Aschaffenburg
Wandern in Unterfranken

Kultur und Geschichte im Spessart-Mainland: Das sind die 10 schönsten Kultur-Wanderwege

Um einen entspannten Familienausflug zu starten und die Natur mit historisch- archäologischem Wissen zu verbinden, laden die kürzeren "Europäischen Kulturrundwege" im Spessart-Mainland besonders ein. Die von uns angeführten Wanderungen bieten einen Einblick in die historisch-kulturelle Vergangenheit des Spessart-Mainlands in Unterfranken. Familienfreundlich und lehrreich - wir stellen 10 der beliebtesten Touren vor.
 
Lohr am Main: Rund um die Klosterkirche sorgen die europäischen Kulturwanderwege im Spessart-Mainland für Freude beim Wandern.
Lohr am Main: Rund um die Klosterkirche sorgen die europäischen Kulturwanderwege im Spessart-Mainland für Freude beim Wandern. Foto: pixabay / aixklusiv
  • Der Spessart ist wie geschaffen für Wandertouren
  • Kultur und Geschichte des Spessart-Mainlands bei Wandern erleben
  • 10 Tipps für Wanderungen in Unterfranken

Das weite Blättermeer des teilweise in Franken gelegenen Spessarts, das größte zusammenhängende Laubmischwaldgebiet in Deutschland, ist wie gemacht für genussvolle Wandertouren: beeindruckende Landschaften, spektakuläre Aussichtspunkte und historische Orte.

Wandertouren in Unterfranken: Unsere Tipps für kulturell reizvolle Routen im Spessart-Mainland

Zu jeder Jahreszeit hat das Spessart-Mainland seinen Reiz. Im Frühling strahlt alles im hellen grün, im Sommer bietet die stolzen Laubbäume schattige Erfrischung und im Herbst erglüht alles in einem bunten Meer aus Farben. Und auch der Winter lockt mit verschneiten Hügeln.

Vielfältig sind auch die Wandermöglichkeiten in dem fränkischen Wandergebiet. Höchste Qualität bieten die kulturellen Qualitätswanderwege "Wanderbares Deutschland". Die über 70 Europäischen Kulturrundwege verbinden entspanntes Wandern mit einer spannenden und historisch geprägten Kulturlandschaft.

Die von uns angeführten 10 Wanderungen bieten einen Einblick in die historisch-kulturelle Vergangenheit des Spessart-Mainlands. Da die Strecken meist keine großen Steigungen inne haben und in der Gesamtlänge überschaubar sind, bietet sich ein wunderbarer Wander-Ausflug mit Kindern oder älteren Menschen an. 

#1 - Von Ton, Steinen und Scherben

  • Startpunkt: Bahnhof Klingenberg am Main
  • Schwierigkeitsgrad: sehr leicht
  • Länge: 8,4 Kilometer
  • Dauer: Etwa 2 Stunden
  • Höhenmeterdifferenz: 243 Meter 
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Die Stadt Klingenberg am Main wurde unter anderem vom etwa 60 Jahre andauernden Boom des Tonwerkes geprägt. Der Kulturweg nähert sich diesem „auf Ton gegründeten“ Klingenberg seinen steinernen Zeugen und dem, was heute davon noch zu sehen ist. Vom Bahnhof und der Mainbrücke, die mit dem Geld des Tonwerkes finanziert wurde, führt die Tour zuerst in den Rosengarten, der von Bauwerken der Klingenberger Gründerzeit umgeben ist.

Der ausgebaute Weg in die Seltenbachschlucht ist ebenso ein Produkt dieser Zeit. Weiter geht es in Richtung "Altepurg". Die 2011 geschlossene Tongrube erzählt ihre Geschichte, die mit der dort beheimateten Greifvogelpflegestation in die Zukunft führt. Der Aussichtsturm im Ringwall und der Abstieg über den Sonnenweg, vorbei an der "Clingenburg", führt zur letzten Station, dem Museum in der Altstadt, wo die Geschichte Klingenbergs in bunten Facetten zu besichtigen ist.

