiets gebe es an einer Bundesstraße Überschwemmungen. Der Katastrophenfall ermögliche es Oberbürgermeister Thomas Deffner, unter anderem weitere Einsatzkräfte anzufordern. Ganz Franken ist aktuell von schweren Gewittern betroffen. In Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim wurde sogar die Großschadensereignislage ausgerufen.

Von den Überschwemmungen sei die Bombenentschärfung in Ansbach aber nicht betroffen. Die Bombe liege am Bahnhof in einer Baugrube zwischen zwei Gleisen, die durch einen Pavillon vom Regen geschützt sei. Laufe Wasser in die Grube, werde es sofort abgepumpt, hieß es.

Die Räumung des gesperrten Gebiets um den Bombenfundort dauere an, sagte der Sprecher. Etwa 370 Einsatzkräfte seien im Einsatz, wegen des Unwetters habe sich die Evakuierung verzögert. Von der Räumung betroffen sind in der mittelfränkischen Stadt etwa 2500 Menschen in einem Umkreis von etwa 500 Metern. Die Menschen sollen laut Stadt bei Verwandten oder Bekannten oder in die Turnhalle unterkommen. Menschen, die coronapositiv oder in Quarantäne sind, werden in einem Tagungszentrum untergebracht.

Vorherige Berichterstattung: 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe wird am Freitag entschärft

Fliegerbombe wird entschärft: Wie die Deutsche Bahn am Freitagmorgen (09. Juli 2021) in einer Pressemitteilung berichtet, wird im Laufe des Freitag eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe am Bahnhof in Ansbach entschärft. "Bitte rechnen Sie mit größeren Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs im Raum Ansbach", so die DB. 

So können während der Entschärfung keine Züge am Ansbacher Bahnhof halten. Die Züge der Relation Treuchtlingen - Würzburg Hauptbahnhof fallen daher zwischen Uffenheim und Triesdorf aus. Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet, der Bahnhof in Oberdachstetten kann jedoch wegen überfluteter Zufahrtsstraßen nicht angefahren werden. Ebenso entfallen die Halte in Burgbernheim-Wildbad und Steinach (bei Rothenburg ob der Tauber) aufgrund von Überschwemmungen.

Die S-Bahnen der Linie S4 aus Richtung Nürnberg fahren nur bis Wicklersgreuth und enden dort vorzeitig, so die Bahn. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Wicklesgreuth und Dombühl sowie zwischen Oberdachstetten und Triesdorf ist eingerichtet.

Die Stadt Ansbach informiert in einer weiteren Pressemitteilung darüber, welches Gebiet evakuiert werden muss: 

  • Mathias-Oechsler-Straße / Bahn-hofsstr., Philipp-Zorn-Straße / Bandelstraße, Louis-Schmetzer-Straße / Heilig-Kreuz-Straße Promenade / Herrieder Tor und Schlossstraße.

In dem Gebiet sind ca. 2500 Anwohnerinnen und Anwohner gemeldet. Die Räumung soll bis 13 Uhr erfolgen. "Die Anwohnerinnen und Anwohner werden gebeten, das Gebiet zu verlassen und sich bei Verwandten, Freunden oder Bekannten unter den bestehenden Corona-Regeln einzufinden", so die Stadt.

Personen, die diese Möglichkeit nicht haben, können in die Turnhalle Gymnasium Carolinum an 11 Uhr gehen. Personen, die coronapositiv sind, werden in einer gesonderten Unterkunft im Tagungszentrum Onoldia im Simon-Marius-Saal untergebracht, Personen die in Quarantäne sind im Kaspar-Hauser-Saal.

Die Entschärfung ist für 17 Uhr geplant. Die Stadt Ansbach hat ein Bürgertelefon geschaltet. Es ist unter den Telefonnummern 0981/ 51-401 besetzt.