#2 - Durch das Buchental

  • Startpunkt: Kirche in Steinfeld (Lohr am Main)
  • Schwierigkeitsgrad: sehr leicht
  • Länge: 9,8 Kilometer
  • Dauer: Etwa 2,5 Stunden
  • Höhenmeterdifferenz: 66 Meter 

Zwischen der fränkischen Platte und dem Main erstreckt sich eine Bilderbuch-Kulturlandschaft mit sieben Mühlen und einer Wallfahrtskirche. Der Kulturweg durch das Buchental kann an der Infotafel in Steinfeld am Main begonnen werden. Von der Kirche in Steinfeld gelangt man vorbei am historischen Waschkeller in den Steinfelder Ortsteil Hausen. Hier lebte Caspar Leyser, der 1525 als ein Anführer im Bauernkrieg in Karlstadt enthauptet wurde.

Die nächste Schautafel informiert über die alte Kulturlandschaft Buchental mit über 50 vorgeschichtlichen Hügelgräbern. Dann folgt die Station Reußenmühle, von wo aus heute Landwirtschaft und Landschaftspflege betrieben wird, damit der Blick ins Tal erhalten bleibt. Vorbei an der wunderschön gelegenen "Wallfahrtskirche Mariabuchen" folgt die letzte Station. Die abschließende Station Steinbach beeindruckt durch das Ensemble von Barockkirche und Schlossanlage.

#3 - Der Altenbücher Kirchweg

  • Startpunkt: Kirche Altenbuch oder Dorfprozelten
  • Schwierigkeitsgrad: sehr leicht
  • Länge: 7,1 Kilometer
  • Dauer: Etwa 2 Stunden
  • Höhenmeterdifferenz: 162 Meter 

Zwischen Dorfprozelten und Altenbuch erstreckt sich der historische Kirchweg als Bindeglied vom Spessartdorf zum Mainufer. Mit dem Bau einer Kirche in Altenbuch verlor der Weg an Bedeutung und verschwand nach und nach. Heute ist die historische Trasse wieder freigelegt worden. Der rund 7 Kilometer lange Kulturweg kann sowohl in Altenbuch als auch in Dorfprozelten begonnen werden.

Mit einem Start an der Kirche in Altenbuch geht es durch die Leichgasse und den Höllgrund entlang des Altenbücher Kirchweges zur Station Altenbücher Wald. Bergauf führt der Weg zur Höhe über Neuenbuch und Sohl. Der darauf zu durchquerende Totengraben endet im Sellgrund. Über den Bichlberg führt der Weg weiter mit dem Blick auf die Landschaft des Maintals nach Dorfprozelten zur Vituskirche.Für den Rückweg kann man die Westfrankenbahn bis Stadtprozelten und dann die Buslinie 91 nach Altenbuch nehmen.

#4 - Vom Weißen Stein und Apfelwein

  • Startpunkt: Kapelle Ortsteil Eichenberg (Sailauf)
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Länge: 14,9 Kilometer
  • Dauer: Etwa 3 Stunden
  • Höhenmeterdifferenz: 162 Meter 
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Geologisch hat der Kulturweg mit dem Eichenberger „Weißen Steinbruch“ und mit dem dortigen Bergbau auf Schwerspat und Mangan mehrere Höhepunkte zu bieten. Dabei wird auf der Eichenberger Runde auch die Dorf- und Kirchengeschichte gewürdigt. In Blankenbach lohnt ein Blick in die Kirche links der Kahl und die Geschichte des Ensembles um Bahnhof und den Landgasthof Behl.

Im nicht weit entfernt liegenden Weiler Erlenbach erinnert eine Figurengruppe am Brunnen an den historischen „Stadtweg“, der von hier in Richtung Aschaffenburg führte. In der Mitte zwischen Eichenberg und Blankenbach liegt die „Winkelstation“, die über den Transport von Dolomit in der Materialbahn informiert. Insgesamt drei Panoramablicke bieten sich. Vom „Weißen Steinbruch“ kann bei gutem Wetter sogar der Geiersberg, die mit 585 m höchste Erhebung des Spessarts gesehen werden.

#5 - Von der Dorfschmiede zum Hafen

  • Startpunkt: Parkplatz Eishalle/ Dessauer Gymnasium (Aschaffenburg)
  • Schwierigkeitsgrad: sehr leicht
  • Länge: 6,2 Kilometer
  • Dauer: Etwa 1,5 Stunden
  • Höhenmeterdifferenz: 10 Meter 

Der Kulturweg beginnt am Parkplatz des Dessauergymnasiums in Aschaffenburg, beim Volksfestplatz. Nach der Durchquerung des Schulareals folgt mit der "Siechhauskapelle" das älteste Bauwerk Leiders, das einst zu einem Hospital gehörte. Die nun folgende Laurentiuskirche wurde als Neubau aufgrund der steigenden Einwohnerzahl mit dem Hafenbau nötig. Nicht weit davon kann man auf dem Lukasplatz ein Stück Leiderer Atmosphäre schnuppern.

Am Übergang zum Hafengelände wird zunächst die Geschichte des Hafens erläutert. Auf der Thyssenbrücke geht es dann um den aktuellen Hafenbetrieb. Von hier an nimmt der Weg einen ruhigen Verlauf durch die kleine Schönbuschallee mit einem Abstecher zum Kerpen-Denkmal. Die komplette Route weist fast keine Steigung oder Gefälle auf, weshalb er auch für Familien sehr gut geeignet ist.

#6 - Templerhaus, Schloss und Almhütte

  • Startpunkt: Parkplatz Oberhausener Weg (Kleinwallstadt)
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Länge: 8,8 Kilometer
  • Dauer: Etwa 2 Stunden
  • Höhenmeterdifferenz: 173 Meter 

Der Kulturweg beginnt am Parkplatz Oberhausener Weg in Kleinwallstadt und führt zunächst zum teilweise ausgegrabenen "Alten Schloss". Vorsicht: der Anstieg zum Burghügel ist steil ansteigend! Nach der mittelalterlichen Burgruine geht es durch den Kleinwallstädter Wald bis zur "Christkönigkapelle", nach der man die Hochfläche des Plattenbergs erreicht.

Hier gibt es wegen des kalkhaltigen Bodens sehr viele Orchideen und man hat einen schönen Blick auf den Main. Dazu gibt es auch einen Naturlehrpfad, der an der Almhütte beginnt, die zu einer Rast einlädt. Abwärts erreicht man danach Kleinwallstadt mit dem Templerhaus und der Kirche in Zentrum. Die Route lenkt den Wanderer dann durch das Dorf zur Infotafel "Streuobstwiesen", von wo es nicht weit zum Start ist.

#7 - Historische Tour durch die Vergangenheit der Märzrevolution 1848/49

  • Startpunkt: Erste Tafel an der Hauptstraße (Laufach)
  • Schwierigkeitsgrad: sehr leicht
  • Länge: 6,5 Kilometer
  • Dauer: Etwa 1,5 Stunden
  • Höhenmeterdifferenz: 168 Meter 

Bevor man am „Alten Brauhaus“ in Frohnhofen den Kulturrundweg beginnt, empfiehlt es sich noch einen Blick in die Kapelle zu werfen. Der markierte Wanderweg führt dann über die "Wiese der Versammlung von 1849" entlang der Bahnlinie zum Hofgut Wendelstein. Die Märzrevolution von 1848/49 hinterließ auch in Frohnhofen seine Spuren. Am 9. April versammelten sich auch hier 3000 Menschen.

Hier angekommen, geht es am Bischlingsberg hinauf zum alten Laufacher Kirchweg. Von dieser Stelle aus hat man einen schönen Blick in das Tal und über das Gelände des Gefechts von 1866. Wieder bergab, erreicht man die Ehrenmäler der gefallenen hessischen Soldaten, direkt hinter dem „Alten Brauhaus“, dem Zielpunkt der Wanderung.

#8 - Tour: Römer, Hübner und Siedler

  • Startpunkt: Parkplatz Friedhofstraße am Kreisel (Stockstadt am Main)
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Länge: 11,4 Kilometer
  • Dauer: Etwa 2,5 Stunden
  • Höhenmeterdifferenz: 50 Meter 

Der Kulturweg beginnt am Parkplatz "Friedhof" bei Stockstadt und nicht weit davon am Ortseingang mit der Infotafel "Zollhaus und Brücke". Der weitere Weg führt kurz an den Main, dann an einem Römerstein vorbei und hinüber zum Bernd-Weber-Platz, wo es um Siedlungsgeschichte und das Papierwerk geht. Im Hübnerwald erfahren wir dann, warum hier Hügelgräber zu finden sind.

An der hessischen Landesgrenze erläutert die Infotafel die Ruine einer Papiermühle des 19. Jahrhunderts. Wie der Hübnerwald verwaltet und warum hier der erstmals ein "Weihnachtsbaum" genannt wird, erfahren Sie an der nächsten Station. Zum Abschluss werden die Stockstädter Steinbrüche behandelt, wonach der Kulturweg wieder in den Ort führt.

#9 - Geologischer Lehrpfad: Schöllkrippen

  • Startpunkt: Parkplatz Naturerlebnisbad (Schöllkrippen)
  • Schwierigkeitsgrad: sehr leicht
  • Länge: 5,9 Kilometer
  • Dauer: Etwa 2 Stunden
  • Höhenmeterdifferenz: 210 Meter 

Der Kulturweg Schöllkrippen nimmt Sie mit auf einen „Streifzug durch die Erdgeschichte“. Sie lernen im Spazierengehen 450 Millionen Jahre Erdgeschichte kennen und erfahren, wie die Landschaft entstanden ist. Der europäische Kulturrundweg startet und endet am Naturerlebnisbad Schöllkrippen.

Die Route führt Sie hinauf auf den Reuschberg zur Wallanlage „Alte Burg“. Von dort geht es hinab, am Steinbruch und an der Rodberghütte vorbei zum Hof Schabernack. Über den Höllenbach verläuft der Weg zurück zum Naturerlebnisbad. Erleben Sie im Vorbeigehen die Spuren, die 450 Millionen Jahre Erdgeschichte hier hinterlassen haben. 

#10 - Kleinwallstadt: Bis in die Steinzeit zurück 

  • Startpunkt: Hofstettener Kirche (Kleinwallstadt)
  • Schwierigkeitsgrad: mittel-schwer 
  • Länge: 16,9 Kilometer
  • Dauer: Etwa 5 Stunden
  • Höhenmeterdifferenz: 491 Meter 

Der Kulturweg beginnt an der Hofstettener Kirche in Kleinwallstadt - eine evangelische Exklave im Spessart - und führt bergauf zur katholischen Marienkapelle, die schön über dem Tal gelegen ist. Mit der darauf folgenden Station "alte Kirche" in Hausen wird ein ehemaliges Gotteshaus in den Mittelpunkt gestellt, wo sich heute ein Künstleratelier befindet. Der Weg tritt nun in den Wald ein, der auch Thema der nächsten Infotafel ist. Besonders die Nutzung von Laub, "Streunutzung" genannt, war früher von großer Bedeutung, so dass sogar Erlaubnisscheine für das Laubsammeln ausgestellt werden mussten.

Im Kinzigbachergrund geht es um eine ehemalige Siedlung gleichen Namens, die hier im Mittelalter bestanden hat. Der Ort Eichelsbach, heute zu Elsenfeld gehörig, ist auf einem Höhenzug gelegen. Hier reicht der Blick bis nach Frankfurt und zum Taunus. Da die Bodenqualität hier sehr gut ist, siedelten sich hier in der Jungsteinzeit vor circa 7000 Jahren Menschen an - erläutert auf Tafel 7. Danach erreichen sie wieder Hofstetten.

Am Main entlang, hinauf auf die Höhen von Spessart, Rhön und Steigerwald oder am liebsten mitten hinein in die Weinberge – das ist Wandern im Fränkischen Weinland. Eine Wanderung über die Weinberge Unterfrankens gehört zu den schönsten Ausflügen. 

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